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Personal Issue: Gefangen in einer ungesunden Beziehung

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Manchmal, genau dann, wenn man in einer guten und, für einen persönlich, gesunden Beziehung ist, versteht man erst wirklich, was einem in der Vergangenheit gefehlt hat und wundert sich, an welchen schlechten Beziehungen man teilweise so stark festgehalten hat. Meine zweite Beziehung Anfang 20 war so eine, die mich in einen Sog und aus meinem Leben gezogen, mich unglücklich gemacht hat und nach welcher ich erst einmal eine Weile gebraucht habe mich selbst wiederzufinden. Klar ist trotzdem, dass diese Erfahrungen mich jetzt sehr viel bewusster und dankbarer sein lassen und mich zu der Person, zu der Frau gemacht haben, die ich heute bin.  Insofern: “It’s all part of the process”. Aus Gesprächen mit Freundinnen oder Frauen in meinem Umkreis, höre ich immer wieder, dass es anderen ähnlich wie mir geht oder ging und möchte deshalb heute ein paar Gedanken zu dem Thema und meinen Erfahrungen mit euch teilen. Rückblickend glaube ich verstanden zu haben, was mich in dieser Art von Beziehungen gehalten hat und wieso ich es mir erlaubt habe darin unglücklich zu verharren.

Mit 21 hatte ich einen sehr eifersüchtigen Freund, der hochintelligent und zu narzisstischem Verhalten neigend, versucht hat mich als Projektionsfläche für seine eigenen Probleme zu nutzen. Leider ging es ihm in unserer Beziehung wohl weniger um wirklich mich als Person, sondern eher um eine Art von Vorstellung, wie eine oder seine Freundin sein sollte und sich zu verhalten hatte. Damals war es mir gar nicht so bewusst, wie wenig er sich für mein Leben, meine Freunde, meine Gedanken und Geschichten interessierte. Er und seine Emotionen waren Dreh- und Angelpunkt unserer Beziehung und bestimmten damit auch meinen Alltag. Das emotionale Auf und Ab und seine Eifersucht, seine Versuche mich zu kontrollieren, gaben mir die Illusion von intensiver Liebe, von Leidenschaft, von Magie. Kontrollanrufe, Lügen, Tränen, Stalking und Manipulation waren Warnsignale, die ich nicht wirklich sehen wollte. Ich erinnere mich, wie viel Zeit und Kraft ich verwendet habe, um ihn glücklich zu machen, um dem Bild einer guten Freundin zu entsprechen, anstatt einfach nur ich zu sein, oder eine gute Version meinerselbst. Ich spürte, wie er mir meine positive Energie zog und ich nichts oder wenn dann nur in sparsamen Dosen zurückbekam, um mich an der Leine zu halten. Damals war ich so gefangen in der Blase mit diesem Mann, oder Jungen, dass ich das Urteil von niemand anderen an mich ranließ. Ob Familie oder Freunde, ich ließ nicht zu, dass Außenstehende versuchten mir klarzumachen, dass unser Umgang miteinander nicht gesund war und dass er versuchte mich zu jemand anderem zu machen. Zu einer braven Freundin, die nicht ausgeht, die sich nicht zu stark schminkt, die keine Bilder auf Instagram postet oder männliche Freunde hat. Er schaffte es, mich klein zu halten, mir meine Schwachpunkte so vorzulegen, dass ich ihm teilweise die Kontrolle überließ. “Ihr versteht das nicht, was zwischen uns ist.” sagte ich immer wieder, und dabei fühlte ich mich immer weniger wie ich selbst und hörte auf Details oder Vorkommnisse aus unserer Beziehung mit anderen Menschen zu teilen. Weil ich genau wusste, wie sie reagieren würden, weil ich genau wusste, sie mochten ihn nicht. Aber man kann nicht ewig in dieser Liebes-Bubble, isoliert vom Leben, in seiner ganz eigenen Realität leben. Ich konnte es jedenfalls nicht. Obwohl ich damals Ängste hatte, nie wieder einen so emotionalen und intelligenten Mann kennenzulernen (hey ich war 21) wusste ich, dass ich ausbrechen musste. Ausbrechen, um wieder zu mir zu finden, um mich wieder stark zu fühlen und herauszufinden, was meine Meinung zu Dingen war, nicht seine –  was waren meine Ziele, mein Wertesystem?! Wenn man jemandem sehr vertraut und wenn man jemanden liebt, passiert es, dass man sich in seinen Gegenüber verliert. Mir geht das so, als Frau, als empathischer und harmoniesüchtiger Mensch. Man will dem anderen gefallen, man will Bestätigung, man will sein Bestes geben. Doch wenn der andere das ausnutzt und man selbst nicht stark genug ist und das zulässt, dann läuft etwas schief. Es kann nicht sein, dass einer das Leben des anderen übernimmt und sich selbst in einer Beziehung für den anderen aufgibt, es kann nicht sein, dass ein anderer das von mir verlangt.

