Kosmos, Kulturfilter

Weekly Updates mit dem Berliner Gallery Weekend, einer neuen Swimwear Kollektion, Handtaschen für Männern, Dolce & Gabannas Ausrutscher u.v.m.

Zum Gallery Wochenende haben wir gestern einen Penal Talk im Soho House in Berlin gehalten und mit unseren beiden Gästen über digitale Perspektiven auf Kunst und Mode gehalten. Auch für euch haben wir heute digitale Perspektiven und zwar die News aus der Online-, Kunst-, und Fashionwelt: Das Gallery Weekend steht an und wir haben euch unsere persönliche Must-See-Liste runtergeschrieben, außerdem haben wir endlich Bademode gefunden, die uns gefällt und ein paar Modeindustrie-Zahlen für euch heruntergebrochen. Außerdem hat uns Dolce & Gabanna diese Woche zum Kopfschütteln und Ikea zum Lachen gebracht.

Gallery Weekend
Das Gallery Weekend in Berlin hat 47 offizielle Partnergalerien, um die 300 lassen aber auch inoffiziell ihre Pforten offen um Teil des jährlich stattfindenden Kunstspektakels zu sein. Drei Tage lang kann die Kunstelite, der Art-Liebhaber und der mehr oder weniger bewanderte Schaulustige umsonst einen Einblick in die größten und bekanntesten Galerien Berlins gewinnen. Drumherum gibt es Penal Talks, wie unseren gestern im Soho über digitale Perspektiven auf Kunst und Mode, Künstler führen durch ihre Werke, Magazine werden gelauncht, die ein oder andere Finissage und Vernissage schenkt Weißwein aus und überall poppen die Afterpartys auf. Wir haben einen Mini-Guide für euch zusammengetragen und teilen hier unsere Must-Sees, die wir uns selbst auf unsere Gallery-Weekend-Bucket-Liste geschrieben haben. Die Map zum ganzen Wochenende gibt es hier.

Jonas Burgert im Blain
In seiner Ausstelltung ‚ZEITLACH’ befindet sich wahrscheinlich das größte Werk des diesjährigen Gallery Weekends: Ein 22 Meter langes Gemälde in Graffity-Optik.
Blain | Southern, Potsdamerstraße 77 bis 87, 10785

Pamela Rosenkranz bei Sprüth Magers
Bei Sprüth Magers gibt es so einige Künstler zu entdecken, darunter Otto Pienes und Lucy Dodd, aber auch der junge Shootingstar Pamela Rosenkranz: Sie bespielte 2015 den Schweizer Pavillon der Biennale di Venezia.
Sprüth Magers, Oranienburger Straße 18, 10178

Candice Breitz bei KOW
Die Videoinstallation ‚Love Story’ von Candice Breitz erzählt die Geschichten von Schauspielern, wie Alec Balwin und Julianne Moore und ordnet die Videos und Klänge so an, dass Monologe zu Dialogen werden.
KOW, Brunnenstraße 9, 10119

Nachwuchs in der Enter Art Foundation
Wo bleiben denn eigentlich die Werke von Studenten, von den jungen und aufstrebenden Künstlern? Manche Akademien bieten zwar Rundgänge an, eine wirkliche Plattform wird den Talenten jedoch selten gegeben. Die ‚Enter Art Foundation’ zeigt nun 120 Arbeiten von 30 Künstlern aus insgesamt 18 Ländern.
Enter Art Foundation, Leipziger Straße 42, 10117

Anselm Reyle in der König Galerie
Die König Galerie ist die Anlaufstelle für moderne Kunst in Berlin, ihr Gründer Johann König eine Person des öffentlichen Kunstlebens. Hier einmal reinzuschauen lohnt sich auch schon ohne zu wissen, wer ausgestellt wird. Dieses Wochenende gibt es jedoch die Comeback-Werke von Anselm Reyle zu sehen.
König Galerie, Dessauer Straße 6 bis 7, 10963

Isabella Bortolozzi
In der Galerie von Isabella Bortolozzi wird Kunst und Mode vermischt, ein Laufsteg wird Models, Tänzer und Schauspieler beherbergen, die die Debütkollektion von Designer Anthony Symonds und dem Stylisten Max Pearmain zeigen.
Isabella Bortolozzi Galerie, Schöneberger Ufer 61, 10785

Rosa Parks’ Haus von Ryan Mendoza
Ryan Mendoza hat kuzerhand das Haus der Bürgerrechtlerin Rosa Parks abbauen, verschiffen und wiederaufbauen lassen. Von Detroit nach Wedding. Das Haus lässt sich nun in einem Hinterhof in der Wriezener Straße besichtigen.
Wriezener Straße 19, 13359

