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PERSONAL ISSUE – INSTAGRAM: AUTHENTIZITÄT VS. LIKES?

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In letzter Zeit habe ich einige kritische Gespräche zum Thema Instagram und Selbstdarstellung geführt und was das Medium aus uns und unserer Generation macht. Weiter gab es die letzte Woche wieder einige kritische Artikel zum Phänomen Instagram, wie zum Beispiel der Artikel von Highsnobiety zu Insta-Narzissmus, der Artikel von Jonny oder dem Beitrag des Kuriers “Star-Blogger, wieso seht ihr alle so gleich aus?”.

Heute will ich auch unsere Gedanken zum Thema Selbstdarstellung und Profilierung auf Social Media mit euch teilen. Wir freuen uns über eure Kommentare und Meinungen dazu und uns würde interessieren was Instagram für euch mittlerweile geworden ist.

Klar ist: Jeder von uns positioniert sich ständig, bewusst oder unbewusst umgeben wir uns mit Dingen und Menschen, hängen an bestimmten Orten ab, tragen entsprechende Kleidung und drücken damit aus wer wir sind oder wer wir sein wollen. Dabei wollen wir gefallen und versuchen uns, ob wir es zugeben oder nicht, in möglichst positives Licht zu rücken. Das ist kein Phänomen unserer Generation, sondern es ist menschlich seine eigene Wahrnehmung in seinem Umfeld optimieren zu wollen und vielleicht damit Eindrücke, die wir vermitteln, auch zu manipulieren. Das tun wir im Smalltalk mit möglichst „einflussreichen“ Leuten, um einen guten Eindruck zu hinterlassen, indem wir am Wochenende zur lässigen Jogginghose greifen, um möglichst unangestrengt zu wirken oder uns für Events glamourös herrichten.

Doch nirgendwo positionieren wir uns so gefiltert, so bewusst, wie auf Social Media. Gerade der visuelle Charakter der Bildplattform Instagram und die Möglichkeit von Filtern und Bild-Bearbeitung unterstützt dieses Verhalten. Die Algorithmen, das Streben nach mehr Followern, Anerkennung und das Likeverhalten von rosarotem Perfektionismus drängen uns fast dazu. Was als Instrument zum Ausdruck von Selbstverwirklichung angefangen hat, was zunächst eine Ablichtung und Zurschaustellung von den schönen Momenten des Lebens war, ist mittlerweile zur reinen Inszenierung geworden. Das Prinzip „Was ich liebe und erlebe, möchte ich teilen“ ist leider längst zu einer ausgewachsenen Form vom Marktgleichgewicht geworden: Es geht um Angebot und Nachfrage, um die Bedienung der Wünsche der Follower und weniger um das Ausleben und den Ausdruck der eigenen ästhetischen oder inhaltlichen Werte.

Wie schaffen wir es also die Balance zu finden zwischen der Wirklichkeit, dem was uns tatsächlich inspiriert, neuen Perspektiven und unperfekten Geschichten und dem was anscheinend auf Instagram gut ankommt und gefällt? Wie gehen wir damit um, dass unsere Szene, die wir in Deutschland immer gepusht haben, von blonden wavy Haaren, Eiffelturm-Views, Champagner-Brunch-Momenten und Chanel Stills dominiert wird und uns selbst anekelt. Trotzdem bekommen diese Bilder die meisten Likes. Und immer noch Macarons? Seriously?

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Wenn wir heute so oft davon hören und lesen, dass “Realness” und Authentizität Key in der Medienbranche sind, denke ich oft, dass Instagram uns das Gegenteil beweist. Oft frage ich mich auch, wie authentisch man sich überhaupt darstellen oder zeigen kann? Ist es überhaupt möglich die Realität seiner Person zu zeigen? Egal, ob in einer Momentbegegnung offline oder mit einem Instagram Bild – wir bilden doch immer nur einen bestimmten Blickwinkel, einen bestimmten Ausschnitt unserer Person ab. Die Schnittmenge von ganz unterschiedlichen Perspektiven, Darstellungen und Begegnungen kann dann vielleicht nah an die Realität herankommen. Aber eben nur wenn die einzelnen Puzzleteile sich ergänzen und unterschiedliche Angle auf unsere Leben, unsere Personen, unsere Wege werfen und eben nicht wenn sich die selben drei Motive im Stream wiederholen.