Was mir bis heute nicht wirklich klar ist: Wieso verliebt sich ein Mann in meine Stärke, in meine Unabhängigkeit, in meine Ausstrahlung oder Sexappeal, um es dann zu ändern, um es mir zu nehmen und um mich klein zu machen? Wenn jemand von euch darauf eine Antwort hat, bitte her damit. Vielleicht einfach, weil er nicht bei sich ist, vielleicht einfach weil dieser Mensch selbst noch nicht weiß wer er ist und was er will. Wir beide waren jung und haben daraus gelernt.

Wieso habe ich es aber zugelassen, immerhin 10 Monate in einer 90% unglücklichen Beziehung zu verharren? Die Antwort lautet, ich dachte er würde sich ändern. Ich dachte, er hätte eine schwierige Phase, eine Krise und ich könnte ihm mit meiner Positivität und Liebe die Sicherheit geben zu sich zu finden. Stattdessen brauchte es mich selbst auf. Ich glaube immer noch daran, dass es richtig ist, zu geben, wenn man liebt, aber man sollte ein Auge darauf haben, ob die andere Person es wertschätzt und ob man selbst genügend Energie zurückerhält, zumindest langfristig. Die zweite ehrliche Antwort lautet, dass ich eine Zeit lang dachte, ich hätte es nicht besser verdient. Fehlendes Selbstbewusstsein und die rosarote Brille hatten dafür gesorgt, dass ich meine Grenzen nicht aufzeigen konnte und Einschränkungen und respektloses Verhalten zugelassen habe. Das wäre meine Verantwortung  gewesen ‘Nein’ zu sagen. Er wusste einfach mit welchen Dingen er mich triggern, zurückholen und kontrollieren konnte und diese Art von Machtverhältnis gab mir die Illusion von Geborgenheit.

Was ich deshalb an meiner jetzigen Beziehung schätze ist eine ehrliche Kommunikation über Ängste, Unsicherheiten, über Wünsche und Grenzen. Wie weit kann ich Kompromisse eingehen? Welches sind die Dinge, über die ich mich als Person definiere und die ich brauche, um ich selbst zu sein, um glücklich zu sein, um mich weiterzuentwickeln.  Ich will meinen Partner respektieren und wollen wie er ist. Nicht nur nehmen: Wollen. Und was ich auf keinen Fall mehr so brauche ist Drama und Tränen. Liebe und Leidenschaft findet andere Ausdrucksweisen als aggressive Streits und Eifersucht. Ich möchte nicht, dass mein Partner sich anders verhält, weil ich eifersüchtig bin. Ich möchte, dass er es mir möglich macht, dass ich ihm so vertraue, dass er 100% er selbst sein kann. Die richtige Balance muss jedes Paar für sich selbst finden, aber dafür ist es wichtig, ganz ohne falschen Stolz darüber zu reden. Und Ehrlichkeit ist sehr viel leichter, wenn auf der anderen Seite spürbares, echtes Interesse steht. Der andere will mich kennenlernen, von Grund auf verstehen wie ich ticke, deshalb mache ich es ihm möglich mich glücklich zu machen, indem ich ihm sage, wie es mir wann, wie und wieso geht.

Bestimmt haben einige von euch Erfahrungen mit solchen ungesunden Beziehungen gemacht oder stecken mittendrin. Ich würde mich freuen, wenn ihr hier in den Kommentaren oder anonym über Directmessages eure Geschichte, Fragen und eventuell auch Tipps mit mir teilt.

