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PERSONALISSUE – ÜBER DAS GEBEN, NEHMEN UND TEILEN

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Lange Zeit war ich in jemanden verliebt, der mich nie ganz glücklich machen konnte.

Ich hatte das Gefühl nicht die Geborgenheit, Nähe und Hingabe zu bekommen, die ich brauchte und die ich bereit war zu geben. Das führte in den On-Off-Jahren zu wiederholten enttäuschenden Situationen, in denen ich immer wieder das Gefühl hatte mehr zu investieren, mehr Einsatz zu bringen als er.

Dieses Gefühl machte mich aus meinem Stolz heraus wütend. Irgendwann wollte ich, dass er mir egal ist. Ich stellte mich praktisch schon auf die regelmäßigen Enttäuschungen ein und zwang mich diejenige zu sein, die mit allem cool ist: „klar, easy, kein Stress, dann halt morgen oder in zwei Wochen oder nie, ich bin auch beschäftigt.“ Ich war zu müde, um immer wieder zu erklären wann ich wie viel Liebe ich brauchte und um die Aufmerksamkeit zu kämpfen. Das war nicht ich. Aber das ich immer abgestumpfter wurde, gefiel mir auch nicht. Ich will für Dinge und Menschen brennen, ich will Einsatz zeigen, ich möchte, dass es beiden wichtig ist für einander da zu sein. Dann verstand ich, dass es nicht daran lag, dass er mir all das nicht geben wollte, nicht einmal daran, dass er mich nicht liebte oder mich nicht glücklich machen wollte, er konnte es einfach nicht. Es lag nicht in seiner Natur. Seitdem scheint es mir manchmal so, als gebe es zwei Arten von Menschen, die, die mehr geben und die, die weniger geben. Ich weiß ich pauschalisiere, aber es ist eine Art Theorie, anhand der wir gemeinsam die Realität prüfen können. Ich würde mich auch sehr über eure Geschichten und Kommentare freuen. Die, ich nenne sie mal „Sharer“, teilen und geben gerne. Sie sind Menschen die Risiken eingehen, weil sie vielleicht naiv und gutgläubig sind, in jedem Fall aber nicht so viel Angst vor dem Fall oder einer Enttäuschung haben. Zumindest glauben sie, dass sich der Einsatz und emotionale Investitionen lohnen. „Sharer“ gehen darin auf ihre Emotionen, Geschichten, Materielles, Kraft, Zeit, Interessen und Talente mit anderen Einzelpersonen oder einer Gemeinschaft zu teilen. Sie glauben an ein natürliches Gleichgewicht und daran, dass alles wieder zurückkommt. Karma sozusagen.

„Sharer“ gibt es nicht nur in der Liebe, sondern auch in allen anderen menschlichen Beziehungen, in Freundschaften und im Beruf. Ich hatte in meiner Jugend eine beste Freundin, mit der ich alles geteilt habe, meine Kleidung war ihre Kleidung, ihr Zuhause war mein Zuhause, meine Familie war ihre Familie und andersherum. Es wurde nichts gegeneinander aufgerechnet, das Gleichgewicht stimmte einfach. Ich habe es geliebt. Heute bin ich dankbar, dass ich auf meinem weiteren Weg viele weitere Freunde gefunden habe, die diese Kultur des Teilens genauso leben. Ich bin mit zwei Schwestern, ihren Freunden und tausend Cousinen und Tanten aufgewachsen, in einem Haus, in dem die Tür immer offen stand und der Tisch immer schnell für jemand weiteren gedeckt wurde. In der Gemeinschaft, zusammen, geteilt, hat alles immer viel mehr Sinn und Freude für uns gemacht. Was bringt mir das schöne neue Kleid in meinem Schrank, anstatt es meiner Schwester zu leihen, ihr gute Laune zu machen und gemeinsam einen schönen Abend zu haben?

Dagegen gibt es aber eben Menschen, denen der Wert des Kleides dann wichtiger ist als das Teilen, die Angst haben es könnte kaputt gehen, dass es sich dann ausgetragen hat oder die andere Person die Bewunderung dafür bekommt. Sie behalten es lieber für sich. Die „Keeper“ neigen eher dazu Materielles und Emotionen für sich zu behalten und gehen damit nicht so großzügig um. Vielleicht weil sie insgesamt mit Dingen und Beziehungen vorsichtiger sind, besser „aufpassen“. Sie haben größere Furcht etwas zu verlieren. Kennt ihr diese Freunde, die wütend oder eifersüchtig sind, wenn man sich gut mit Leuten versteht, oder sie sogar alleine trifft, die sie einem vorgestellt haben? Sie beanspruchen Kontakte, Personen, Gegenstände für sich, aus Angst und aus Unsicherheit. Jemand könnte ihnen etwas wegnehmen.