Wir haben das Gefühl, dass wir uns entscheiden müssen, zwischen steigenden Followerzahlen und der eigenen Authentizität. Es scheint als würden sich beide Faktoren gegenseitig ausschließen. Wir stellen uns die Frage, die sich auch Jean-Claude Mpassy in seinem Artikel „Was wäre die Welt ohne Instagram?“ stellt: Wollen wir der breiten Masse auf Instagram überhaupt noch gefallen? Wollen wir dem Bevölkerungsdurchschnitt gefallen, der anscheinend Aussehen vor Inhalt stellt? Oder wollen wir vielleicht lieber eine Nische bedienen, zu der wir uns persönlich und intellektuell zugehörig fühlen? Wir haben uns für Letzteres entschieden – für die Message, für Persönlichkeit und damit anscheinend teilweise gegen steigende Likes.

Wir bleiben ein Mode- und Lifestyleblog, denn das ist unsere Leidenschaft und darin sind wir gut. Aber wir werden keine Looks kopieren oder Fotos inszenieren, hinter denen wir nicht stehen, aber von denen wir denken, sie würden unseren Followern gefallen. Zwischendurch werden wir ganz persönlichen Content spielen und euch mit auf unsere Reisen nehmen. Wir werden gesellschaftliche Fragestellungen aufwerfen und uns mit unangenehmen Themen auseinandersetzen. Wir werden von Missgeschicken und Makeln erzählen und euch so ehrlich, wie möglich, an unserem Leben und unserer Arbeit teilhaben lassen. Wir haben nun mal kein perfektes Zuckerwatte-Luftballon-Leben und das ist auch gut so, aber dafür haben wir unseren eigenen Sinn für Ästhetik und eine eigene Meinung.

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Comments 26

  1. Kann ich zum großen Teil nur zustimmen! Obwohl auch ich leider selbst oft darauf achte, irgendwie mit meinen Bildern anzukommen, versuche ich mich dann jedes Mal daran zu erinnern, dass es okay ist, ich selbst zu bleiben. Das es okay ist, dass ich auf vielen Bildern denselben Mantel trage, weil ich mir nicht mehr Jacken leisten kann und auch nicht muss. Das ich keine Taschen trage, weil ich lieber Rucksäcke mag.
    Beunruhigend finde ich es, dass man so oft mittlerweile angeschrieben wird a la “Willst mehr Follower, klicke XY”. Was bringen einem unechte Follower? Am Ende eigentlich gar nix. Eine Zahl ohne Wert. Irgendwie traurig.

    Liebe Grüße, Lynnychen

    • Liebstes Lynnychen,
      das finden wir auch! Niemand sollte sich wegen seiner Follower oder seines Onlineauftrittes in Unkosten für teure Kleidung stürzen, wenn doch ganz offensichtlich im wahren Leben das reicht, was man schon hat. Und du hast ganz Recht: Unechte Follower bringen niemandem Bestätigung und auch das Engagement kann natürlich niemals mit dem von echten Followern mithalten.
      Liebste Grüße aus dem BB-Office!
      Und P.S. Rucksäcke sind super!

  2. Danke! Selten möchte ich so sehr “preach it, sisters” rufen, wie jetzt. Auch ich habe meinen Blog gestartet mit dem Vorhaben, wertvolles oder “echtes” zu vermitteln und durfte schnell feststellen, dass es doch die Inszenierung ist, der alle verfallen sind. Euer Artikel inspiriert mich aber dran zu bleiben. Ihr seid wunderbar. Macht weiter so! #GRLPWR
    Lydia von http://thepurpledealer.com

    • Lisa Banholzer

      YESSSSS! Bitte dran bleiben, bitte eigenes Ding durchziehen und nicht nachahmen für die Likes! xx Lisa

    • Wie schön, dass du, genauso wie wir, nicht in diese Instagram-Falle tappst und deine Authentizität beibehälst. Wenn wir tatsächlich ein bisschen dazu beitragen konnten, dass du auf diesem Weg bleibst, dann freut uns das enorm, liebe Lydia!