Comments 24

  1. Anna

    Liebe Lisa, Danke für’s Teilen dieser sehr persönlichen und extremen Erfahrung die du gemacht hast! Mir hat dieser Text gerade sehr geholfen. Ich stecke aktuell in einer sehr ungesunden, extremen Beziehung, aus der ich momentan nicht wirklich rausfinden kann, da “er” vorletztes Jahr seine Mutter an den Krebs verloren hat und ich nun schon seit über 8 Jahren seine engste Bezugsperson und quasi Familie bin, da er sonst keine Familie hat. Ich fühle mich irgendwo für ihn verantwortlich. Das Schwierige ist, dass er auch extrem liebevoll und wertschätzend sein kann, seine Launen aber komplett umschlagen können und er dann ins andere Extrem neigt (und mir das Gefühl gibt, etwas falsch gemacht zu haben). Oft habe ich das Gefühl, dass er nur meine Nähe sucht, damit er nicht allein ist. Als Mensch fasziniert er mich und ich glaube er wird immer irgendwie in meinem Herzen sein, aber ich merke einfach, dass er mir nicht gut tut. Trotzdem schaffe ich es nicht, mich von ihm loszulösen und einen Cut zu machen. Mich würde interessieren, wie du dich überwinden konntest, deine damalige Beziehung zu beenden. Oder war es dir am Ende so klar, dass dir dieser letzte Schritt nicht mehr allzu schwer gefallen ist und du dich auch emotional von ihm distanzieren konntest? Danke auf jeden Fall für deine Geschichte, die Mut macht!

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    • Lisa Banholzer

      Hallo liebe Anna, wow das macht es natürlich noch einmal schwieriger und emotionaler. Aber, es bringt nichts allein aus Mitleid oder Verantwortungsbewusstsein in einer Partnerschaft zu bleiben, die dich nicht glücklich macht. Es ist so krass, genauso war es mit seinen Stimmungsschwankungen auch! Manchmal hatte ich das Gefühl, egal was ich mache, ich mache etwas falsch und er war so down, dass er nur in einem dunklen Raum vor dem Computer sitzen konnte und es war falsch, dass ich da war und noch schlimmer wenn ich ging. Es ist ok, dass du diesen Menschen für immer in deinem Herzen haben wirst, aber manchmal reicht Liebe alleine nicht aus. Ich stecke nicht in deiner Beziehung und kann nichts von außen urteilen, aber du musst in dich selbst hineinhorchen, ob du mit ihm du selbst sein kannst, ob er dich auch unterstützt, in deinen Zielen und Träumen, oder ob es eben nur um ihn geht. Bei mir damals musste es erst richtig krachen, ich habe angefangen öfter nein zu sagen, wieder mein eigenes Ding zu machen und dann ist er ausgerastet, hat gelogen, mich betrogen, weil er mich nicht nehmen konnte, wie ich war. Da habe ich gemerkt, dass ich etwas anderes in meinem Leben will, und mit dieser Emotion keinen Kompromiss machen will. Dir alles Liebe und ganz viel Mut für die richtige Entscheidung. Du musst nichts erzwingen. Ich glaube irgendwann wachst du auf und du wirst wissen, was richtig für dich ist und es einfach tun. xx Lisa

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  2. Endlich bringt es mal jemand auf den Punkt! Vielen Dank liebe Lisa!

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  3. Jill

    Sehr wichtiges Thema mit wahren Worten, die all diejenigen aufwecken sollten, die sich gerade noch so weit zu verbiegen versuchen, dass sie dabei sind, sich selbst das Rückgrat zu brechen.

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    • Lisa Banholzer

      Danke Jil für deinen Kommentar. Aufwecken oder zumindest eine andere Perspektive gewinnen…xx Lisa

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  4. Laura

    Ich habe den Artikel nun schon mehrmals gelesen und bin immernoch irgendwie fasziniert davon. Vielleicht trifft er mich gerade deshalb so mitten ins Herz, weil ich nun seit 4 Jahren in einer Beziehung bin, welche die schönsten Höhen und gleichzeitig die krassesten Tiefen hat. Vor 2 Jahren haben wir uns getrennt, es nach 2 Monaten jedoch noch einmal gewagt uns eine weiter Chance zu geben. Ich bereue diesen Schritt keineswegs, jedoch bin ich gerade seit ein paar Wochen extrem stark am zweifeln, ob dies der richtige Partner für mich ist. Zu oft vergieße ich Tränen, fühle mich nicht verstanden. Denke ich muss immer noch mehr geben, mehr machen und besser sein um zu genügen. Ich bin eigentlich ein sehr positiver, lebensfroher Mensch aber immer öfter habe ich das Gefühl, dass mir die Beziehung in manchen Phasen mehr Energie raubt als sie mir gibt. Ich weiß, dass ich ihm viel Rückhalt gebe, dass er mich liebt – aber manchmal frage ich mich ob er wirklich mich liebt für das was und wie ich bin oder nur das, was ich ihm gebe und für ihn aufbringe.
    Irgendwie tut es gut das alles mal so “anonym” loszuwerden, andererseits führt mir das auch noch einmal ganz klar vor Augen wie sehr mich die Situation doch belastet. Wenn ich diese Zeilen jetzt so lese frage ich mich, wieso ich so gefangen bin in dieser Beziehung, aber es ist für mich eine unglaublich schwere Vorstellung ohne ihn sein zu müssen.

