Personal Issue

PERSONAL ISSUE: EINEN IN JEDER STADT

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Eindeutig verbucht unter den meistgestellten Fragen:

“Sag einmal, wieso habt ihr denn alle keinen Freund? Ihr seid ja alles sooo attraktive Mädels und lernt bestimmt jede Menge interessante und attraktive Typen kennen!”

Ja, bei unserem jetzigen Lebensstil lernen wir viele Menschen und ja auch viele Männer kennen. Wir alle drei sind Single und nicht auf den Mund gefallen. Da hat man mal ein In-and-Out Burgerdate in LA, einen charmanten Fotografen bei einem Event oder einen kommunikativen Sitznachbarn im Flugzeug. Oft werden Kontaktdaten ausgetauscht, sich ins soziale Netzwerk eingeheckt und sich versprochen, beim nächsten Stadtbesuch DEFINITIV was gemeinsam zu machen. Dann zieht der BB-Wanderzirkus weiter und man schreibt hin und her, schickt Bilder und Sprachnachrichten und ist eigentlich unfassbar weit weg von der Lebens-Realität des anderen. Chatten gibt einem trotzdem, auch auf Reisen das Gefühl, dass immer jemand da ist.  Dabei ist dieser jemand austauschbar, denn der Kanal des Chats lässt einen vergessen, wer eigentlich auf der anderen Seite des Bildschirm sitzt, wem man seine weitere Geschichte erzählt. Hinzukommt, dass man irgendwann auch kommunikationsmüde wird. Während unserer Reisen und in heißen Phasen bleibt oft private Kommunikation auf der Strecke und wir schaffen es nicht einmal unsere Familien auf dem Laufenden zu halten, da muss der Familien-Whatsapp Chat und ein paar Bilder ausreichen. Irgendwann nach dem tausendsten Small-Talk, nach einem Berg von Emails und Posts ist man abends nicht mehr kommunikationsfähig. Ist man nicht mehr fähig sich auszudrücken. In Momenten alleine im Bett oder beim Warten auf den Check-In am Flughafen, schnell im Taxi zwischen Terminen, wird dann versucht Familie, Freund und Flirt auf dem Laufenden zu halten. Das kommt gehetzt und unregelmässig, unloyal rüber, ist es teilweise auch.

Diese Kommunikationsproblematik und das hohe Reisepensum wirkt sich natürlich auch auf die Möglichkeiten des “Sich-Kennenlernens” aus. Andere Mädchen sind leichter zu handeln, greifbarer, leichter zu beeindrucken, antworten regelmässig, wirken verlässlicher. Und bis man wieder in der selben Stadt ist, ist die Magie des ersten Treffens bereits verflogen. So kommt es, dass man tausend nette, erste Begegnungen hat, ein paar sehnsüchtige Momente, aber doch niemanden wirklich kennenlernt. Es fühlt sich an wie eine Reihe von Urlaubs-Lieben. Die einem im Alltag nichts geben.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe dieses Leben wie es ist. Ich freue mich über die unfassbare Freiheit und über all die inspirierenden Begegnungen. Trotzdem wenn wir ehrlich sind, würde jede von uns für eine Beziehung auf Partys und Trips verzichten, sich endlich eine Base einrichten und das Gypsy-Leben reduzieren. Aber ist vielleicht genau dieser Rhythmus und diese längere Anwesenheit Voraussetzung um überhaupt ernsthaft jemanden kennenzulernen?

Die Hoffnung bleibt, dass jemand mal hängen bleibt, dran bleibt, dass man jemanden so sehr berührt, dass jemand es wagt für mehr Zeit und Aufmerksamkeit zu kämpfen.
…story to be continued kids! 😉

Comments 3

  1. Hallo Mädels,

    wirklich schöner Post! Ich reise zwar noch nicht wirklich viel rum aber habe auch einen sehr vollen Tag und am Abend nur etwas Zeit, wenn überhaupt… Aufgrund von Arbeitspensum auch nur wenig Möglichkeiten zu chatten, so dass ähnliches Problem entsteht 🙂 Finde sehr schön und wirklich auf dem Punkt getroffen Eure Gedanken und es ist beruhingend zu wissen, dass wir alle die gleiche Hoffnung haben! Wünsche Euch eine schöne Woche!

    • Lisa Banholzer

      Huhu! 🙂 freut mich wirklich sehr, dass du dich in meinen Gedanken wiedergefunden hast! Alles Liebe dir! :* Lisa

  2. Yep, same here. Ich bin zwar nicht ganz so viel unterwegs, aber seit knapp 1,5 Jahren selbstständig, tummle mich auf Events, Messen, Reisen und Veranstaltungen. Da bleibt keine Zeit, jemanden besser kennen zu lernen. Im Moment würde ich das aber auch für nichts in der Welt tauschen 😉
    Was ihr macht ist toll, genießt es! Die Zeit wird kommen, wenn es so weit (glaube ich zumindest).
    Bis dahin, have fun 🙂

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