Lifestyle, Lisas Look

NIE WIEDER BILLIGFLIEGER

London-Streetstyle-Fashion Week-Travel01Ich will keine Hater-Posts schreiben. Ich will positive, inspirierende Posts voller Energie mit euch teilen. Das funktioniert im Moment auch ganz gut, da ich mein Leben, das ich führen darf, und den Job, und unser Team liebe und krass feiere. Und trotzdem gibt es Momente der Schwäche, unglamouröse Momente, in denen selbst die BB-Powergirls mal out of power sind. Einen solchen mittelschweren Nervenzusammenbruch hatte ich gestern auf meiner Rückreise nach München. Beigetragen dazu hat meine Entscheidung der Fluglinie. Wieso ich ab jetzt lieber 100€ drauf zahle und mir dafür Nerven spare:

Ok vielleicht liegt es daran, dass ich die letzte Nacht in London nicht geschlafen habe. Vielleicht liegt es daran, dass ich seit 3 Wochen aus dem Koffer lebe und nichts mehr finde. Oder an dem Projekt nächste Woche wofür 50% noch nicht organisiert ist, was neben dem Jetlag safe zu meinen Schlafproblemen beiträgt. Oder es liegt vielleicht einfach an dem Service dieser furchtbaren Airline, dass ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch bin und beim Platznehmen im Flieger, nach dieser Tortur laut fluche, so dass der britische Gentleman neben mir mich schon ganz verwundert anstarrt.

Klar, es ist eine Billigfluglinie, klar, ich erwarte keinen frisch gebrühten Kaffee oder sonstige Extras. Ich erwarte nur, dass Prozesse geordnet und strukturiert ablaufen und, dass Servicekräfte ein Lächeln aufbringen und die Tukke von Steward mir beim Verstauen meines Koffers behilflich ist, ohne sich vorwurfsvoll über ihre zukünftigen Rückenprobleme auszulassen, für welche mein Handgepäck die Verantwortung trägt. Ja, das Wetter heute war scheiße und ok, die daraus resultierende Verspätung von 2,5 Stunden war wohl nicht von der Fluglinie verschuldet und wurde mit einem Essens-Voucher von 3 Pounds großzügig wieder gut gemacht. Aber ein solches Manko an essentieller Information, wie das Abflugsgate, bis 2 min vor Abflug bringt definitiv noch mehr Druck und Nervosität, als sie sowieso schon in meinem Kopf herrscht. Final beim Gate, in der Schlange zum Boarding: Die grandios sinnlose Vorschrift der Airline, seine Handtasche in den Handgepäckskoffer quetschen zu müssen. Auch wenn sich daduch natürlich das Gewicht nicht verringert, muss das sein. Großzügigerweise darf man aber Items wie das Laptop, Handy und Kamera in der Hand behalten. Besonders freut man sich dann über einen fehlenden Lift, absteigende Treppen und einen Lauf durch den Regen, ohne Shuttlebus oder Regenschutz zum Flugzeug, bedacht darauf, seine elektronischen Geräte, durch die Nässe nicht komplett zu zerstören. Weitere 30 min Verzögerung gibt es nach Boarding, da unser Gepäck noch nicht vollständig eingeladen ist. Ich bete, dass mein Koffer in München ankommt…die ganzen geliehenen Klamotten, ich hab nicht mal eine Ahnung, ob wir darauf versichert sind. Ich hoffe fest, dass mein guter Freund, der mich vom Flughafen abholen wollte meine Nachricht bekommen hat und mich Opfer in Empfang nimmt. Ich glaube er hat keine Ahnung, was mir die Erwartung von diesem vertrauten Gesicht und diese freundschaftliche Geste in diesem Moment bedeutet. Als das Flugzeug schüttelnd abhebt, rollt mir eine Träne die Wange herunter, ich kann nicht mehr. Ich will Zuhause sein, ich will in den Arm genommen werden. Schlafen.