Ist es nicht das schönste was mir passieren kann, wenn meine Freunde sich gut verstehen? Ist es nicht bereichernd für alle, wenn ich Menschen zusammenbringe und connecte, die sich beruflich oder menschlich gegenseitig bereichern und weiterbringen? Vielleicht fällt es mir leichter ein „Sharer“ zu sein, weil ich viele tolle Freunde habe, weil es mir gut geht, weil ich eine schöne Wohnung und genügend Kleider zum teilen habe? Mir geht es allerdings eben nicht nur, um das Materielle. Großzügigkeit oder „Sharer“-Mentalität zeigt sich ja eben auch in „sich Zeit nehmen“, „sich Mühe geben“, „etwas emotional investieren“. Ich habe in den letzten Jahren für mich festgestellt, dass es mir nicht gut tut, zu eng mit Menschen zu sein, die zuviel mit sich abmachen, viel Energie, Liebe ziehen, Aufmerksamkeit genießen, von der Arbeit und Talenten von anderen profitieren, aber selbst nicht alles geben, sondern Dinge für sich bunkern.

Das ist nicht einmal ein Vorwurf, ich glaube fest daran, dass viele „Keeper“ sich nicht berechnend oder absichtlich so „egoistisch“ verhalten, so wie mein Crush. Er kann mir nicht mehr geben, aus welchen Gründen auch immer: vielleicht hat er es nie gelernt, nie selbst erfahren oder wurde verletzt.

Diese Welt bringt uns allen nichts, wenn wir uns in unseren Comfort-Zones mit unserem Besitz und Gefühlen isolieren und schützen. Damit verlieren wir am Ende alles und uns selbst.

Ich möchte menschliche Beziehungen mit Hingabe, mit gemeinsamen Zielen, Einsatz und Nähe ohne Sicherheitsabstand. Mit weniger kann ich mich nicht zufrieden geben.

 

Comments 32

  1. Alessia

    Ich bin der festen Überzeugung, dass das ganz viel mit der Art und Weise zutun hat, wie man erzogen wird und wie man aufwächst. Wie du schon so schön aufgeführt hast scheinst du in einem sehr festen und liebevollen Umkreis aufgewachsen zu sein (so war es bei mir auch), und nach meinen Erfahrungen her sind Menschen, die so eng mit ihrer Familie und ihren Freunden aufgewachsen sind meist immer die “Sharer”, und nicht nur das, sondern es sind auch die Emotionalen, die Mitfühlenden. Die, die für die Liebe brennen wollen. Klar ist das auch wieder pauschalisiert, und es mag natürlich Menschen geben die einen nicht so liebevollen Umgang mit Freunden und Familien hatten und trotzdem unglaublich liebevolle Menschen sind, aber das Umfeld in dem wir aufwachsen trägt meiner Meinung nach zu so vielen Charaktereigenschaften bei, die wir früher oder später entwickeln. Ich war in einer ganz ähnlichen Situation wie du, und mein ewiger On-Off-Crush fand meine Liebe anderen Menschen, vor allem gegenüber meiner Familie, fast schon befremdlich, einfach weil er es nicht kannte.
    Trotz allem glaube ich aber, dass es sich lohnt für etwas zu brennen, Leidenschaft zu haben, und zu teilen, so viel und so oft es geht. Menschen wie du sind das Licht in einer sehr kalten, sehr egoistischen Welt. Immer weiter so <3

    • Lisa Banholzer

      Alessia, danke für deinen spannenden Kommentar! Die Gefahr besteht immer zu pauschalisieren, das will ich auch gar nicht. Es sind nur zwei extreme Tendenzen, die ich aufzeige und jeder Mensch liegt irgendwo dazwischen. Es ist einfach eine unterschiedliche Kultur von Nähe und Emotion, die in verschiedenen Familien oder Freundeskreisen stattfinden und die einen dann natürlich auch in der Partnerschaft prägen. Krass aber, dass dein On-Off-Crush die Intensität sogar als befremdlich empfunden hat…Ganz liebe Grüße, Lisa

  2. S

    M?