  3. Lena

    Danke dafür! Ich bin wirklich kein Fan davon auf jedem zweiten Account alles nur in pink zu sehen. Blonde Wallemähnen, Brunch mit Skylineblick, ist ja alles ganz nett, aber wo bleibt da die Inspiration, der Mut neues auszuprobieren, einfach eine eigene Meinung und Persönlichkeit? Gibt es meiner Meinung nach nicht und das ist schade!
    Irgendwie scheint man damit doch tatsächlich auch noch Erfolg zu haben, kann mir allerdings nicht vorstellen, dass sowas von Dauer sein soll. Irgendwann hat doch jeder mal genug von den ewig gleichen Bildern und Gesichtern, die man einfach nicht mehr auseinander halten kann. Irgendwann, so hoffe ich, werden real-world-barbies wieder von inspirierenden Frauen abgelöst, die mehr sind als nur Werbeflächen und die mit Persönlichkeit punkten.
    Fakt ist doch, was ich auf Modeblogs sehe gefällt mir nicht immer, muss es ja auch nicht, dafür ist es doch spannend zu sehen, wie unterschiedlich Mode gesehen und interpretiert wird und darum sollte es meiner Meinung nach gehen!
    Vielleicht ist das auch so ne altersbedingte Geschichte und die Leute, die heute die perfekte Inszenierung bevorzugen, werden irgendwann erwachsen und lernen hinter die Fassade zu schauen.
    Ich jedenfalls “entfolge” in letzter Zeit immer häufiger, weil ich genervt bin und stelle mit Überraschung fest, dass ich mich geschmacklich wohl immer weiter vom Mainstream entferne. Auch gut, dann ist das halt so! Und für Euch als Feedback: Bloß keine blonden Wallemähnen bitte! Ich finde gut und wichtig, dass Ihr Euer Ding durchzieht und dass Ihr auch mal Sachen macht, die es so noch nicht gibt. Finde eure Power da bewundernswert und auch das Maß in dem Ihr Euer Privatleben teilt wirkt gesund und sehr sympathisch. Weiter so!

    • Lisa Banholzer

      Danke Lena für deinen schönen Kommentar und deine Wünsche für Vielfalt und Persönlichkeit kann ich 100% so unterschreiben. Spannender Gedanke, vllt liegt es echt auch am Alter, aber das hört sich so arrogant an…Ende 20 brauch man aber vielleicht einfach mehr Input, mehr Story, mehr Persönlichkeit um wirklich inspiriert oder bewegt oder beeindruckt zu werden. Und keine Angst! Keine Wallawalla-Mähne geplant! :D xx Lisa

  4. Hey Hey :)
    Ich achte zwar auch immer stark darauf, dass meine Bilder die Perfektion schlechthin sind. Das liegt aber nicht an Instagram, sondern an meinem Blog, wo die Bilder immer zuerst, gesondert und ausführlich erscheinen. Instagram nutze ich nur ,,nebenbei”, also ich poste da Teaser zum Blog. Ab und an natürlich auch mal Nicht-auf-den-Blog-leit-Content.
    Mich nervt Instagram aber in letzter Zeit sehr! Was aber mehr an den Followern liegt, die ja ganz offensichtlich Eiffelturm, flatterndes Haar und Macarons sehen wollen und dementsprechend liken …..