Dolce & Gabannas ‚Thin and Gorgeous’ Schuh
Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen, ein Sneaker von Dolce & Gabanna ging diese Woche viral und zwar nicht wegen seines Designs, sondern wegen einer Kritzelei. Der weiße Schuh ist verziert mit Nieten, glitzernden Applikationen und Aufschriften, die aussehen, wie unsere Edding-Malerei auf Converse-Sohlen aus der siebten Klasse. Wir hatten damals Songtitel, Bandnamen oder sogar die Initialien des Schwarms aufgezeichnet, Dolce und Gabanna dagegen schreibt: „I’m thin and gorgeous“ und stellt damit Dünn-Sein und Schönheit gleich. Ein Rückfall in die Zeit vor Body-Positivity, Plus-Size Models und dem Selbstbewusstsein einer jeden Frau. Mode ist eine Industrie, in der es um die Hülle, um Kleidung geht, und die auf der einen Seite ungesunde Beauty-Ideale errichtet und sie auf der anderen Seite versucht wieder einzureißen. Innerhalb der letzten Jahre haben wir es geschafft das Bild von Topmodels und dem skinny Heroin-Chic aus unseren Köpfen zu verbannen, um uns selbst wieder lieben zu lernen und wir waren enorm stolz darauf Teil dieser Bewegung und Branche sein zu können. Heute müssen wir wieder einmal den Kopf schütteln, vor allem, wenn wir Stefano Gabbanas Instagram-Posts und –Captions als Reaktion auf empörte Follower lesen: „Next time we’ll write love to be fat and full of cholesterol“. Unterstützende Lachsmileys umranden diesen ‚Witz’. Ob dick, dünn, Impuls- oder Planungsesser, ob Vitamin A oder Kohlenhydrate, Salat, Schokolade oder Burger – Solange Essen in einem gesunden Muster verläuft und der Kopf sich mit dem Körper anfreunden kann, ist jeder ‚Gorgeous’.

Cos Bademode
Ist euch auch schon einmal aufgefallen, dass es einfach keine schönen und bezahlbaren Swimwear-Brands gibt und die großen Modeketten Ober- und Unterteil zusammen verkaufen? Brüste und Hintern sind selten proportional zueinander, meist ist eines von beiden kleiner oder größer, warum wird also so produziert? Wir haben nun eine Kollektion gefunden, die wir sogar über dem Shirt tragen wollen, weil sie so minimalistisch cool ist. Hier die Kollektionsbilder der neuen Bademoden-Kollektion von COS, die ab jetzt bis Juli erhältlich sind.

Pharell Williams für Chanels‘ Gabrielle Bag
Dass Frauen Hosen tragen wird seit den 20ern mehr oder weniger akzeptiert, Männer in Röcken dagegen nur vereinzelt, auf Jean Paul Gaultiers Laufstege oder als Schotten. Mittlerweile weitet sich unsere Gender-Auffassung, dass weiblich konnotierte Kleidungsstücke, Stoffe und Farben auch in die Männerwelt transportiert werden. Oft alleridngs mit dem Zusatz „homosexuell“. Gerade jetzt ist es wichtig diese Bewegung weiter nach vorne zu tragen und uns von den Assoziationen, die wir von kleinauf von der Gesellschaft beigebracht bekommen haben, zu lösen. Ein heterosexueller Mann kann genauso gut pink, Seide und Spitze, einen Rock, ein Kleid oder eine Handtasche tragen, wie Frauen oder homosexuelle Männer. Chanel und Pharrell Williams machen’s vor. Sie schließen sich der Genderbewegung von Jaden Smith und Louis Vuitton, von Hari Nef und Bruce Weber an, die den Mann von seinem Stigma befreit, Männlichkeit zeigen zu müssen. Wie auch immer diese genau definiert wird. Die Gabrielle Bag, die gerade auf allen Kanälen gespielt wird, wird lässig vom Musiker umgeworfen und lässt das Accessoire ganz natürlich, alltäglich ‚männlich’ wirken.

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https://www.youtube.com/watch?v=NVDKUIZi4sw

Ikeas Balenciaga Antwort
Es gibt ihn, den kleinen blauen Helfer in jeder Lebenssituation. Nein, wir meinen nicht Viagra, sondern die Ikea-Tasche, die in der Abstellkammer Pfandflaschen sammelt, die uns den Gang zum Papiermüll erleichtert, die Rucksäcke und Umzugskartons ersetzt. Sie kann winzig klein gefaltet werden, kostet nicht mehr als einen Euro und gibt es in jeder Wohnung wahrscheinlich mindestens drei Mal. Dass wir eine Luxusversion der idealen Plastiktasche brauchten, wussten wir lange nicht, bis Balenciaga uns eines Besseren belehrte und das blaue Modell, inklusive Doppelhenkeln in Leder für ungefähr 2000 Euro herausbrachte. Unter Demna Gvasalia, dem Creative Director von Vetements, erlebt auch Balenciaga eine Trash-Revolution, die Schals im Aldi-Logo-Muster, DHL-Shirts und Ikea-Taschen auf den Laufsteg bringt. Eine revolutionäre Idee: Image-Flipping von Brands, die niemals mit Luxus, Sexiness oder Prestige in Verbindung gebracht werden würden. Ikea freut sich über den „Flirt“ und zwinkert mit einem Instagram-Post zurück:

Gucci und Dior – neue Zahlen und Fakten
Wir haben gleich zwei Mal schnelle Business-News und Zahlen für euch! Es geht um zwei der bekanntesten Prestige-Luxus-Mode-Häuser der Welt, um Gucci und Dior. War Gucci 2014 noch auf einem absteigenden Finanz- und Image-Ast, so hat sich das Label mittlerweile, durch Hilfe von Creative Director Alessandro Michele, wieder erholt – sogar so gut, dass auch jüngere Zielgruppen Statement-Logo-Shirts um die 400 Euro kaufen und das Brand mit seinem floral-verspieltem Designwechsel 48,3 Prozent Umsatzsteigerung erreichen konnte. Auf der anderen Seite wird Dior nun erstmals Teil des Luxusgut-Konzerns LVMH, das von Bernard Arnault geleitet wird: Für insgesamt 13 Milliarden Dollar reihen sich nun Haute Couture, die Leder- und Accessoire-Kollektionen, sowie die Männer- und Frauen-Ready-to-Wear Kollektionen zu ‚Christian Dior Parfums’ und in die Kette von Marken, wie Louis Vuitton, Céline, Loewe, Kenzo, Givenchy, Marc Jacobs und Fendi.