  3. Laura

    Liebe Lisa,
    ich glaube, ich stecke gerade in einer ähnlichen Situation wie du. Ich habe auch oft das Gefühl, mehr zu investieren, mehr in etwas oder in eine Beziehung hineinzustecken und gebe mich nun auch seit einem halben Jahr mit so etwas ähnlichem wie einer On/Off Beziehung hin. Ich rede mir auch ständig ein, dass diese Art von Beziehung mir ausreicht und mir die andere Person im Moment einfach nicht mehr geben kann. Ich hoffe irgendwann werde ich auch stark genug sein, mich von dieser Person abzuwenden. Aber dann bleibt da natürlich dieses Gefühl, nicht alles probiert zu haben oder abgewartet zu haben, ob sich die Situation nicht doch noch zu meinen Gunsten entwickelt.
    Ich finde es super, dass du deine persönlichen Gedanken so öffentlich teilst und hoffe für dich, dass dieses Jahr noch großartige Erfolge, ob privat oder beruflich, für dich bereithält.
    Liebe Grüße Laura

    • Lisa Banholzer

      Laura, ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen, da wird sich nichts ändern. Du gibst doch etwas hin, was dich nicht glücklich macht. Wenn du das kommunizierst und offen, ohne Vorwürfe ansprichst, wirst du erfahren könnnen, ob dein Gegenüber dich glücklich machen kann und will und bereit ist etwas zu ändern. Wenn nicht…dann seid ihr emotional einfach nicht auf einer Wellenlänge…blabla gib den Männern Zeit…ich hab es oft genug gesehen, wenn die Richtige kommt, dann geht es auch bei diesen Männern ganz schnell, dass sie sich festlegen können. Ich verstehe, dass du für dich alles probiert haben musst, aber sei einfach wachsam und pass auf dich auf und sag an der richtigen Stelle Stop. <3

  4. melisa

    Liebe Lisa, liebe Tanja,
    ich wurde gerade gefesselt von deinen/euren Worten…konnte nicht aufhören zu lesen. Noch nie habe ich mich in den Worten einer anderen Person so wiedererkannt.
    Ich selbst führte jahrelang diese Beziehung, ich selbst kenne solche Umgänge aus meinem Freundeskreis.
    Ich habe gerade das Gefühl, dass die gelesenen Worte direkt aus meinem Mund kamen.
    Bevor ich jetzt beginne über mich zu schreiben, keine Sorge :), kurz und abschließend: Ein toller Text, mit den richtig gewählten Worten – ich war und ich bin begeistert.

    • Lisa Banholzer

      Melisa, danke dir für denen mega herzlichen Kommentar, wie schön, dass du dich in meinen Worten wiederfindest…ich hoffe für dich, dass du den richtigen Weg findest glücklich zu sein. Und ich freue mich darüber, wenn jemand auch seine Geschichte hier teilen will. Liebe Grüße, Lisa

  5. Louisa.B

    Liebe Lisa, dein Beitrag ist perfekt! Er beschreibt so viele Situationen mit denen ich mich voll und ganz identifizieren kann. Es ist einfach toll wie du darüber sprichst. Ich werde mir einige Dinge die du dort sagst zu herzen nehmen. Ihr seit beide wundervolle Frauen und wünsche euch das beste. Bleibt so super wie ihr seit!

    • Lisa Banholzer

      Danke liebe Louisa, ich freue mich, dass du ein bisschen was mitnehmen kannst. Lass mich wissen, wie es dir dabei ergangen ist. xx Lisa

  6. Sonja

    Die Theorie hab ich auch.
    Allerdings glaub ich auch das die Tatsache das du weißt das Vilt dein Crush oder sogar deine freundin ein “keeper” ist dich nicht davor bewahrt darüber traurig, enttäuscht oder verletzt zu sein da man mehr erwartet hat. Villt nicht mehr aber zumundestens das wann man selbst tun würde für die andere person.
    Ich glaube es ist ein Prozess der bei manchen nicht so lange dauert bei manchen eben 2 Jahre ; (bei mir hats 3 Jahre gedauert) um dies zu akzeptieren das ein gegenüber nicht der selbe “Charakter-Mensch” ist wie du selbst.
    Man hält leider viel zu oft daran fest. Auch wenn für uns persönlich es warscheinlich besser wäre uns von diesen Personen zu distanzieren. Nur weil wir es wissen ändern wir bzw ich leider meist so schnell nichts daran da meist Gefühle dahinter stecken und wir oftmals nicht sehen wollen das es nicht passt.
    Ich hoffe ich konnte mich verständlich ausdrücken.
    Ich liebe deine Art zu schreiben und deine Gedanken zu fassen. Es regt oftmals zum nachdenken an.

