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Ein Raumschiff für Louis Vuitton

Werbung in Kooperation mit Louis Vuitton

Für die Fall/Winter 2018/19 Womenswear Kollektion der französischen Traditionsmarke Louis Vuitton griff Nicolas Ghesquière auf ein beliebtes Stilmittel des Modedesigns zurück: Eine Reise durch die Zeit – Eine Reise durch die Archive kombiniert mit aktuellen Modeströmungen und einem Futurismus, wie man ihn sich vor ein paar Jahrzehnten vorgestellt hat. Um den Entwürfen den passenden Rahmen dafür zu liefern, landete ein Star Trek-inspiriertes Raumschiff im normalerweise unzugänglichem Cour Lefuel des Louvre Museums in Paris. Die Models schritten die Wege ab, die einmal als Zugänge zu den Pferdeställen dienten und später mit Tierskulpturen des Bildhauers Pierre-Louis Rouillard versehen wurden.

“We all have the experience of having more and more information about what we believe will be our future, and more and more information about what was our past. In between those things is how we define our present” – Nicolas Ghesquière

Diese Fusion aus Tradition, Zeitgeist und Zukunftsgewandtheit lässt sich natürlich besonders stark in den Designs von Ghesquière finden, dessen Markenzeichen avantgardistische Silhouetten sind und der von dem bedeutendsten Modemagazin für und von der Branche, von Business of Fashion, als ‚one of the most forward-thinking designers in the world’ bezeichnet wird. Diese Saison steht unverwechselbar im Zeichen seines Stils, seiner Bildsprache, seines Erbes. Klassisch-traditionelle Kostüme und Hosenanzugvarianten zeigen verrutschte Epauletten, die in Kombination mit dem prestigeträchtigsten Museums Frankreichs, umgehend an den Familiennamen Napoleon denken lassen. Goldene Knöpfe in Doppelreihen taillieren stark, während Schulterpolster Größe und Stärke verleihen – der 80er Jahre Power Look wird neuinterpretiert und schafft zusammen mit fließenden Stoffen und sanften Farben eine moderne Feminität. Im Kontrast dazu stehen Tweed-Gewebe, die über glitzernden Pullovern, zu Spaghetti-Kleidern umfunktioniert wurden, sowie Retro-Futurimus-Elemente und Cowgirl-Anlehnungen. Auch Ghesquière scheint vor dem ‚Raf Simons-Calvin Klein Einfluss’ der letzten Saison nicht sicher gewesen zu sein, und verwendet Stickereien, die wir traditionell auf hellbraunen Fransenlederjacken in Westernfilmen vermuten würden, sowie Boloties. Die Reise durch Stile und Zeiten hört hier noch nicht auf, sondern weitet sich auf die Gebiete des Disco-Chics mit Glitzer-Pants in Krokoprägung und mit metallenem Glieder-Hüftgürtel, als auch des Weltraum-Kosmos mit neuem LV-Logo on Lichtschwert-Optik und Sci-Fi-Farbdesign aus.

‚Sometimes we think to empower a woman means putting trousers on her. The women I dress don’t dress for men and they don’t dress like men. They dress for themselves and like themselves” – Nicolas Ghesquière

Eine Kollektion zu präsentieren, die so viele Andeutungen macht, die sich aus so vielen Bereichen einer Ästhetik und einer Anekdote bedient, die thematisch so inkonsequent zu sein scheint, und dabei trotzdem als ein Ganzes, als Konzept mit rotem Faden und als eindeutiges Produkt einer Markensprache erkennbar ist – eine solche Präsentation ist der Grund, wieso Nicolas Ghesquière als eines der größten Nachwuchstalente unseres Zeitalters gehandelt wird. Gleichzeitig ist sie aber auch das Zeichen dafür, dass Ghesquière seine Mission erfüllt hat: Louis Vuitton vom Traditionsunternehmen 2013 zu einem der angesagtesten Designhäusern der 10er Jahre zu machen, ohne dabei die ästhetischen Grundwerte seines Gründers zu verlieren.

Show Images von: Louis Vuitton / Ludwig Bonnet