    Modische Grüße,

    Matthew

    PS: Kompliment für den ausführlichen und professionell geführten Blog!
    https://www.mister-matthew.de/

    • Lisa Banholzer

      Hey du! Danke dir für deinen Kommentar. Wir haben nichts gegen geilen professionellen Bildcontent, sondern sind auch ganz klar für coole Modestrecken. Aber genau wie du es sagst, das heißt nicht, dass es eben immer die selben Perspektiven, Posen, Bildmotive sein müssen und wir finden es einfach schade, dass Klischee-Instagrambilder mehr Likes bekommen als Kreativität. Liebe Grüße und weiterhin ganz viel Erfolg dir! You go! xx Lisa

  5. Danke für den ehrlichen Artikel! Auf dem Blog merke ich schon, dass gute, echte Inhalte und Authentizität am besten ankommen. Auf Instagram, wo leider die meisten Unternehmen einfach nur auf die Zahl schauen, ist das fast das Gegenteil – je oberflächlicher desto besser und ich habe bereits eigentlich eine sehr nischige Followerschaft (Fair Fashion etc.). Dann merke ich aber, wie halt sehr simple schöne Bilder die meisten Likes bekommen und nicht die tiefgründigsten. Auf schöne Bilder achte ich eigentlich aber immer, aber auf Bildssprachen, die mir gefallen. Zum anderen nervt mich auch dieses “alle auf Instagram sind gleich” – nein, es gibt soooo viele verschiedene User. Nur kommt anscheinend gerade Blumen – Eiffelturm – Blonde Locken und Pastellfarben einfach am besten an derzeit. Die Leute LIEBEN das und Liken wie verrückt. Doch man hat als User selbst die Wahl, was man liked und kommentiert. Ich merke gerade, ich habe kein richtiges Fazit zu meinem Kommentar. Das Thema beschäftigt mich derzeit einfach noch zu sehr :) Auf jeden Fall möchte ich sagen, top Artikel!

  6. YES! genau deshalb habe ich gerade einen kompletten relaunch geplant. Ich konnte meine Texte kein zweites Mal lesen, weil sie so unbedeutend waren, meine Bilder auf Instagram haben sich schon lange nicht mehr wie ich angefühlt. Ich denke, es ist natürlich, dass man den steigenden Likes nachgibt und in den Trott kommt, das zu posten, was ankommt. Erkennen sollte man es irgendwann aber schon und dann schleunigst etwas ändern. Die Bloggerwelt hat so viel mehr Potenzial als nur aus zu einem Ich gemorphten Bild zu Bestehen und ich hoffe, dass es nach und nach noch weitere Leute erkennen.

    • Liebe Jules,
      sich selbst so reflektieren können ist eine wunderbare Eigenschaft und wir sind ganz sicher, dass dein Blog nach dem Relaunch noch viel besser, persönlicher und deeper wird!

  7. Heike

    Hi,
    sehr interessanter Artikel und vielen Dank für die Links, ebenfalls sehr interessant. Instagram ist eben eine Rosa-Glitzer-Parallel-Welt in der #nails (61 Mio Nennungen) wichtiger ist als der “Weltfrieden” #peace (43 Mio). Aber es sind doch die User, die die App befeuern, sowohl mit Content als auch mit Likes. Aktuell ist es nach der Trump-Wahl und dem Dior-Shirt hip den #feminism (jetzt 4,1 Mio, letzten Sommer noch 1,4 Mio) zu setzen und damit jetzt zwar vor #macarons (3,0 Mio) aber hinter Avocado (5,5 Mio). Man darf aber gespannt sein, wann sich die bunten Kekse wieder vorbeischieben.

    Die Community ist damit aber kein wirkliches Spiegelbild unserer Gesellschaft, eher ein Zerrbild. Es ist eben nicht twitter sondern eine Plattform, die in der Mittagspause zur Zerstreuung genutzt wird. Da möchte man ein bisschen Träumen und keine schwierigen Themen (tolerance etwa nur 224 tsd.) oder das Elend der Welt und Umweltschäden sehen (globalwarming 399 tsd.) – dafür gibt es ja auch die Tageschau-App.