    Ich werde versuchen, wie du, endlich wieder mehr auf mich hören, mein Ding durchziehen und nicht immer aus Harmoniebedürftigkeit “einzuknicken”. Ich finde nicht nur dieser Post, sondern deine ganze Persönlichkeit ist unglaublich inspirierend! Danke Lisa für diese ehrliche und auch kraftgebende Geschichte!

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  5. Helen

    Wie ist es eigentlich umgekehrt, wenn man das Meiste sagt und tut wie man denkt und fühlt es sei das Beste und Richtige für einen und genau das zu Streit und Ärger führt (sowohl bei einem selbst aufgrund der Reaktion des Anderen als auch beim Anderen aufgrund der unterschiedlichen Position)? Mit beidem ist man doch irgendwie unzufrieden und unglücklich auf Dauer- und nach einer “ungesunden Beziehung” klingt das doch auch irgendwie oder? Passt man dann nur einfach nicht zusammen oder muss man dann lernen kompromissbreiter oder verständnisvoller zu sein? Mein Gedanke dazu war, dass ich es unglaublich wichtig finde ich selbst zu sein und meine Position auch zu vertreten und trotzdem gibt es Dinge die quasi aufgrund von Ehrlichkeit und Offenheit bezüglich der eigenen Freiheit möglicherweise verletzend für den Gegenüber sind. Geht es da nur um Macht oder ist es vielleicht auch manchmal ein Thema dessen, dass wir eben jeder unterschiedlich sind und uns unterschiedliche Dinge wichtig sind? (Ich zum Beispiel auf einen gemeinsamen Familienurlaub mit seiner Familie verzichten könnte. Er jedoch meine Distanzhaltung dazu gar nicht verstehen kann und davon verletzt ist?)

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  6. Ein Thema was mich früher auch sehr beschäftigt hat und was ich in ein Lied gepackt habe: das sich zu sehr Anpassen und letztendlich Aufgeben.
    https://www.youtube.com/watch?v=yxec-wQuoOU
    Du drehst jedes Wort dreimal um
    Um es mir von unten zu zeigen
    Du brennst alle Brücken nieder
    Ich kann ja nur bei Dir bleiben

    Bridge
    Du sagst was ich höre sei keine Musik
    Du sagst das wären nur Geigen
    Und was Du sagst ist so wunderschön
    Was soll da von mir übrigbleiben?

    Ref
    Mach Dein Feuer und wirf alles rein
    Meine Gedanken, ja das bisschen Moral
    Deine Flammen die lecken das klein
    Wann wurde was ich bin egal?

    Str
    Und ist das Speck in meinem Rührei?
    Vielleicht ess ich doch wieder Fleisch
    Und Schminke gefällt Dir eigentlich nicht
    Du bist gleicher und ich bin gleich

    Bridge
    Wie meine Haut langsam im Winter
    Verblasst und die Sonne vergisst
    Weiss ich schon lange nicht mehr
    Wer ich bin, nur noch wer Du bist

    Ref
    Mach Dein Feuer und wirf alles rein
    Meine Gedanken, ja das bisschen Moral
    Deine Flammen die lecken das alles klein
    Wann wurde was ich bin egal?

    C-Teil
    Ich löse mich langsam nach und nach auf
    Nur ein Ton bleibt noch in der Luft
    Und irgendwo an deinem Hals
    Hängt noch mein klitzekleiner Duft

    Bridge
    Und was Du sagst ist so wunderschön
    Oder sind das auch nur Geigen?
    Und was Du sagst ist so wunderschön
    Was soll da von mir übrigbleiben?

    Ref
    Mach Dein Feuer und wirf alles rein
    Meine Gedanken, ja das bisschen Moral
    Deine Flammen die lecken das klein
    Wann wurde was ich bin egal?

