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Weekly Updates – Der Flirt zwischen Lana Del Rey und The Weeknd und das Aufrollen von deutschen Style Klischees

Beim Durchlesen dieses Artikels ist uns aufgefallen, dass wir diese Woche ein bisschen Name-Dropping betreiben – ob die Synapsen unserer Gehirne einfach schneller funktioniert haben als sonst, oder die News der Woche ohne Assoziationen zu Filmen, Musikern und Kreativen keinen Sinn ergeben hätten, sei dahingestellt. Fakt ist, ihr werdet hier mit einer großen Portion Extrawissen begossen. Wer die Querlinks allerdings ignorieren möchte, der findet hier, wie immer, das was uns diese Woche beschäftigt oder inspiriert hat: Berlins coolstes und neuestes Label hat einen Kampagnenfilm veröffentlicht, Lana Del Rey und The Weeknd teilen ihre (gestellte) Liebesgeschichte auf der großen Leinwand, 2018 wird es ein neues Forum für Kunst und Kultur in Berlin geben und Kristen Stewart spricht sich gegen geschlechtsabhängige Dresscodes aus. Außerdem haben wir festgestellt, wir Deutschen haben doch Stil, egal was die Anderen sagen.

Das neue GmbH Kampagnen Video
Ein Bett, viele Körper, nackte Brustkörbe, rotes Licht. Eine Hand streicht durch lockiges Haar. Eine Zunge streckt sich seinem Gegenüber entgegen. Dass das Berliner Label GmbH sich als Kollektiv definiert wird auch in dem neuen Kampagnenvideo klar: Es sendet visuelle Wellen von Freundschaft, Sexualität und Natürlichkeit aus. Dieses Gefühl von Jugend, Geborgen-, Offenheit und Abgrund mit dem Filme, wie Trainspotting, Dreizehn, Bar 25 oder Raving Iran (ein paar wirklich sehenswerte Filme übrigens) zu Filmikonen geworden sind – nur ohne Drogen. Der Film zeigt eine Gruppe Menschen, die sich näher kaum sein könnten und in deren familiären Mittelpunkt der Betrachter aufgenommen werden will. Genauso funktioniert auch das Label. Nach dem Kennenlernen in Berliner Clubs gründeten Serhat Isik und Benjamin Huseby zusammen mit Freunden letztes Jahr ihr Label, das seitdem in Paris für Aufsehen sorgte und für den LVMH-Preis nominiert wurde. Eine Brand, die international agiert und auf dem lokalen Berlin beruht und dieses nach Außen wiedergibt. Das Video könnt ihr exklusiv auf i-D online sehen.

Lana Del Rey x The Weekend
Wir überlegen nach dem dritten Mal anschauen noch immer, ob das neue Musikvideo von Lana Del Rey extra cheesy, oder ironisch trashy angelegt wurde. Es scheint eine Schnittstelle aus Mulholland Drives mystischer Ästhetik, Titanics Bug-Szene und La La Land zu sein. Es gibt Sterne, die überdimensionalen Hollywood-Buchstaben, The Weeknd und Lana Del Rey, die gegenseitig von sich verlangen sich ihrer Kleidung zu entledigen, ohne, dass dies passiert, einen Freiheits-Renn-Moment, eine große Liebesgeschichte und einen romantisierten Fall, der die ganze 13 Reasons Why-Debatte wieder auferleben lassen könnte. „Lust for Live“ ist das zweite Musikvideo des gleichnamigen, angekündigten und vielerwartetem neuem Album Del Reys. Das Video hat zumindest die Fähigkeit Menschen in zwei Lager zu trennen, Melodie, Gesang und Musik dagegen vereinen. Ein Song, wie wir ihn von Lana Del Rey erwartet haben.

