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Personal Issue: 2017/2018 – Fragen und Vorsätze die am Ende bleiben

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Anfang Dezember kam dieses Gefühl in mir auf: Eine Art von Schwere, von Müdigkeit. Und jetzt kurz vor Jahresende merke ich wie mein System täglich nur noch halb hochfährt, und Vollgas viel mehr Kraft kostet. Das morgendliche, neblige Grau das einem in die Knochen fährt, sobald man das Haus verlässt trübt meine Sicht. Instinktiv will ich direkt nach Terminen und Büro nach Hause. In das zu Hause, dass ich mir dieses Jahr richtig einrichten konnte, wo ich mich hier in Berlin einhöhlen kann.

Abende an denen ich ganz für mich bin, an denen ich schreibe, einen Rotwein trinke, endlich mal ganze Musik Alben durchhöre, Dokumentationen schaue und lese. Oder einfach nur in meiner Wohnung krame, Dinge und Erinnerungen wiederfinde, Gegenstände ohne Bedeutung aussortiere. Zeitungsartikel von vor 2 Jahren lese ich endlich, um dann das 4te Wort im 7ten Satz zu googeln. Ich lasse mich treiben, durch meine Wohnung und durch meine Gedanken.

Ist es das Jahr mit all seinen Auf- und Abs das ich spüre? Ist es die Kälte die mich asozial werden lässt? Oder liegt es etwa daran, dass ich meinen Freund nun ca. 8 Monate kenne und deshalb jetzt einfach weniger Lust habe auszugehen? Bestimmt hat es auch etwas damit zu tun, dass ich ihn vermisse und fast demonstrativ lieber alleine bin, wenn ich die Zeit nicht mit ihm verbringen kann. Was natürlich in einer Fernbeziehung grundsätzlich niemandem etwas hilft. Das Jahr 2017 und die Beziehung haben mich definitiv verändert und ruhiger und nachdenklicher werden lassen. Plötzlich habe ich eine Bezugsperson mit der ich fast täglich einen Austausch habe. Das macht etwas mit einem und lässt mich das selbst Gesagte ganz anders reflektieren. Ich habe mich diesem Mann gegenüber verletzlich gemacht, was für jede wertvolle Beziehung notwendig und gut ist. Und trotzdem sorgt es dafür, dass ich mit eigenen Ängsten, Zielen und Ansichten direkter konfrontiert bin und mich mit ihnen auseinandersetzen muss, auch um sie nicht direkt auf ihn zu übertragen.

Genau das versuche ich am Ende dieses Jahres und mit meinem Rückzug: Einmal nicht vor mir selbst wegrennen, zur nächsten Party. Das wäre einfach und das kann ich gut: einen Auftritt hinlegen, sprühen vor Selbstbewusstsein und Lebensfreude, Leute begeistern und unterhalten und am Schluss ausgebrannt wie eine Wunderkerze nach Hause gehen. Nein, die wenig mir übrig gebliebene Energie möchte ich nicht einfach verpulvern, sondern für mich nutzen und mir einmal noch wichtige Fragen stellen, bevor das Jahr zu Ende geht:

Wer möchte ich sein, für mich, für andere?

Was sind meine Stärken und woran will ich nächstes Jahr noch arbeiten?

Welche Bedeutung hat mein Job für mich und wie kann ich damit einen Mehrwert für andere schaffen?

Wie kann ich mit meinen Stärken und meinem Job die Gesellschaft um mich im Großen und Kleinen beeinflussen?

Wer sind die wichtigsten Menschen in meinem Leben und widme ich ihnen genügend Aufmerksamkeit und Zeit?

Für was bin ich im letzten Jahr besonders dankbar?

Tatsächlich hat es mir total gut getan, diese Fragen schriftlich für mich selbst zu beantworten und aufzuschreiben. Auch deshalb, um Ende 2018 drüber lesen zu können und es abzugleichen. Manchmal habe ich nämlich tatsächlich Angst selbst gelernte Dinge oder Prozesse, durch die ich gegangen bin, auch wieder zu vergessen. Für mich lassen sich aus diesen Fragen bzw. deren Antworten dann auch meine Vorsätze für das kommende Jahr ableiten. Diese werde ich mir groß an meinen Kühlschrank hängen oder in mein Portmonnaie stecken, um mich selbst auch immer wieder daran zu erinnern! Wiederholung ist der beste Lehrer.