    Reply
  7. Kimberly

    Liebe Lisa,

    ich verfolge dich und dein Leben nun schon eine ganze Weile auf Instagram.
    Du bist ein so positiver und sympathischer Mensch, wo ich mir sofort vorstellen könnte, dass eine Freundschaft daraus entstehen könnte. Du sprichst Themen an, worüber viele nicht reden möchten und die tief unter die Haut gehen. Wenn man deine Stories und Texte liest, dann fühlt man sich sofort verbunden und so als ob du einem gegenüber sitzt.
    Du bist ganz anders als die gesamten anderen Blogger. Du bist ein Mensch, der sich selber treu bleibt und nicht ständig Werbung und Gewinnspiele auf Instagram macht aufgrund deinen Kooperationen!
    Du bist ein Mensch, der ganz normal mit seinen Followern redet und sie durch dein Menschsein fazninierst.

    Bleib bitte so wie du bist!!!
    Und vielleicht treffen wir uns irgendwann mal in Berlin über den Weg!

    PS: Der Text ist wirklich unglaublich persönlich geschrieben, ich kann mir vorstellen wie du dich gefühlt hast. Ich hatte damals auch so eine Beziehung. Das war wirklich schrecklich. Zum Glück habe ich einen Menschen kennengelernt, der mich wertschätzt und mich wirklich so akzeptiert wie ich wirklich bin.

    Viel Glück in deiner Beziehung und vor allem Spaß zusammen in Berlin :)

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  8. Jasmin

    Schöner Artikel! Was mich interessiert ist, ob du irgendwelche Tipps hast, wie man Freundinnen helfen kann, von denen man merkt dass diese in ungesunden Beziehungen stecken.
    Zwar versucht ihr Freund nicht, sie zu kontrollieren und von ihren Freunden abzuschotten, aber er schreibt und trifft sich regelmäßig mit Frauen hinter ihrem Rücken, lügt sie an und hat sie auch schon betrogen. Jedes Mal wenn etwas neues passiert versuchen wir ihr zu vermitteln, dass das nicht normal ist, dass sie ohne besser dran ist und sie gibt uns auch immer halbwegs Recht, entscheidet sich dann doch aber ihm zu vergeben.

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  9. Denise

    Oh mein gott, das klingt wie meine Beziehung als junges Mädchen. Kontrollanrufe, Einschränkungen, emotionale Manipulation, Spielchen und Kontrolle. Er hat es immer geschafft, seine eigenen Fehltritte und sein Fehlverhalten so hinzudrehen, dass ich glaubte, es wären meine. Und bei uns war, ganz ehrlich, nicht er der Hochintelligente.
    Ich habe dadurch gut 2 Jahre verloren, sage ich immer. Die Folge: ich hatte fast 10 Jahre keinen Bock auf feste Beziehungen und bin heute noch sehr sehr unabhängig und extrem freiheitssuchend. Aber mittlerweile mit einem Partner, der das akzeptiert, keine Spielchen spielt und mir höchstens den Denkanstoß gibt, was ich an mir ändern könnte, aber mich nicht verbiegt.
    .
    Ich finde es wichtig, diese Erfahrung zu teilen, um vielleicht anderen jungen unerfahrenen Mädchen die Augen zu öffnen.
    What doesn’t kill us….

    Denise

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  10. Ein herzliches Danke für die sehr persönlichen Einblicke in dein Leben. Aus deiner Erfahrung kann jeder von uns lernen. Nochmal danke, danke, danke.

    Franzi :)