    • Lisa Banholzer

      Sonja, total…wie ich schreibe, habe ich auch eine lange Zeit gebraucht, um es wirklich zu verstehen und zu akzeptieren, obwohl ich schon lange davor das Gefühl hatte und die Unterschiede gesehen habe. Die Erkenntnis ändert dann nicht mal etwas an den Gefühlen zu dem Menschen, aber eine Akzeptanz, dass es nie funktionieren wird, ohne dass jemand Schuld daran ist.

      xx Lisa

  7. Caro

    Liebe Lisa,
    Ich folge dir und anderen deutschen Bloggern schon seit geraumer Zeit auf Snapchat und Instagram und schau auch hin und wieder hier auf dem Blog vorbei. Noch nie habe ich einen Blogpost kommentiert aber in diesem Fall befasst sich das Thema, über welches du geschrieben hast so sehr mit meiner momentanen Situation, dass ich einfach das Verlangen habe dir hier ein paar Worte zu hinterlassen. Wenn du ‘Sharer’ und ‘Keeper’ beschreibst, dann erkenne ich darin 100% meine Schwester und mich wieder, ich teile alles und Sie hat sogar Schwierigkeiten mir ihre Socken auszuleihen (das ist jetzt ein kleines bisschen überspitzt, aber du verstehst meinen Punkt). Was mich allerdings besonders an deinem Text anspricht und mir zu denken gibt ist etwas anderes. Ich bin seit einem knappen halben Jahr in einer Fernbeziehung (ich studiere im Ausland und komme daher nur hin und wieder am Wochenende nach Hause) und unterdessen hat mein Freund festgestellt, dass die Entfernung doch nicht so einfach zu meistern ist, wie er sich das im Sommer ausgedacht hat. Ich selbst bin 25 Jahre alt und war, bis ich ihn kennen gelernt habe, immer single. Einfach weil ich bis zu diesem Moment niemanden kennen gelernt hatte, bei dem ich mir sicher war, bei dem die Gefühle einfach stimmten.
    Jetzt, nach einem halben Jahr Beziehung, bin ich nach wie vor verliebt und habe das Gefühl angekommen zu sein. Ich bin bereit für die Beziehung zu kämpfen und auch die nächsten 1 1/2 Jahre Ferne wären für mich ein Hindernis, welches zwar nicht einfach zu bezwingen wäre, aber weshalb ich das, was wir haben nie aufgeben würde.
    Leider weiß ich mich ob er es genauso sieht. Wir haben viel geredet und ich glaube ihm, wenn er sagt, dass er möchte, dass unsere Beziehung hält. Aber seine Arbeit und Madterarbeit verlangen von ihm so viel Aufmerksamkeit, dass er mir nicht das Geben kann, was er seiner Freunding gerne geben würde.
    Zusammenfassend sind wir momentan in genau der Situation, welche du in deinem Beitrag beschreibst. Ich gebe zur Zeit viel mehr als er. Und wohin das führt, wird nur die Zukunft entscheiden.

    • Lisa Banholzer

      Caro 😀 ich muss so lachen, wegen der Socke…aber ich weiß genau was du meinst.
      Es hört sich an, als ob du sehr viel zu geben hast und dir auch ganz genau ausgesucht hast, wem du deine Liebe geben willst. Ich glaube, wenn er dir bewusst sagt, er wird dir über die Ferne und über eine limitierte zeit nicht das geben können, was du brauchst, ist der wichtigste Schritt schon getan, Offenheit, Reflektion von Erwartungen und er scheint deine Bedürfnisse zu sehen und ernst zu nehmen. Du musst dir überlegen, ob du damit leben kannst, und dass natürlich immer die Gefahr besteht, dass danach alles anders ist…aber wenn ihr euch vertraut und von beiden Seiten der Wille da ist, wüsste ich nicht was auch hindern sollte. Danke für dein Vertrauen Caro und alles Liebe!

      xx

      Lisa

  8. Maike

    Liebe Lisa, generell ein Fan deiner personal issues sprichst du mit diesem Artikel etwas an, worüber ich mir in letzter Zeit auch sehr viele Gedanken gemacht habe. Ich teile deine Theorie, dass es zwei Sorten gibt, bin aber auch der Ansicht, dass man von dem einen zum anderen werden kann.
    Ich würde mich selbst als sharer einstufen und es zehrt oft an mir und meiner Energie, wenn ich mit Keepern zusammen bin. Oft habe ich das Gefühl, dass es so viele keeper gibt und fühle mich als sharer manchmal sogar unverstanden. Eine Situation war hier beispielsweise, dass ich einer Freundin berichtet habe, dass ich mich jetzt wieder mehr sozial engagieren möchte, da ich endlich mal wieder über mehr freie Zeit verfüge, die ich gerne für eine gute Sache mit benachteiligen Menschen teilen würde. ” und warum? Für deinen Lebenslauf?” Nein, zum einen für mich, aber auch weil ich denke, dass wir alle mit unserem wirken und mehr Großzügigkeit , nicht nur Materieller, auf der Welt etwas bewegen können.
    Leider geht einem dann trotzdem das Gefühl nicht verloren ausgenutzt zu werden. Denn auch wenn ich unglaublich gerne gebe, finde ich es manchmal fast beeindruckend wie viel leichter es sich leben lässt, wenn man vorrangig an sich denkt und die Gutmütigkeit anderer verwendet um selbst besser dazustehen.
    Danke für deinen Artikel!