Hier also meine Vorsätze für das kommende Jahr.

Ich würde mich total freuen, wenn ihr eure Vorsätze mit mir teilt und mich wissen lasst was euch bewegt.

  • Gesundheit

2017 ist das erste Jahr in dem auffallend viele in meinem Freundes-und Familienkreis gesundheitliche Probleme hatten, bzw. auch ich energietechnisch an meine Grenzen gekommen bin. Vielleicht liegt es an dem Lifestyle in meinem Job oder der Lebens- bzw. Feierkultur in Berlin, vielleicht am Alter: Mein schwaches Immunsystem sorgte für regelmäßige Blasenentzündungen und durch die folgenden Antibiotika Medikamentierung für Probleme mit meinem Magen. Genauso habe ich körperlich gemerkt, wie das “am Handy” und “am Laptop sein”, sowie allgemein Anspannung und Stress in meine Nackenmuskulatur fährt. Deshalb habe ich Ende 2017 schon angefangen, durch Bakterien bewusst meine Darmflora und damit mein Immunsystem aufzubauen, auf Zigaretten und immer öfter Alkohol zu verzichten und Yoga zu machen. Seitdem geht es mir besser und im nächsten Jahr möchte ich weiter bewusst auf meinen Körper hören und aufpassen. Dazu gehört für mich auch öfter wieder selbst zu kochen und somit eigenverantwortlich mit der Ernährung umzugehen. Als Single ist das nicht immer einfach, ich möchte aber besser kontrollieren können, was die Zutaten in meinem Essen sind und woher sie kommen.

  • Familie

In der Zeit, die ich mit meiner Familie, spüre ich immer wieder ganz anders und neu wer ich bin, woher ich herkomme und was mich geprägt hat. Mir tut das gut und es erdet mich, zumindest eine Zeit lang. Diese Menschen sind diejenigen, die mich am meisten und ziemlich bedingungslos lieben, wo ich ganz einfach, ohne eine Leistung zu erbringen, ich selbst sein kann. Für so eine Familie bin ich dankbar und mir ist bewusst, dass die Zeit mit meinen Eltern kostbar und limitiert ist. Solange mein Papa und meine Mama noch fit sind, möchte ich deshalb dieses Jahr mehr mit ihnen erleben. Ohne ihre Unterstützung und ihr Vertrauen wäre es mir niemals möglich gewesen mir das alles aufzubauen und so zu leben wie ich es heute tue. Diese Dankbarkeit müdet in einem Bedürfnis etwas zurückzugeben, im Kleinsten: Gemeinsame Zeit. Ich möchte 2018 meinen Vater zu einem gemeinsamen Trip nach Rom einladen und ganz individuell auch meinen Vater noch einmal besser kennenlernen, so ganz nur zu zweit. Wohin ich meine Mama entführe, weiß ich noch nicht so ganz genau, aber Tanja und ich planen auch unsere Eltern endlich mal einander vorzustellen: Eine große Blogger Bazaar Familien Zusammenführung sozusagen. Das wäre höchstwahrscheinlich für alle Beteiligten unterhaltsam und spannend! Und unsere Eltern haben endlich mal jemanden zum gemeinsamen Lästern.

  • Bewusster Konsum

Dieses Jahr habe ich regelmässig meinen Schrank aussortiert, Teile vergeben, verkauft oder weggeschmissen. Das hat sich für mich unheimlich befreiend angefühlt, wieder eine Übersicht über den eigenen Besitz, bzw. die Gaderobe zu gewinnen und nicht von Kleiderbergen erschlagen zu werden. Zuviel unkontrollierter Besitz macht mich wahnsinnig und belastet mich. Ist es auch nicht viel eher die Kunst mit den Teilen, die man bereits besitzt oder mit der Investition in wenige saisonale Lieblingsteile oder Accessoires, immer wieder neue Looks zu erfinden, als sich komplette Kollektionen einzukaufen oder 10 H&M Trendteile? Ich muss ehrlich zugeben, dass ich als Modeliebhaberin und da Mode Teil meines Jobs ist immer wieder sehr schnell fasziniert bin von Trends oder Pieces, die ich mit euch teilen will. Dennoch glaube ich, dass ich sie dazu nicht immer besitzen muss, sondern öfter auch Looks leihen kann oder mit Freistellern arbeiten kann. Für das kommende Jahr habe ich mir eine weitere Reduktion meines Kleiderschrank und einen bewussteren Konsum vorgenommen.

