Mode, Style Crush

Style Crush – Patrick Mason

Mehr ist mehr. Stilbruch. Opulenz. Streetwear. Genderlosigkeit. Für den Art Director, Illustrator, Designer und Fashion-Influencer Patrick Mason treffen alle diese Schlagworte zu. Es sind Begriffe, die in der Mode immer mal wieder fallen, die Trendbewegungen prägen und aus sozialen, politischen oder rein ästhetischen Movements entstehen. Die Looks von Patrick Mason sind durchdacht, sie sind überkonzipiert und gewagt. Er bewegt sich in Outfits, die so eigentlich nur in High Fashion Editorials vorkommen und nicht für die Straße gemacht sind. Es wird gelayert und kombiniert: Pullover unter Jeansjacke unter Lederjacke unter Blazer unter Winterjacke. Mal wird zu Rei Kawakubos Hiroshima-Style gegriffen, mal der Berliner Ostblock-Style mit Fanschal und Hoodie ausgeführt und sich mit Beige-Tönen und überlangem Off-White Gürtel an Yeezy orientiert. Trotz dem Borgen von unterschiedlichen Looks hat kaum ein Berliner einen solch hohen Wiedererkennungswert, wie Patrick Mason. Seine Markenzeichen sind sein markantes Kinn, der Nasenring und Buzzcut. Zusätzlich verraten ihn oft der überdimensionale Ring am Hosenbund, der Vivienne Westwood Hut, der an orthodoxe Juden denken lässt und auffällige Sonnenbrillen – nicht zwangsläufig in dieser Kombination. Sein Stil und auch sein Label Maison Mason schaffen es den Sprung zwischen Mens- und Womenswear hinzubekommen, ohne dabei weibliche Assoziationen hervorzurufen. Er schafft emanzipierte Männermode, die sich von ihrem ‚male privilege’ loslöst, indem er zum Rock oder zur pinken und hochtaillierten Culotte greift. Es ist einer der wenigen Marken, die verstanden hat, dass ein Unisex-Ansatz heutzutage nicht mehr die Negierung der Geschlechter sein sollte, sondern Geschlechtsunterschiede hervorheben kann und trotzdem von Männern und von Frauen gleichermaßen genutzt wird. Er befreit damit den Mann von dem Irrglauben Männlichkeit könne nur durch männliche Attribute hervorgebracht werden. Patrick Mason beweist uns das Gegenteil, durch weiblich konnotierte Silhouetten und Stoffe zeichnet sich seine Biologie sogar noch deutlicher ab. Es geht darum Mode mit Selbstbewusstsein und Spaß zu tragen, ohne sich durch sie in eine Rolle quetschen zu lassen.