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Die neue deutsche Modewelle Part 3/3: GmbH

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Streetwear ist das Thema auf gespitzten Modezungen, High Fashion wird von ihr inspiriert und die Umsetzung auf den Laufstegen findet wieder zurück auf die Straße. Doch wo fängt Streetwear an und wo hört das Phänomen auf? Endet der Trend, wenn ein Shirt, durch seinen Preis, nicht mehr der breiten Masse zugängig ist? Wenn es mehr die Handschrift des Designers, als die des Trägers offenbart? Wenn Teenager monatelang auf ein Runway-Teil sparen? Dann sind wir bei High End Streetwear – High Fashion, die sich an Streetstyles orientieren und ihren Hype in einer Subkultur begründen, aber nicht für diese produzieren. Es entsteht ein neuer Look, der weltweit die Modeindustrie prägt und in Aufruhr versetzt. Wir haben drei deutsche underground Labels gefunden, die diesem Stil folgen. Wir sind sicher, dass mindestens eines dieser Labels bald den Traditionshäusern den Rang ablaufen wird. Part drei von drei, mit GmbH:

GmbH ist ein Name, der so sehr allaus-, wie nichtssagend ist – eine Marke, die bei Google nur durch den größten Keyword Aufwand überhaupt auffindbar ist. Sie hat gerade in Paris gezeigt und wird als zweites Vetements gehandelt. Die Gründer Serhat Isik und Benjamin Alexander Huseby sind türkisch-deutsch, norwegisch-pakestanisch, ihre Community ist muslimisch, deutsch, mittel-östlich und skandinavisch. Sie ist eine Zweitfamilie für das Design-Duo, die in den tiefen von dunklen Berliner Schwulen- und Technoclubs geboren wurde. Aus der Heimatlosigkeit, aus der Wahlheimat, aus der Community wurde ein Kolletiv, dessen einzelne Bestandteile Zahnräder eines wachsenden Modeunternehmens sind. Serhat ist Mode Designer, Alexander ein Fotograf, der für Dazed oder AnOther Magazine arbeitet. Freunde, Freundesfreunde und Bekannte sind ihre Models, Inspiration und Namensgeber einzelner Kleidungsstücke. Der Kreis soll so klein, wie intim bleiben um eine persönliche Arbeitsatmosphäre zu kreieren. Berlin ist GmbHs größter Einfluss. Der Zugang zu Mode sei hier noch nicht kommerzialisiert worden, es gebe noch unterschiedliche Stilrichtungen und nicht einen allübergreifenden Look. Genauso sehen auch die Kollektionen des Labels aus: Auf den Spring / Summer 2017 Lookbook Bildern steht die Gruppe der zehn Wahlberliner auf dem Tempelhofer Feld in der aufgehenden Sonne. Mal in Jeans, Shirt und komplett schwarz gekleidet, mal in PU-Hose oder in funktionalem Beige-Mann. Funktionskleidung und Workwear. Das Label will Wardrobe-Essentials schaffen und so der verschwenderischen Konsumkultur entgegenwirken. Wertvolle Einzelteile, statt schlecht verarbeitete Massenware. Sie produzieren mit Deadstock-Materialien, also Stoffen aus alten Beständen, die aus einer High-End Fabrik in Mailand stammen. Was als Geldmangel und Notwendigkeit angefangen hat ist mittlerweile Methode und Konzept. Hype und Entschleunigung.

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