  • Absagen 

Wie oben beschrieben, bin ich schon richtig gut darin geworden NEIN zu sagen und mir mal für ein Wochenende nichts vorzunehmen oder unwichtigere Events abzusagen. Ich will 2018 damit weitermachen und die gewonnene Zeit nutzen, um mit den richtigen Leuten, diejenigen die zu mir halten, diejenigen mit denen ich inspirierende Gespräche habe, diejenigen die mich durch die letzten 4 Jahre getragen haben, etwas zurückzugeben. Für mich wird es immer wichtiger Menschen zu einer Priorität in meinem Leben zu machen. Ob das ein Trip zu meinem Freund nach NY ist, um ihn zu unterstützen, ein langes Wochenende mit meinem Vater, oder dass ich für eine Freundin etwas bei mir koche: Intensive, intime und dadurch wertvolle Momente mit sich selbst oder anderen kreieren anstatt massenmäßig 1000 Leute an einem Event zu sehen und am Schluss mit keinem eine echte Unterhaltung gehabt zu haben.

  • Lesen

Durch das Lesen von Büchern oder Zeitschriften schaffe ich es in andere Lebensrealitäten einzutauchen, neue Perspektiven auf unsere Zeit und unsere Welt zu gewinnen und wieder mal Neues zu lernen. In den ersten 3 Jahren unserer Selbstständigkeit, haben Tanja und ich gefühlt oft nichts von der Welt mitbekommen, da wir so fokussiert auf unser Business, unsere Welt, unsere Branche waren. Der Fokus lag darauf etwas aufzubauen und dabei haben wir teilweise auch unsere anderen Interessen vernachlässigt. 2018 möchte ich wieder mehr erfahren, mein Allgemeinwissen erweitern, mehr wieder außerhalb des Facebook Streams mitbekommen. Durch Lesen lerne ich auch wieder, mein Handy wegzulegen, mich ganz auf etwas einzulassen und zu konzentrieren und vor allem tut es mir gut weg von einem Screen, offline, Inhalte zu konsumieren und schöne Worte und Formulierungen für mich zu entdecken.

 

Ich hoffe meine Fragen und Vorsätze konnten euch inspirieren und ich freue mich auf eure Kommentare.

 

 

 

Comments 7

  1. Hallo liebe Lisa, ich finde Deine Vorsätze total gut und es macht mir es noch einfacher die noch mehr zu mögen. Ich mag die Art Deiner Selbstreflektion und die Dinge die Du Dir vornimmst gerade in Bezug auf Familie, Umgang mit Konsum und Medien finde ich bewundernswert, aka Vorbildfunktion für mich ;) Und Sachen aufzuschreiben um sie später zu lesen und sich zu erinnern, dass werde ich auf jeden Fall nachmachen. Ich wünsche Dir alles Liebe für’s neue Jahr❤️Du bist echt eine ganz Große für mich! Liebe Grüße, Koko

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  2. Danke für deine Offenheit! Ich finde die Art und Weise wie du mit den offenen Fragen umgehst sehr inspirierend 👍 Und deine Vorsätze die sich daraus ergeben sind nur logisch! Wünsche dir viel Erfolg beim Umsetzen deiner Ideen. Mal schauen wann ich das für mich mal durch denke, wobei aufschreiben eine gute Idee ist.
    Liebe Grüße Edith

