Kosmos, Kulturfilter

3 ARTISTS TO WATCH – ART WEEK MIAMI

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Auf der Art Week in Miami zeigen von etablierten Künstlern aus renommierten Gallerien und Sammlungen bis zu Newcomern der Streetart-Szene, zum Beispiel auf der jüngeren Scope Messe, eine Bandbreite an unterschiedlichen Schaffenden ihre Werke. Bei der Menge der Ausstellenden braucht man sich garnicht vornehmen, sich alles anzusehen, alles zu verstehen, damit ist das Scheitern sonst schon vorprogrammiert. Kunst ist etwas persönliches und emotionales und wie ich finde, gibt es kaum objektive Betrachtungsweisen von Kunst. Leider schottet sich die Kunstszene oft ab und versucht sich in elitären Sphären zu verbarrikadieren. Dabei kann Kunst jedem etwas geben und es geht darum für sich einen Zugang zu Werken zu finden, ganz ohne fremde Bewertungssysteme, ohne Angst etwas falsch zu interpretieren. Und genau so sind wir auch vor Ort vorgegangen: Was sticht mir ins Auge? Was berührt mich? Was bleibt mir im Gedächtnis?

Wir wollen euch heute drei unserer Künstler-Entdeckungen aus Miami vorstellen:

Leon Polk Smith

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Linien mit ungeleiteter Führung werden bei Leon Polk zu kontrastierenden Farbflächen: Schwarz und Orange, Blau und Violett treffen in intuitiv-gestalteten Formen aufeinander und kreieren geometrisch-abstrakte Muster, die der Kunstrichtung des Hard Edge zugeschrieben werden können. Form, Farbe und Raum verschwimmen so zu einer Fläche und verbinden sich zu einem Kunstwerk. Beeinflusst von seinen indianischen Wurzeln und dem Zeitgeist der Weltwirtschaftskrise wird Leon Polk Smith in den 1930er und 40er Jahren zu einem der Vorreiter einer unfigürlichen und anti-darstellenden Kunstbewegung. Als Abgrenzung von gängigen Kompositionslehren befreit Smith die Bildsprache seines Vorbildes Mondrian von ihrer klaren Linie und Restriktion um sie einer freieren Arbeitsweise zugänglich zu machen und sie für Themen wie Politik und Identität zu öffnen.

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Raphael Brunk

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Wie Hollywood-Aufnahmen und Filmstils wirken die Fotografien von Raphael Brunk. Er setzt Architektur mit Grafik und Design in Verbindung. Der Student der Düsseldorfer Kunstakademie und Schüler der Klasse von Andreas Gursky schafft mit Software-Bearbeitung überreale, übersteigerte und übertriebene Realitäten. Er startet bei Landschafts- und Städtefotografie und verändert sie zu neuen Perspektiven. Ungewohnte Sichtweisen von bereits Existierendem. Der 29-Jährige schafft Videospiele, Gemälde und Fotostrecken. Durch seine Herangehensweise lässt er die Grenzen traditioneller Fotokunst hinter sich und konstruiert eigene Welten – konzipierte, zusammengestellte und zurechtgerückte Refugien.

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Amy Yao

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Wer nach klassischer Bildhauerei à la Michelangelo oder Rodin sucht ist bei Amy Yao grundlegend falsch: Die Werke der Yale-Absolventin vereinen bildende Kunst, Fotografie, Digitales, Textfragmente und dreidimensionale Objekte. Um auf die Themen Umwelt, Konsum und Verschmutzung hinzuweisen nutzt die Künstlerin unterschiedliche Texturen: Fake-Reis, Fake-Blumen, Fake-Perlen. In der Industrie werden natürliche Ressourcen zu Materialien und später zu Gebrauchsgegenständen – Yao macht sie zu Skulpturen und baut diese zu Welten zusammen, die sich auf die eigene Identität ausbreiten- und wirken sollen. Ihr Ziel ist es den Betrachter durch überkonnotierte Symbole, Unstimmigkeiten und Widersprüche auf den falschen Weg zu leiten und seine Komfortzonen zu hinterfragen.

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