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Weekly Updates – mit einer Fashion-Auswanderung, Wana Limars Karikatur von Berliner Hipstern, Trend-Prophezeiungen u.v.m.

Erst einmal allem voran: Deutschland hat sich für ein bisschen mehr Zukunft, für Toleranz, Offenheit, Menschenrecht und Gleichstellung – für die Ehe für Alle entschieden. Diese Neuigkeit überschattet alles, was jetzt kommen wird. Und wir denken nur: Lange überfällig, aber endlich eine Entscheidung hinter der wir stehen können.

Bevor es nächste Woche auf dem Blog ein wenig leiser und auf Social Media noch lauter um uns wird und wir euch live mit zur Berliner Fashion Week nehmen, gibt es hier noch einmal unseren Wochen-Rückblick: Wana Limar hat uns zum Lachen gebracht, indem sie die Menschen aus unserer Branche und damit auch ein wenig uns karikiert, Vetements bricht mal wieder alle Moderegeln und -standards und macht sich damit erneut zum Flaggschiff der Modesubkultur, Lidewij Edelkoort prophezeit die Trends für die kommenden Saisons und Ace Tee designet ihre eigene Mini-Kollektion für eine der größten Brands weltweit. Außerdem haben wir einen Kulturtipp für Fashion Week-Flüchtlinge.

WERNSEHEN – Shit Berlin Fashion Hispters Say
Warum hast du eigentlich nichts von Off-White? Vorhin meinte er noch ich bin auf der Liste. Ich war ja ein paar Mal in Hamburg und ich muss gestehen, ich versteh Hamburg nicht. Was ist das Konzept von Hamburg? Ich schieße nächste Woche mit ‘nem Freund ‘ne Strecke, analog, vor ‘nem Plattenbau. Guckt man sich den zweiten Teil von Wana Limars Youtube-Video „Shit Berlin Fashion Hispters Say“ an, dann kann man sich tatsächlich ein wenig selbst wiederfinden. Sie zeichnet Karikaturen unserer Szene, der Branche, der Industrie und vor allem von uns selbst. Auch wir tauschen manchmal die Kuh- gegen Sojamilch, shooten im Supermarkt, tragen Gucci und gucken Stranger Things. Aber gerade das macht das Video so sehenswert und lustig. Super meta!

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https://www.youtube.com/watch?v=XSLExb8GYio

Vetements Lookbook
Dass Vetements mit gängigen Moderegeln bricht und sich das Label genau deswegen innerhalb von kürzester Zeit zu dem Go-To-Label geworden ist, wenn es um Trends, Innovation und die Entwicklung der Industrie geht, ist keine Neuigkeit. Dass das Design-Kollektiv unter Demna Gvasalia allerdings so weit geht und die Fashion-Stadt-Institution Paris für das kleine Zürich verlässt und gleichzeitig ankündigt keine Schauen mehr präsentieren zu wollen, zeigt nur, wie ernst das Label seine Rolle versteht. Die Entwürfe ziehen Konsequenzen mit sich und Vetements wird seiner Verantwortung gerecht sich gegen den Kommerz zu stellen. Mittlerweile hat das Brand nur so einen großen Einfluss, dass gerade aus Anti-Mainstream das genaue Gegenteil entsteht. Was Vetements anpackt wird zum Trend und gerade deswegen wird das aktuelle Lookbook, der Schauen-Ersatz, noch viel viraler gehen, als es jede Runway-Show hätte erreichen können. Die Spring Summer 2018 Kollektion ist eine Neuauflage mit Variationen von bereits existierenden Vetements-Teilen und wurde von Demna Gvasalia selbst auf den Straßen Zürichs an Einheimischen abgelichtet – ohne Modeagentur oder Starfotograf. Es geht um echte Menschen und ihren eigenen Geschmack. Die Models, die von Kindern, über Familien, Teenager bis hin zu Rentnern reichten, konnten sich ihre Looks selbst aussuchen. Was dabei entstanden ist, seht ihr hier:

Lidewij Edelkoort – Trendforschung
Sie ist die Mode-Trendforscherin schlechthin, ihre Prophezeiungen werden wahr – nicht zuletzt, weil sich die komplette Branche nach ihr richtet. Sie gibt die Richtlinien und Trends des nächsten Jahres an. Für einen Vortrag, in dem Lidewij Edelkoort über die bevorstehenden Entwicklungen in der Modeindustrie spracht, kam sie nach Berlin. Die deutsche VOGUE war dabei um die zehn wichtigsten Trends der kommenden Saisons zusammenzufassen. Mehr Details, ein Revival des Mittelalters, Handwerk und Individualismus sind nur ein paar der Schlagworte. Den ganzen Artikel findet ihr hier.

Acht Tage Marzahn
Wer will schon acht Tage nach Marzahn? Genau um diese Frage dreht es sich bei der Aktion, allerdings nicht um die Beantwortung, sondern darum sie aus unseren Köpfen zu löschen. Marzahn ist erst einmal ziemlich negativ konnotiert, es werden einige Witze über den Berliner Stadtteil und seine Einwohner gemacht, es ist allerdings auch ein kreativer Ort. Um dies zu zeigen, werden an acht aufeinanderfolgenden Tagen Events, Ausstellungen und Happening rund um das Thema Kunst in Marzahn gezeigt. Fotografie, Malerei, Musik, Performance und Installation stehen auf dem Plan und im Programm sind Punkte, wie Open Air Kino, Lesungen und Fahrradtouren zu finden. Das Ganze findet vom ersten bis achten Juli statt. Wer also keine Lust auf Fashion-Week-Trubel hat und seine Stadt noch besser kennen lernen möchte, der sollte hier in das Programm des Kunstfestivals schauen.

Ace Tee x H&M
Ein wenig Tic Tac Toe-Charme, einen Choker und übergroße Logo-Hoodies: Die Hamburger Rapperin Ace Tee greift mit ihrer Musik und vor allem Ästhetik stark auf das 90er Jahre Revival zurück, das gerade besonders in der Modewelt aufkommt. Mit ihrer Kollektion für H&M bringt sie genau diese Vibes in die Läden und den Onlineshops der schwedischen Brand. Insgesamt designte sie 16 Teile, von Jeansjacken mit groben Nähten über Merch-Shirts. Ab September wird es die limitierte Kollektion zu kaufen geben.