    • Lisa Banholzer

      Liebe Maike, vllt muss man auch erst gelernt haben, wieviel es einem zurückgibt, wenn man sich engagiert oder teilt oder schenkt. Vielleicht haben manche einfach noch nicht dieses Glücksgefühl empfunden und können deshalb nicht nachvollziehen, wieso du dich freiwillig in deiner Freizeit engagierst… Ich finde das ganz toll und das wird dich als Mensch reicher machen. You go girl!

  9. Hallo Lisa,
    wirklich schöner Post. Als hättest du mir aus der Seele gesprochen. Das Problem mit einem bestimmten er hatte ich auch schon und bereits vor einem Jahr aufgegeben bzw mich von dieser Illusion getrennt. Lang genug hat es gedauert.
    Ich würde mich auf als Sharer bezeichnen, oft zu gutmütig/großzügig, das ausgenutzt wurde oder sogar nie wieder zurückgegeben, aber ich kann auch behaupten, dass ich heute tolle Freunde habe und bin absolut deiner Ansicht, mit was mein ist, ist auch dein.
    Dich schätze ich auch als tollen Sharer ein, nachdem ich dich in München auf dem Liu Jo Event in München kennenlernen durfte. 🙂

    Liebe Grüße,
    Amina

    • Lisa Banholzer

      Amina! 🙂 Ich erinnere mich! Schön, dass wir uns schon persönlich kennengelernt haben und hast du mir nicht sogar den Lippenstift mitgebracht?
      Ich glaube wichtig ist mir noch einmal zu sagen, dass es nicht einmal was mit ausnützen zu tun hat, weil es nicht unbedingt absichtlich gemacht wird…weißt du was ich meine? Ja von Illusionen trennen tut weh und ist wichtig…aber auch dafür neue Illusionen ausdenken! 😉 xx Lisa

  10. Louise

    Hey, Hello, Hi.

    Ich kann den Girls nur zustimmen. Ich denke in erster Linie. sind das die Werte, die uns von zuhause mitgegeben wurden. Werte, die Menschen, wie dich, mich, viele andere, zu “Teilern” machen. Dabei ist es nicht einmal nötig dies auf familiäre Umstände zu beziehen wie den Fakt, dass man mit Geschwistern aufgewachsen ist. Ich war mein lebenslang Einzelkind, mit langjährigen Sandkasten-Freunden, so wie du es beschrieben hast, und dennoch kann ich von mir selbst behaupten, dass mich nichts in der Welt glücklicher macht als zu teilen, anderen eine Freude zu machen, unabhängig davon ob es ein “besonderer Tag” ist wie Geburtstag etc. oder ob es eben nur für mich ein besonderer Tag ist. Nicht umsonst sagte mein Vater schon früher immer “Selbst essen macht dick!”. Das ist lustig, denn heute können wir das auf so ziemlich alles beziehen. Ich denke, das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen zu finden, ist das wichtigste, für jedermann/frau persönlich, egal ob in der Liebe oder in Freundschaften.
    Du hast mir so sehr aus dem Herzen gesprochen. Ich selbst stecke seit Jahren in so einer Liebeskiste und musste sogar schmunzeln, als du geschrieben hast “So, dann hab ich jetzt auch keine Zeit, ist mir egal” – wenn es mal so wäre. Ich kann da tatsächlich auch nur raten: Lass los, was dich loslässt; und falls man es nicht über das Herz bringt, dann einfach weitermachen. Weitermachen mit dem Leben, mit der positiven Energie, mit Yoga und dem Fokus auf sich selbst. Aus meiner Erfahrung heraus ist es sehr einfach negative Gewohnheiten oder auch Lebensabschnittsgefaehrten ” loszuwerden” indem man sich auf die positiven Aspekte seines Lebens fokussiert. Indem man sein “1 Life”, wie sie alle so schön sagen, auch zu dem einzigartigsten, wundervollsten und abenteuerlichsten einem Leben macht, das einem gegeben ist.
    In diesem Sinne: Namaste und Amen.
    und Liebe! unendlich viel für Jeden!