    Und dennoch habt ihr recht – ein bisschen mehr Reflektion darf schon auch hier sein und mir geht es genauso, wenn ich mir den Feed betrachte, der mir vorgeschlagen wird (aber natürlich ausgewertet anhand meiner bisherigen Likes). Andy Warhol hat gesagt “I am deeply superficial” vielleicht ein ganz guter Ansatz. Zwischen all die “nice pics” darf und muss dann auch mal eine Prise Nachdenkliches, Weltanschauliches. Deshalb finde ich euren Blog auch so gut – macht bitte weiter so. Fordert eure Leser – it is sometimes nice to be not nice!

    Aber all die “Walle-Mähnen-Mädchen” möchte ich dennoch “verteidigen”.
    Noch nie hatten Frauen die Möglichkeit so easy eine Karriere in die Selbständigkeit zu starten. Sie haben den Männern zwar nicht die Technologieführerschaft abgenommen (wobei das hier kein Männer-gegen-Frauen-Comment ist) aber sie haben den Use-Case so viel besser verstanden und für sich zu nutzen gewusst, dass sie nun selbstbestimmt die Regeln definieren können und ihren Preis bestimmen. Das ist auch eine Form von Feminismus, auch wenn man dafür eine Walle-Mähne und den Body braucht. Ich freue mich auf jeden Fall für all diese jungen Frauen, die das geschafft haben und clever und diszipliniert (denn sonst kommt man auch auf Instagram nicht so weit) diese Chance nutzen und unsere “Sehnsüchte” nach heiler Welt bedienen. Verurteilen sollte man sie nicht – sie spielen einfach nur ihr Spiel – teils supererfolgreich – wir müssen ja nicht alles liken, was sie so posten ;-)

    Euch einen schönen Tag, liebe Grüße nach Berlin, Heike

    • Liebe Heike,
      da hast du aber gründlich recherchiert und noch dazu sehr spannende Hashtag-Fakten ans Licht gezaubert. Wir unterstützen natürlich gleichermaßen alle Frauen und Influencerinnen und natürlich soll jeder posten und sharen, worauf er oder sie Lust hat. Wir positionieren uns anders und das ist auch gut so. Es soll weiterhin eine große Vielfalt bestehen. Schade finden wir nur, dass der Algorithmus und auch die Follower meist Bilder und Kanäle unterstützen, die weniger Content als Ästhetik veröffentlichen. Dies liegt aber natürlich auch an der Beschaffenheit einer Bildplattform wie Instagram. Wir haben aber natürlich nichts gegen “Walle-Mähnen-Mädchen” :)

  8. Dani

    Hey, vielen Dank für diesen tollen Artikel.
    Aus Sicht eines Fotografen finde ich den InstaHype auch nicht mehr schön.
    Ich bekomme sehr viele Anfragen von “Kunden” die wirklich nicht mehr zu vertreten sind und das schon lang.
    Schlimm wurde es dann als ich meine eigene Kreativität zu Gunsten Instagram angepasst habe. Ja, soweit kommt es schon und so geht es auch vielen meiner Kollegen.

    Ich für meinen Teil habe mich nun aus all dem zurückgezogen.
    Gehe bewußt in eine andere Fotografie denn ich glaube wir erschaffen hier eine Herrschaft der Masken und verlernen so langsam was wahre Schönheit wirklich ist.

    Liebst
    Dani

  9. Bei dem ganzen ist leider auch nur schade, dass die Leute, die wirklich eben solche Bilder für sich persönlich mögen, in diesem Einheitsbrei untergehen. Ich mag meine blonde Wallemähne, die trage ich nicht nur wenn ich ein Bild mit Skyline mache, sondern die trage ich auch wenn meine Patienten mir im Krankenhaus auf die Schuhe reihern…das sieht nur keiner und schon lande ich bei denen, die kopieren, unkreativ und sonst was sind. Ich gehöre zu denen, die genau diese Bilder mögen und daher auch selber gerne zeigen. Was soll ich nun machen, Haare braun färben, meine Bildsprache über den Haufen werfen und mich neu erfinden, damit ich wieder authentischer wirke? Das wäre leider nicht wirklich ich. Ich finde es generell schwierig zu entscheiden ob jemand authentisch bleibt oder nicht. Über Insta bekommen die meisten doch nur sooo wenig von einer Person mit, wie möchte man dann darübee urteilen ob die Bilder, auch wenn sie Mainstream sind, nicht eben genau den Geschmack oder Kreativität widerspiegeln, die die Person wirklich mag und nicht weil es schon 100 andere Blogger vorher genauso gezeigt haben. Ich verstehe absolut was ihr meint und bin auch der Meinung, aber dennoch sollte man noch unterscheiden und nicht alle über den Kamm scheren. Jeder sollte seine Richtung finden und sich damit treu bleiben.
    Liebe Grüße :)

