Kosmos, Kulturfilter, Lifestyle

Weekly Updates mit echten Frauen, doppelter Portion ethischen Mode-Bewusstseins, Nachwuchstalenten und einer Reunion

Drei Tage zu spät gibt es unsere Weekly Updates, sie wurden von den Berliner Pressdays und von L.A. aufgehalten, aber sind nun mit einer guten Portion Information online. Wir versuchen diese Woche gleich auf zwei verschiedenen Wegen unser bereits angeeignetes Mode-Bewusstsein zu sensibilisieren und unserem Gewissen einen kleinen nötigen Kick zu geben, dafür nutzen wir die Alternative Fashion Week und den ‘2017 Ethical Fashion Report’ von ‘Baptist World Aid Australia’. Wir freuen uns auf ein 90s Revival, das nichts mit Fashiontrends zu tun hat, lassen uns von Jungtalenten inspirieren und schauen Sofia Coppolas neueste Arbeit für CK an.

Fashion Revolution Week
Manchmal würde es sicherlich nicht schaden ein wenig mehr zu rebellieren und zu revolutionieren. Wir sollten viel öfter Teil von Demonstrationen, wie dem Womens’ March dieses Jahr und dem ‚Black Lives Matter’-Protest sein. Sich nur zu informieren reicht manchmal nicht, manchmal muss die gewonne Bildung auch einfach mal herausgeschrien werden, oder aufgeschrieben, in Texte, Mails und Workshops verpackt werden. Gerade in der Modeindustrie herrscht zwar ein allgemeines Bewusstsein, dieses hält uns jedoch nicht davon ab bei Billig-Retailern zu shoppen, die ein Shirt für fünf Euro anbieten und ihre Stoffe in Sweatshops produzieren. Um uns ein wenig mehr zu sensibilisieren findet diese Woche die ‚Fashion Revolution Week’ statt: Sie ist eine weltweite Bewegung, die große Unternehmen dazu auffordert mehr Transparenz in Bezug auf Arbeitsbedingungen- und Löhne an den Tag zu legen. Die diesjährige Kampagne fordert dazu auf seine Kleidung auf links zu drehen, ein Selfie zu schießen, dies mit dem Hashtag #whomademyclothes zu versehen und eine Antwort der jeweiligen Labels abzuwarten. Die Organisation ist eine Reaktion auf den Einsturz der Textilfabrik Rana Plaze in Bangladesch in 2013, online informiert sie mit Arbeitstagebüchern von Textilarbeitern in Kambodscha und legt die Transparenz von internationalen Brands offen. Die Initiative findet zusätzlich auch offline statt: Menschen aus über 68 Ländern veranstalten Events für eine Bewusstseinsschärfung. Flashmobs, Events und Workshops. In der B-Location in Hamburg können Kleider getauscht werden, das Studio Hertzberg in Neukölln veranstaltet eine alternative Fashion-Week und Supermarché auf der Wiener Straße stellt ein faires Label samt Vortrag und Diskussion vor. Alle Events findet ihr hier!

CKs neue Imagekampagne
Calvin Klein
Underwear schafft es wie keine Brand sonst am Puls der Zeit und sich dabei treu zu bleiben. Das Image lautet seit den 90ern ‚Sex sells’ und hat sich trotzdem an sexuelle Revolutionen, Entwicklungen und den Zeitgeist angepasst. Neben Influencern, den größten und berühmtesten Models sehen wir auch Musiker in den Image Kampagnen des amerikanischen Labels. Der neuste Kampagnenfilm zeigt insgesamt sieben Frauen jeder Kleidungsgröße, Herkunft und Alters – unter anderem Kirsten Dunst, Rashida Jones und Lauren Hutton, dem 73-jährigen Mode, das mit seiner Zahnlücke das Schönheitsideal der 60er prägte. Sofia Coppola drehte den kurzen Schwarz-Weiß-Film und suchte jedes Model eigens aus. Von, mit und über Frauen.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/6R2ScktVuHs

The 2017 Ethical Fashion Report – The Truth Behind The Barcode
Der vierte Modereport von ‚Baptist World Aid Australia’ ist letzte Woche herausgekommen, es geht um Arbeitsrecht, -bedingungen und –löhne. Insgesamt wurden 106 Unternehmen, die insgesamt 330 Marken vereinen, auf einer Skala von A bis F, also eins bis sechs benotet, indem die Fähigkeit Zwangsarbeit, Kinderarbeit und Ausbeutung innerhalb der kompletten Lieferkette zu minimisieren beurteilt wurde. Nur insgesamt 13 Unternehmen konnten die Bestnote erreichen, der Durchnschitt befand sich bei einer Drei Plus. Nur sieben Prozent der Unternehmen könnten laut des Reports ihre Rohmaterialien zurückverfolgen. Inditex, Patagonia und Adidas erhielten überraschenderweise eine Eins, H&M konnte mit einer Zwei Plus abschneiden, ASOS mit einer Zwei Minus. Den ganzen Report könnt ihr euch hier herunterladen.

30 under 30 – Forbes
Das Wirtschaftsmagazin wählt jährlich die ‚30 under 30’, also junge und aufstrebende Persönlichkeiten, die in den 10 verschiedenen Bereichen Bewegung entstehen lassen – ob als Risikokapital-Investor, Journalistin, Autor, Gründerin, Grafik-Designer, Model, Musiker.  Kunst und Style, Games, Technologie, Musik, Bildung, Wissenschaft, Sport, Medien und andere Karrierebereiche werden von Forbes abgedeckt. Die Kategorie ‚Immigrants’ stellt die 30 spannendsten Migranten und ihre Projekte vor. Die Teilnehmer können vorgeschlagen werden, 300 werden dann von einer ausgesuchten Jury, die unter anderem aus dem Co-Gründer von Vice Media Shane Smith und Jim Bankoff, CEO von Vox Media, bestehen, als die Nachwuchstalente bestimmt, die wir im Blick behalten sollten. Unter anderem haben es Simone Biles, die 19-jährige Olympionikin, James Charles, Makeup Artist und Influencer, die Schauspielerin Elle Fanning, aber auch Kylie Jenner und Troye Sivan auf die Liste geschafft. Besonders freuen wir uns über die Ernennungen von der Künstlerin Petra Collins, vom Transmodel Peche Di und Chloe und Parris Gordon, die Designer von einem unserer Lieblings-Labels Beaufille.

Spice Girls Reunion
Knallenge Sport-Crop-Tops, Schlaghosen, Neongelber Lack und Plateaschuhe, füge noch „Wannabe“ und „Say You’ll Be There“ hinzu und wir sind nicht mehr beim aktuellen Moderevival der 90er, sondern bei den Spice Girls und damit bei einer ganzen Gruppe von Kindheits- und Jugendhelden. Aber nicht nur der Kleidungsstil der Spice Girls soll ein Revival erleben, sondern auch die Pop-Band selbst, berichtet Mel B in James Gordons ‚The Late Night Show’. Victoria Beckham und Mel C werden dabei wohl aber fehlen. Wir freuen uns auf das Dreier-Gespann!