    • Lisa Banholzer

      Louise! AMEN! 😀 Vielen Dank für deinen leidenschaftlichen Kommentar. “Selbst essen macht dick” muss ich mir definitiv merken und ist so wahr! 😀 Ja loslassen müssen wir alle lernen, es gehört dazu und scheint trotzdem nicht in unserer Natur…Fokus auf das Positive und das eine Leben was wir haben aktiv gestalten sind ganz tolle Vorsätze für das neue Jahr.

      xx Lisa

  11. M

    Auch von mir ein großes Lob für diesen tollen Text. Wie ich lese geht es so vielen genauso. Nachdem ich mich aus einer solchen Beziehung gelöst habe, hat sich mein Leben ins absolut positive verändert und ich bin jetzt glücklich in einer “Sharer”- Beziehung. Natürlich hat das Jahre gedauert, bis ich wieder in einer Beziehung war, aber das ist alles gut so. Alles hat seinen Grund und auch solche Beziehungen sind wichtig, denn ohne hätten wir nie die Erfahrungen und Erkenntnisse sammeln können. Ich habe mich jedoch nicht nur von einer Liebesbeziehung gelöst, sondern auch von meiner, vermeintlich, besten Freundin. Auch dieser Entschluss hat zu einem positiven Lebenswandel geführt. Ich wünsche euch weiterhin alles Gute und freue mich über mehr persönliche Einblicke.

  12. Lisa

    Hey Lisa,
    ich finde es schön, dass du uns an deinen Gedanken teil haben lässt. Ich finde dennoch, das es zu schwarz-weiß gedacht ist. Die Keeper haben nach deiner Definition absolut keine positive Eigenschaften im Gegensatz zu den Sharenr, die nur positive Eigenschaften haben. Es gibt sicherlich Gründe oder Erfahrungen die einige Keeper dazu bewegen bspw. Emotionen und Gefühle nich zu “sharen” und ich finde das auch absolut nicht schlimm, gerade wenn man weiß wie eine Person tickt. Nur weil eine Person nicht ständig Ihre Gefühle und Emotionen zeigt und “shared”, heißt es ja nicht, dass sie emotionslos ist. Meiner Meinung nach ist das alles eine typsache und mit dem Versuch alle Menschen in diese zwei Kategorien zu teilen macht man es sich etwas zu einfach.
    Ich hoffe allerdings, dass du über deinen “Crush” hinweg kommst, denn deinem Text nach zu urteilen, hat er dir ja absolut nicht gut getan. Ich war selbst mal in einer ähnlichen Siutation und das einzige was mir wirklich geholfen hat ist Abstand und Zeit für sich.

    • Lisa Banholzer

      Danke für deine guten Wünsche und deinen Kommentar. Es ist vollkommen klar, dass ich zwei Extreme aufgezeigt habe und die meisten Menschen sich irgendwo auf der Skala dazwischen befinden. Und ja ich glaube, beide Extreme können auch von einander lernen und sich ergänzen. Wenn ich Freunde habe, die mich daran erinnern, dass in manchen Situationen emotionale Zurückhaltung gefordert ist oder es nicht nötig und sinnvoll ist mich zu offenbaren oder verletzlich zu machen, oder zu investieren, bin ich dankbar dafür.

      xx

      Lisa

  13. L

    Habe viele Jahre mit solchen kühlen Boys verbracht, verschiedene, aber irgendwo alle gleich. Anfangs große Liebe, wenn man selber noch interessant für den anderen ist und Geheimnisse hat. Und irgendwann kommt der Zeitpunkt, da legt man sein Seelenleben offen da – man kennt sich und es gibt Situationen da braucht man Unterstützung von dem Partner und Liebe. Aber da kam nie viel. Eher der Rückzug, vielleicht Überforderung, Angst vor dem Verlust und auf komische / abgeklärte Art und Weise ging es daran kaputt. Als hätte man den anderen nie so richtig gekannt. Nun bin ich an dem Punkt angekommen, wo ich sehe, dass mir diese negativen Menschen mit egoistischem Denken nicht gut tun. Nicht auf Dauer. Nun heißt es die Anziehungskraft zu lenken. Sich mit positiven, offenen und gebenden Menschen einzulassen. Und das ewige warten, hoffen und verbiegen endlich zu verbannen. Diese Anziehungskraft lenkt uns zu Partnern, die uns von der Art und Weise an unsere Eltern erinnern. An unsere ersten Bezugspersonen, die wir nach wie vor in anderen Menschen suchen um das Dilemma zu lösen. Aber das wird nur funktionieren, wenn wir uns davon befreien und statt im selben Teich endlich im Meer fischen gehen !