    • Liebe Verena,
      vielen Dank für deinen Kommentar, der auch die andere Seite zeigt! Natürlich bist du nicht weniger du selbst, weil du diese Bildsprache magst, oder gerne schöne blonde Haare trägst. Diese Ästhetik gefällt ganz vielen Mädchen, Frauen und sicher auch einigen Männern, das möchten wir gar nicht infrage stellen. Auch hast du sicher Recht, dass Authentizität im Internet zu bewerten sehr, sehr schwierig ist. Wir vertreten die Meinung, dass es schade ist, dass viele Influencer sich eben nicht treu bleiben, sondern nur das Posten und Reposten, von dem sie wissen, dass es gut ankommt. Solange man sich selbst treu bleibt, sollte man einfach weiter machen und sich nicht beirren lassen. Also bleib einfach genauso wie du bist!

  10. Mir gehen zur Zeit auch mega viele Gedanken durch den Kopf hinsichtlich Instagram und allgemein Social Media. Gerade auf Insta bin ich in letzter Zeit einigen entfolgt, da mich dieser “half-Bun-von-hinten-irgendwo-fotografiert” wahnsinn suuuuper genervt hat. Klar, ich fotografiere auch gerne mal mein Frühstück (aber eben als Teil meiner Blog Strategie – Foodie Tipps in Berlin und weltweit zu geben) und bestimmte Motive werden wohl immer mehr “geliked” werden als andere. Aber ich sehe das Problem eben auch wie ihr darin, immer noch eine persönliche Note zu vertreten udn auch mal “sein eigenes Ding” durchzuziehen.
    Ich denke früher oder später hat man damit definitiv mehr Erfolg – vielleicht nicht unbedingt mehr Follower, aber dafür “Stammleser” die wirklich Bock auf die geposteten Fotos haben und nicht nur folgen um zu entfolgen oder einen nichtssagenden “like 4 like” kommentar da zu lassen ;-)
    Weiter so Ihr Lieben!
    xxx
    Tina

    http://www.styleappetite.com

    • Hi liebe Tina,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Wir freuen uns, dass es dir ähnlich geht und wir Follower und Leser haben, die verstehen, worum es uns tatsächlich geht :) Vielen Dank!

  11. elif

    Danke für diesen Artikel! Spricht mir total aus der Seele. Ich kann euch nicht sagen wie ich mich, vor allem während der Fashionweek-Zeit, darüber aufgeregt habe, dass wirklich jeder bekannter Instagrammer, Blogger, Youtuber – wer auch immer – wirklich die gleichen Motive genutzt hat. Ich hab’s kapiert, ihr habt alle krasse Haare, krasse Handtaschen, und immer eine stylische (mega hübsche) beste Freundin, ihr seid mit allen Designer per Du und liebt Avocado Toast… Aber sorry, das ist für mich keine Inspirationsquelle, ich möchte echte Menschen sehen, die Mode, Design lieben und besonders wichtig , die die Dinge kritisch beurteilen… Denn was mich eigentlich am meisten aufgeregt hat war, dass diese vermeintlichen Fashion-Experten zu jeder Kollektion meinten: “Wow so amazing!” Natürlich sagt man das, um auch bei der nächsten Fashionweek wieder vorne dabei zu sein… Aber möchte ich das als Follower? Sehr viele Blogger haben für mich vor allem wegen ihrer Instagram Accounts leider ihre credibility verloren…
    Dass ich auch noch im Online-Marketing tätig bin, macht die ganze Sache auch für mich nicht ganz einfach ;-)