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  11. Isa

    Liebe Lisa. Es fühlt sich so gut an, wie du mich als Leser an die Hand nimmst, reflektierst, neue Aspekte aufzeigst und Sachen hinterfragst und gleichzeitig so viel Positivität in die Welt setzt. Komischerweise sind deine Themen irgendwie auch immer gerade meine eigenen und ich finde deine Tiefe und Ehrlichkeit bewundernswert.
    Ich habe immer noch einen Satz aus dem Podcast im Hinterkopf. Du hast ihn vielleicht gar nicht so ernst gemeint, aber irgendwie möchte ich meine Gedanken doch mit dir teilen. Du erwähntest, dass es dich erfüllt ehrliche Themen anzusprechen und andere Motive auf Instagram zu posten, einfach mehr ‘Ihr’ sein, einfach ein bisschen mehr echt sein in dieser Instagram Zauberwelt. Und trotzdem konvertiert es nicht in steigende Followerzahlen. Ich glaube, dass viele Menschen einfach nicht in die Tiefe gehen wollen. Entweder weil sie von der schnelllebigen Welt überfordert sind und schlichtweg keine Kapazität haben noch mehr zu verarbeiten – oder weil es schlichtweg schmerzhaft und auch anstrengend sein kann in sich reinzuschauen und eben einfach tiefer zu gehen. Verletzlichkeit und sich zu öffnen verlangt Stärke. Natürlich ist es einfacher sich tagtäglich mit oberflächlichem Content volllaufen zu lassen. Deshalb danke ich dir umso mehr für deine Arbeit – ich glaube du erreichst genau die richtigen. (BTW: Falls du sie noch nicht kennst – ich glaube Brene Brown würde dir gefallen).

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    • Lisa Banholzer

      Isa, es ist so krass, ich bekomme von so vielen auch beim Podcast das Feedback, dass sie gerade ähnliche Themen haben, obwohl unsere Leben teilweise so unterschiedlich sind. Danke für dein Feedback, das tut gut, vor allem weil ich manchmal Angst habe, ich könnte belehrend rüberkommen oder so…aber genau ich will meine Geschichte teilen, in der Hoffnung, dass sie einen Mehrwert auch für euch hat. Danke für den Tip mit Bene Brown, das schaue ich mir gleich an. Und ja, vielleicht wollen manche Leute nicht in die Tiefe gehen, aber ich brauche das so und anders kann ich diesen Job auch nicht machen. Umso schöner, dass es was für dich ist! :) xx Lisa

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  12. Und es ist so schwer, aus solch einer ungesunden Beziehung wieder heraus zu finden. Nicht weil man schwach ist, sondern weil die Liebe noch zu stark kämpft und das Herz das Hoffen nicht aufgibt. Für eine lange Zeit möchte man auch nicht wahr haben, dass der Partner tatsächlich auch dieses andere Gesicht besitzt und nicht nur die Person ist, die wir in ihm sehen. Du hast wunderbare Worte gefunden Lisa. Ohne dich selbst zum Opfer der Beziehung zu machen. Denn es stimmt “it’s part of the process.” Ich glaube, dass wir unsere Partner unbewusst nach bestimmten Charaktereigenschaften wählen und daran versuchen, auch etwas mit uns selbst auszumachen. Erkennt man dieses Muster, kann es tatsächlich eine Chance sein, stärker aus einer solchen Erfahrung raus zu gehen. Bleibt stark und hört auf eure innere Stimme!

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    • Lisa Banholzer

      Carolin, danke für deinen schönen Kommentar. Uh das ist auf jeden Fall eine spannende Theorie, dass man sich Menschen als Partner sucht, in denen man vielleicht seine eigenen Schwächen auch erkennt und dann mit ihnen dealen muss. Wenn, dann hat es mir in jedem Fall zu einer Erkenntnis verholfen. xx Lisa

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  13. Maria

    Liebe Lisa,
    ich finde deine Art zu Schreiben sehr beeindruckend und deine Worte regen mich generell sehr zum nachdenken an. Danke dafür! Dieser Artikel hat mich besonders berührt. Ich selbst habe jahrlang in einer Beziehung festgesteckt, welche mir absolut nicht gut getan hat und mein eigenes ICH hinten an gestellt hat. Ich habe dieses Jahr die Trennung geschafft und frage mich nun sehr oft wieso manche Menschen (auch ich) die Bedürfnisse einer anderen Person über die eigenen stellen. Ich glaube “Selbstliebe” ist etwas das wir uns immer wieder bewusst machen müssen. Sich selber nicht vergessen. Grenzen aufzeigen. Die Seele schützen. Ich arbeite in dieser Hinsicht an mir und hoffe das ich diese Grundsätze in Zukunft beherzige, Den Satz “It’s all part of the process” finde ich sehr passend. Ich denke besonders die schlechten Erfahrungen lassen uns wachsen und weiterentwickeln.
    Für dich freut es mich sehr das du dich so entwickelt hast und nun einen Partner gefunden hast der dich nimmt und liebt so wie DU bist. Alles Liebe für euch. Bleib dir treu.
    Maria