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  3. Anna-Lena

    Ich gehe 40 Stunden in die Arbeit, Bilde mich via Abendschule weiter , was weitere 10 Stunden pro Woche in Anspruch nimmt . 50 Stunden-ohne zu diesem Zeitpunkt eine einzige Überstunde gemacht zu haben – ohne Lernen- ohne irgendwelche Erledigungen oder Termine gehab zu haben. Manchmal bin ich müde, manchmal frage ich mich für was ich das eigentlich mache?! Dieses Jahr, ging die “besinnliche” Adventszeit an mir vorbei und nutze jetzt die freien Tage um alle weg-/aufgeschobenen Aufgaben zu erledigen. Ob das Sinn der Sache ist?
    Seid einer gefühlten Ewigkeit folge ich euch Instagram. Oft habe ich mich dieses Jahr gefragt wie du das eigentlich alles schaffst. Ich meine, zwischen Flughafen, Meetings, Fotoshootings, umziehen und Abend/Event – nach 5 Stunden die erste Story auf Instagram. Der Schlaf kann nicht sehr lange gewesen sein. Da denke ich mir immer: was für eine Starke Frau – wie sie das nur macht? – unkaputtbar – unermüdbar.
    Auch andere Personen durfte ich im privaten Umfeld kennenlernen, die ich ebenso immer für stark hielt. Aber durch mehr Kontakt und tiefere Unterhaltungen bröckelte die Fassade. Auch andere haben das Gefühl früh schlafen gehen (zu müssen!) und die Energie aufgebraucht ist. jeder Tag ist nur ein weiteres aufraffen mit Ausblick zum nächsten Wochenende, das mit viel Glück, nicht mit To-Do’s vollgepackt ist.
    Ich frage mich, für wen wollen wir stark sein? Oder ist das am Ende nur aus Anerkennung Dritter?

    Ich arbeite daran, vieles lockerer zu sehen, Aufgaben abzugeben, nein zu sagen und das darüber denken, was andere über mich denken abzuschalten – als Schlussfolgerung erwarte ich eine vielleicht nicht zu hohe Erwartungshaltung anderer an mich. Hört sich doof an aber ich Weiß nicht wie ich das hier
    schreiben soll.

    Also…liebe Lisa, vielen Dank für deine Offenheit und den Einblick in dein Inneres. vielen Dank dafür, dass du, eben weil du in der Öffentlichkeit stehst zeigst, dass auch dir die Kräfte ausgehen.
    Vielen Dank fürs Schleier fallen lassen!

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  4. Andreas

    Liebe Lisa!
    DANKE für Deine sehr persönlichen Gedanken. DANKE, dass Du – zusammen mit Tanja – im Februar 2017 in “mein Leben getreten” bist. Im Februar 2017 hatte ich keine Lust mehr, für die Frühstückspause eine Zeitung zu kaufen. Wichtigmacher wie Erdogan oder Trump sollten NICHT mehr meinen Tag begleiten. Dann las ich am 20.02.17 ein Interview in der “GRAZIA” und eine sehr wesentliche Web-Adresse: http://www.blogger-bazaar.com/author/lisa-banholzer/ . Du hast über den Laureus-Sports-Award berichtet und es hat mich umgehauen.
    DANKE für Deine liebevolle und beeindruckende Berichterstattung in diesem Jahr.
    DANKE für die tollen und interessanten Projekte, die Ihr anschieben durftet.
    Es war für mich immer ein Fest, zu Euren Beiträgen tolle Fotostrecken zu sehen.
    Ich wünsche Dir für 2018 liebevollen Umgang mit Dir selbst. Du schaffst das, Du bekommst das hin.
    Liebe Grüße aus Berlin-Zehlendorf von Andreas.

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  5. Ach, ach!<3
    Darum mache ich einfach gar keine Vorsätze…;-)
    http://www.blogellive.com/2017/12/27/babus-bakery-coffeehouse/

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  6. Anne

    Tolle Vorsätze Lisa!
    Ich nehme mir vor, mich mehr auf mein Inneres und das zu konzentrieren, was mir persönlich wirklich wichtig ist.
    Ich möchte die Nebensächlichkeiten des Lebens nicht mehr so ernst nehmen.
    Auch wenn sich die Sätze irgendwie abgedroschen anhören, sind sie für mich sehr wichtig 😬

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  7. Finde es wirklich toll, dass du dir so viel Zeit für eine Rückschau nimmst und Lehren für die Zukunft daraus ableitest. :)
    Finde deine Vorsätze/deinen Fokus auf Familie, Gesundheit, Bewusster Konsum, Absagen und Lesen wirklich toll. Bei mir steht auch oben auf der Liste einfach mal einen Break zu machen und sich treiben zu lassen. Danke für den Beitrag.
    xx Franzi

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