    • Lisa Banholzer

      Vielen Dank für deinen Kommentar. “Anziehungskraft umlenken” das ist definitiv ein mega goal. Wie schaffen wir das aber? Bestimmt ist der Vorsatz schon einmal der erste Schritt. Mir ging es oft genauso, dass das was hinter der “glamourösen, busy, happy Lisa” steckt bei Männern dann nicht gut ankam, bzw. eben zu Rückzug geführt hat. Dabei ist doch genau dann der Punkt erreicht, an dem interessant wird…Ganz liebe Grüße, Lisa

  14. silvia

    liebe lisa,
    für diesen sehr persönlichen beitrag – mich hat er sehr bewegt!
    die die teilen halten vieler dieser “nicht gesunden” beziehungen am leben. unbewusst. machte dievse erfahrungen auch seit langem und bin für ein stop oder halt, erst jetzt in der lage. weil es so viel beschäftigung mit einem selber braucht. was sharer meiner meinung immer hinten anstellen. für keeper ein alltägliches “normalo”. und ja ich denke auch dass es mit system in dem man aufwächst zutun hat. nur dass kann man sich ja nicht aussuchen. mehr klaren aussagen, ein nein oder halt… öfter hinsehen, reflektieren und dankend und wertschätzend das nehemen was man bekommt und dann entscheiden ob es für ein glückliches sein reicht.
    ob wir glücklich sein WOLLEN – entscheiden wir selbst!

    alles liebe für dich!
    ganz lie ben gruss
    silvia

    • Lisa Banholzer

      danke silvia, danke dir für deinen kommentar! ja da müssen sharer definitiv auf sich selbst aufpassen und auch mal auf sich achten. xx Lisa

  15. Clara Blume

    Liebe Lisa,

    danke für das “Sharen” deiner Ansichten! Ich habe mich sehr wieder gefunden und bin froh, dass ich meinen Freund mit folgenden Zeilen von mir lassen konnte:

    Hallo.
    Ich schreibe dir diese Zeilen, um mir Klarheit zu verschaffen.Ich habe mich aus vielen Gründen nicht mehr mit dir beschäftigt.Du wolltest so ein gesetztes Datum daraus machen.Bis Weihnachten.
    Beziehungen misst man generell nicht in Zeit und Ultimaten erhöhen den Druck. Nichts davon war oder ist dir fremd. Ich wollte mich nicht mehr damit beschäftigen. Habe weder deine Nähe noch Aufmerksamkeit gesucht. Ich war aber irgendwie doch immer erreichbar.Ich dachte, dieses Freunde-Ding funktioniert bei uns. Aber deine Wunden sind zu frisch und wohl auch nicht realisiert. Im Grunde suchst du nur die Eine, bist aber permanent damit beschäftigt, dir deine Freiheiten zu erhalten und nur halbe Dinge zu starten. Ich weiss nicht wie oft, aber ich habe oft darüber gesprochen. Wir können unserer Kommunikation keinen Vorwurf machen, aber dem Egoismus, der sich breit gemacht hat. Erst komme ICH und dann sehen wir mal, wer in mein Lebenskonzept noch reinpasst. So funktioniert Liebe aber für mich nicht. Ich will alles fühlen, das Verliebtsein nicht unterdrücken und Nähe zulassen. Herz vor Verstand. Man kann nicht jemanden fürs Herz wollen und dann mit dem Kopf entscheiden. Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich war zeitweise überfordert, mein Körper am Ende und das ist nun einfach das Ergebnis. Diese Nähe auf Raten, wenn es grad passt oder auch nicht, macht mich kaputt. Ich weiss auch, dass man verletzbarer wird, umso mehr man sich darauf einlässt. Aber das ist der Deal mit der Liebe. Dieses Hin – und Hergeschubse hat an mir gezerrt, mein Selbstbewusstsein hat Risse bekommen. Vieles an mir, das ich mochte, ist verloren gegangen. Ich gebe dir keine Schuld, ich gebe dich frei.

    • Lisa Banholzer

      Wow. Ich weiß genau was du meinst mit “Nähe auf Raten”…Ich hoffe sehr dein Gegenüber kann sich auf deine Worte einlassen und wirklich verstehen, was passiert ist und vor allem hoffe ich, dass du ganz schnell wieder dir und deinem Selbstbewusstsein zurückkehren kannst. Es ist nicht deine Schuld, dass du nicht das zurückbekommen hast, was du emotional gegeben hast.
      xx Lisa