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    • Lisa Banholzer

      Hallo liebe Maria, ich freue mich, dass dir meine Art zu schreiben so gefällt und noch mehr darüber, dass wir uns einig sind, dass wir uns in Selbstliebe immer wieder üben müssen. Ich glaube das ist heute bei all den möglichen Vergleichen und äußeren Einflüssen noch schwerer und man ist manchmal zu hart und perfektionistisch mit sich selbst. Viel Glück auf deinem Weg und ich freue mich, dass du es gut aus deiner ungesunden Beziehung heraus geschafft hast. xx Lisa

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  14. Kathy

    Das gefährliche an solchen Beziehungen ist, dass man es erst merkt wenn schon viel zu tief drin steckt.
    Bei mir war es sogar noch extremer. Auf Eifersucht, Kontrolle und Streit wollte ich das Weite suchen und bekam als Antwort einen Selbstmordversuch. Alles nur damit ich bleib- und weil ich das damals tat, sah er darin den Freifahrtschein alles sagen und tun zu können. Nichts konnte ich richtig machen . Über meinen Körper zu entscheiden war nun wohl seine Aufgabe… Bei Weigerungen kam direkt “ich würde ihn ja eh nicht lieben und ich hätte eh ständig einen anderen …. Das zu hören tut tatsächlich weh.

    In einer solchen Beziehung gefangen zu sein ist schrecklich . Ich hatte damals das Gefühl,dass jeder in mir die Böse sieht, da er nach außen hin den armen Drops gegeben hat.
    Ich kann nur jedem raten sich selbst genug wert zu sein für sich selbst einzustehen. Liebt euch selbst . Das ist der beste Tipp😊

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    • Lisa Banholzer

      Hallo liebe Kathy, danke dass du deine Geschichte und deinen Rat hier mit uns teilst. Ich bin ganz froh, dass ich damals den Absprung schon früher geschafft habe, allerdings habe ich Tendenzen in diese Richtung damals auch schon gespürt und das hat mir wirklich Angst gemacht. Der Versuch durch solche Drohungen jemanden zu kontrollieren ist furchtbar. Ich hoffe du findest zurück zu einer gesunden Selbstliebe und kannst deinem neuen Partner wieder vertrauen. Liebe Grüße, Lisa

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  15. Anna

    Liebe Lisa, vielen Dank für diesen ehrlichen Artikel und dafür dass du uns Lesern einen Einblick in so einen privaten Teil deines Lebens gewährst. Ich habe den Artikel schon vor einigen Tagen gelesen, eigentlich direkt als er erschienen ist und jedes Wort förmlich aufgesaugt weil ich etwas ähnliches erlebt habe und auch noch immer mittendrin stecke. Ich konnte es bisher nie benennen, habe mich in dieser Beziehung immer irgendwie komisch gefühlt, schuldig, klein, fremdbestimmt und immer weniger wie ich selber. Und konnte doch nicht ausbrechen. Du erwähnst, fast nur nebenbei, auch im podcast mit Masha das Wort Narzissmus. Das hat mich aufhorchen lassen, ich habe angefangen zu recherchieren, Bücher zu lesen, Foren zu durchsuchen und letztendlich haben sich nach dem ersten Schock sämtliche Puzzleteile der letzten Jahre zusammen gesetzt. Jetzt habe ich plötzlich einen Begriff und eine Erklärung für alles was passiert ist, kann es besser verstehen und mir Hilfe suchen aus dieser Situation irgendwann herauszufinden. Auch wenn ich es schon viel zu lange mitgemacht habe und ich weiss dass es sehr schwer wird wäre ich wahrscheinlich ohne dich nie oder sehr viel später darauf gekommen dass er tatsächlich das Problem hat und ich nicht schuld bin. Dafür danke ich dir sehr! Liebe Grüße, Anna

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    • Lisa Banholzer

      Hallo liebe Anna, wow danke für deine Nachricht. Mir ging es damals auch so, dass ich Narzissmus gegoogelt habe und alles darüber VERSCHLUNGEN habe, weil ich mich und meine Situation so darin wiedergefunden habe. Wichtig ist wirklich zu verstehen, dass wenn er bereit dazu ist, man auch daran arbeiten kann. So oder so freue ich mich, dass du deine eigene Situation jetzt besser verstehst und auch die Probleme analytisch angehen kannst ohne dir selbst die Schuld zu geben. Danke für dein Feedback, das macht mir sehr viel Mut weiter meine Geschichten mit euch zu teilen. XX Lisa

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