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https://www.youtube.com/watch?v=eP4eqhWc7sI

The Germans – Stil und Ikonen einer Nation
Politische Welt- und Exportmacht, Angela Merkel, Fußball-Weltmeister, Brezeln und Bier, dafür sind die Deutschen im Ausland bekannt. Andere Klischee-Schlagworte sind wahrscheinlich der Handtuch-Trick im Urlaub, Pünktlichkeit und Socken in den Sandalen. Dass letzteres mittlerweile auch in den französischen Chic und die internationalen Streetstyles eingewandert ist, kümmert dabei nur wenige. Uns wird dieser Fauxpas immer noch als dieser ausgelegt, dabei sind wir eigentlich die heimlichen Stil-Schaffer, nicht nur modetechnisch. Wir exportieren nämlich auch Kultur, vorne angefangen mit Goethe, Schiller, Beethoven, Marlene Dietrich, Karl Lagerfeld, Helmut Newton und Claudia Schiffer. Aber auch die beliebteste Jeansmarke der Welt Levi’s kommt aus Franken, die Düsseldorfer Band Kraftwerk hat den Grundstein für die weltweite Entwicklung von Elektro gelegt, mittlerweile gibt Demna Gvasalia in Paris den Modeton an und GmbH entwickelt sich zu einem der international spannendsten Newcomer-Labels und auch das, unserer Meinung nach, beste Avantgarde-Modemagazin 032c kommt aus Berlin. Deutschlands kulturelles Potential, ausgenommen von Berlin, wird größtenteils unter den samtenen Vorhang gekehrt. Das Buch ‚The Germans – Stil und Ikonen einer Nation’ widmet sich genau diesem Phänomen. Silke Wichert und Nina Zywitz zeigen Architektur, Kulinarik, Musik und Mode aus dem Land der Dichter und Denker.

Die Deutsche Bank eröffnet Forum für Kunst und Kultur
In Berlin wird es bald 3.000 Quadratmeter mehr für Kunst geben: Die Deutsche Bank will Mitte 2018 im Prinzessinenpalais in Mitte das neue Forum für Kunst und Kultur eröffnen. Es sollen dauerhafte und wechselnde Austellungen, sowie Veranstaltungen, Konzerte, Lesungen oder Gesprächsformate mit einziehen. Wahrscheinlich können 50.000 Werke aus der bestehenden Sammlung der Deutschen Bank, aber auch Werke aus Privatsammlungen begutachtet werden.

Cannes geschlechtsspezifischer Dresscode
Dass Dresscodes etwas stressig sein können ist jedem bewusst, der schon einmal auf eine Party eingeladen wurde. Entweder wurde auf der Karte, in der Mail, der Facebook-Veranstaltung oder WhatsApp Gruppe einer genannt und man musste sich erst noch überlegen, wie die bestehende Garderobe damit einhergehen könne, oder aber es stand keiner dabei und man hat sich Sorgen gemacht over- oder underdressed zu erscheinen. So oder so, wir alle kennen die Überlegungen, die mit der Einladung einhergehen. Ganz andere Ausmaße nimmt allerdings ein Red Carpet Event an: Hier wird von Männern Tuxedo oder Sacko erwartet, von Frauen das Kleid und hohe Schuhe. Ein Dresscode, der nicht nur ein seiner persönlichen Mode-Vorliebe einschränkt, sondern vor allem auch einen Rückschritt für die Emanzipation bedeutet. Frauen sollten genauso Anzug und flache Schuhe tragen dürfen, wie der emanzipierte Mann zu Kleid und Highheels greifen dürfen sollte. Ein solches Event ist immer auch Anlass um sich chic zu machen und die Roben der größten Designer auszuführen, allerdings sollte hier niemals in Geschlechter unterschieden werden. Auf den 70. Filmfestspielen in Cannes galt allerdings genau ein solcher geschlechtsspezifischer Dresscode, gegen den sich unter anderem Kristen Stewart aussprach: „People get very upset at you if you don’t wear heels. But I feel like you can’t ask people that anymore. It’s just kind of a given. Like if you’re not asking guys to wear heels and a dress you can not ask me either.“ Sie erschien allerdings trotzdem in Kleid und hohen Schuhen, betonte aber, dass es ihre eigene Entscheidung gewesen sei.