  16. Liebe Lisa,

    vielen Dank für diesen tollen Text und dafür, dass du so ein privates Thema mit uns teilst.
    Ich würde dir generell zustimmen und sagen, das man Personen durchaus in Sharer oder Keeper einteilen kann. Allerdings würde ich beide Begriffe weder positiv noch negativ bewerten wollen. Wir brauchen beide Arten von Menschen, damit alles in einem Gleichgewicht bleibt. Weder ist es schlecht, ein Keeper zu sein, noch sollte jeder unbedingt als Sharer durchs Leben gehen. Ich hoffe, es wird bald deutlich, warum:
    Wenn ich so in mein Umfeld blicke und versuche mich und meine Mitmenschen in diese Kategorien einzuordnen, fällt mich nämlich auf, dass auch ein Keeper einem Sharer ganz gut tun kann und umgekehrt. Ich, als bekennender Sharer, bin so offen und freigiebig, dass ich mit meiner Naivität und blindem Vertrauen manchmal auf die Nase falle. Auch stoßen die Sharer, meiner Meinung nach, mit ihrer Offenheit vielleicht dem ein oder andern manchmal vor den Kopf. Sie sind halt viel impulsiver, freigiebiger und eben offener. Ich habe mal das Feedback von einer engen Freundin bekommen, dass ich die totale Offenheit und Freigebigkeit (wie ich sie eben auslebe) nicht immer auch von meinem Gegenüber erwarten soll. Das hat mir sehr geholfen mich und meine Umfeld besser zu verstehen. Insgesamt kann man sich bei den Keepern schon so manches mal etwas abgucken und dazu lernen. Z.B nicht immer mit allem – insbesondere mit den Gefühlen – so freigiebig und unbedarft zu sein.
    Umgekehrt gilt das natürlich auch. Jemandem, dem es schwer fällt zu Vertrauen und sich einzulassen, fällt dieses natürlich leichter, wenn er auf einen ehrlichen Sharer trifft und positive Erfahrungen im Umgang mit ihm macht. Auch kann ein Keeper lernen mal seine Meinung nach außen zu tragen oder schneller Entscheidungen zu treffen, weil er nicht mehr soviel Angst vor den Konsequenzen hat. Das ist nämlich noch so eine Eigenschaft, die ich den Keepern zusprechen würde. Ihnen fällt es schwerer sich festzulegen während die Sharer impulsiver und entscheidungsfreudiger sind.
    Insgesamt habe ich von den Keepern in meinem Umfeld viel gelernt und mich persönlich weiterentwickelt. Dabei hat es mir immer geholfen, mir immer wieder bewusst zu machen, dass diese Personen eben so sind, wie sie sind. Wenn sie nicht gleich alles erzählen, Probleme eher im stillen mit sich ausmachen und erst nach Monaten oder Jahren über etwas sprechen, dann hat das nichts mit mir zu tun. Ein umso größeres Kompliment ist es dann für mich, wenn sie sich doch öffnen und Dinge (Emotionale wie Materielle) mit mir teilen. Stell dir doch mal vor, wie viel mehr Überwindung es diese Menschen kostet etwas zu teilen.
    Natürlich geht diese Rechnung nur auf, wenn sich alles im Rahmen befindet. Ein Hardcore-Keeper ist natürlich nichts für einen bekennender Sharer. Daher ist es auch wichtig, dass man für sich selbst erkennt, wie viel Sharing und Keeping man in seinem Leben überhaupt braucht, um glücklich zu sein. So, wie du beschrieben hast, brauchst du in einer Partnerschaft jemanden, dem es leichter fällt zu teilen.

    Oh je, dass ist jetzt doch ein ganz schön langes Statement geworden.. Und dabei muss ich eigentlich arbeiten…
    Liebst
    Anna <3

    • Lisa Banholzer

      Anna! Ich freue mich sehr über deinen langen und reflektierten Kommentar. Du hast sehr recht, auch ich habe Menschen in meinem Freundeskreis, die mich manchmal aus einer positiven, naiveren Wolke holen müssen und mir helfen, nicht mit allem wahrlos um mich zu werfen. Ich glaube auch, die Mischung macht es, aber ich für weiß, dass ich in einer Liebes-Beziehung mit einem Extrem in die andere Richtung nicht glücklich werden könnte, das kann in einer Freundschaft ganz anders sein und das kann auch für einen anderen Menschen ganz anders sein. Danke für deine Gedanken.

      xx

      Lisa

  17. Tanja

    Hello Lisa,
    hier der Kommentar von mir. Wie versprochen.
    Erstmal, um es nochmals auch hier zu sagen, ich finde deine Beiträge immer so ehrlich und nah am Leben, überhaupt nicht abgehoben und sie zeigen nicht nur das glamouröse Leben im Fashion Zirkus. Das tut wirklich so gut sie zu lesen!
    So, jetzt zu dem Nehmern und Gebern.
    Ich bin in jeder Beziehung schon immer ein Geber gewesen. Und bin damit schon sooft auf die Nase gefallen beziehungsweise enttäuscht worden, sei es von Partnern oder Freunden oder Arbeitskollegen.
    Durch ein burn out mit anschliessender längerer Therapie bin ich auch erst darauf aufmerksam auf dieses “Problem” geworden. Versuche jetzt ähnlich wie Lisa es schreibt damit umzugehen, aber es fällt mir sehr sehr schwer….. :((

    Dickes Bussi Tanja

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