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Die neue deutsche Modewelle Part 2/3: GOETZE

Letzte Woche haben wir unsere Minireihe über die neue Highfashion Streetwear mit Magazincrush und Merchandising Label 032c begonnen. Nun geht es in die zweite Runde: Streetwear ist das Thema auf gespitzten Modezungen, High Fashion wird von ihr inspiriert und die Umsetzung auf den Laufstegen findet wieder zurück auf die Straße. Doch wo fängt Streetwear an und wo hört das Phänomen auf? Endet der Trend, wenn ein Shirt, durch seinen Preis, nicht mehr der breiten Masse zugängig ist? Wenn es mehr die Handschrift des Designers, als die des Trägers offenbart? Wenn Teenager monatelang auf ein Runway-Teil sparen? Dann sind wir bei High End Streetwear – High Fashion, die sich an Streetstyles orientieren und ihren Hype in einer Subkultur begründen, aber nicht für diese produzieren. Es entsteht ein neuer Look, der weltweit die Modeindustrie prägt und in Aufruhr versetzt. Wir haben drei deutsche underground Labels gefunden, die diesem Stil folgen. Wir sind sicher, dass mindestens eines dieser Labels sich in die Ränge der Traditionshäusern vorarbeitet. Part zwei von drei, mit GOETZE:

Wie Uniformen einer Subkultur sehen die Zweiteiler des Berliner Labels GOETZE aus. Kleidung, die leise Zugehörigkeit zu einer Szene verlauten lässt, in der durch kleine, kaum bemerkbare Signale kommuniziert wird. Unmöglich kann ein Modeoutsider diese Codes wahrnehmen oder gar verstehen. Für das ungeschulte Auge sehen die Entwürfe der Designerin Sissi Goetze aus wie Workwear eines männlichen Beamtens, doch hinter den Kollektionen steckt Handwerk, eine Kreativszene und der Anspruch der Neuinterpretation von klassischen Modemotiven. Simpel und tragbar. Der Fokus liegt auf Shirts, Hosen, Jacken und Mänteln und erinnert damit an die Auswahl eines Herrenausstatters. Von der Menswear ausgehend hat sich das Label in seiner Fall / Winter 2016 Kampagne zu einer genderlosen Marke entwickelt, die perfekt in den geschlechtsnegierenden Begriff des Unisex passen: Es geht darum Kleidung zu öffnen, für Altersgruppen, Geschlechter und verschiedene ethische Gruppen. Die Central Saint Martins Absolventin will deswegen mehr Schnitte entwickeln, die Männer und Frauen gleichermaßen tragen können. Die Teile sind da um sich eine beständige Garderobe aufzubauen. Eine kleine Auswahl an Schnitten und dafür mehr Materialvielfalt. Die Teile sind zeitlos und trotzdem so kontemporär, wie Normcore sein kann – im Look und im Grundgedanken.

 

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Ein von GOETZE (@_goetze_) gepostetes Foto am