  12. Hallo ihr beiden,
    Dieser Beitrag ist echt beeindruckend. Ich beschäftige mich auch seit einiger Zeit, sowohl im Rahmen einer Hausarbeit als auch privat als Bloggerin, mit dem Thema und finde eure Position echt klasse. Wir filtern ständig, was wir von uns Preis geben, was anfangs auch gut war, weil wir es mit viel mehr Menschen teilen als nur unseren engsten Freunden, aber ich verstehe absolut nicht, warum man immer nur die tollen Seiten des Lebens zeigen sollte. Kein Mensch hat immer perfekte Haut, perfekte Nägel oder gar ein perfektes Leben. Aus Instagram und co wird einem das allerdings vorgemacht. So hat man dann auch als Bloggerin, die regelmäßig Content hochladen sollte, einfach unerreichbare Maßstäbe zu erfüllen. Das kann auf Dauer sehr anstrengend sein und in einigen Fällen dann so weit führen, dass der Blog keinen Spaß macht. Ich versuche ehrliche und kritische Themen in meinem Blog einzubauen, aber das wird von vielen leider nicht geschätzt und ich habe schon Kommentare bekommen, dass man sich doch über bestimmte Themen nicht so aufregen sollte und lieber an die schönen Seiten denken soll. Als selbstständige Frau geht das aber nicht!

    Ich finde es echt super, dass ihr das Thema ansprecht und habe richtig großen Respekt für euch.

    Liebe Grüße,

    Lisa
    casuallycurvy.wordpress.com

  13. Johanna

    Liebe Lisa und liebe Tanja,
    so ein großartiger Artikel! Ich bin immer wieder beeindruckt von euren tiefgründigen Gedanken, die sich viele in der heutigen Gesellschaft nicht mehr machen und kann euch nur zustimmen. Ich habe über ähnliche Dinge nachgedacht … Seit einigen Jahren probiere ich genau das zu transportieren. Mein daily life via Instagram, authentisch, wie es mir gefällt aber trotzdem ästhetisch, weil auch genau das zu meiner Person gehört. Und ich muss feststellen, dass genau dieser Weg zunehmen Anklang findet, denn irgendwie wird Instagram ja auch langweilig, wenn jedes zweite Bild Macarons sind, da kann ich euch nur zustimmen. Ich finde die art und Weise auf die ihr Content schafft super und absolut bereichernd – weder so! Falls euch auch meine Art interessiert, könnt ihr ja mal auf ‘johissance’ Instagram vorbeischauen, meine Gedanken zum Account, kann ich euch bei Interesse auch gerne zukommen lassen.

    Ganz liebe Grüße,
    Johanna

  14. Petra

    Ich bin froh , dass es noch einige individuelle Blogs gibt, die nicht wie aus der ” Retorte” wirken. Genau das ist der Grund warum mich Insta langweilt. Kennste ein Profil , kennste alle. Da nehm ich lieber ein gutes Buch in die Hand als mir das gefühlt millionste Bild eines Starbucks Becher anzuschauen. Ich frag mich nur wo das enden wird?

  15. Ich kann das absolut nur unterstreichen. Musste mir letztens sagen lassen von einer ach so grossen Modekaufhaus Kette, das ich für den Jib nicht Mainstream genug bin.
    Na und – ich bin anders. ich muss nicht mit dem Strom schwimmen und diese Macarons posten und alles in hellen Farben haben auf meinem Insta Feed. Das bin einfach NICHT ICH.
    Und das ist doch gar nicht die Intention die hinter dem Bloggen steckt. Bloggen bedeutet seine Meinung FREI zu äußern, seine Gedanken der Welt FREI mitteilen zu dürfen – einfach man selbst zu sein und es zu zeigen.
    Ich bin froh das Ihr so geblieben seid wie am Anfang und das Bloggen stückweit mit Eurer eigenen Meinung weiterhin positiv beeinflusst.
    Liebste Grüße
    Caroline | http://www.modesalat.com

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