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WEEKLY-UPDATES – MIT STREETWEAR-LEGENDE DAPPER DAN UND GUCCI, DER NEUSTEN STILL-DEBATTE UND UNSERER LETZTEN PODCAST-FOLGE

Diese Woche war super aufregend, da Lisa Geburtstag hatte und Tanja mit voller Power auf Überraschung gesetzt hat! Alles andere was wir mitbekommen haben, teilen wir heute wieder in unseren Weekly Updates mit euch. Wie immer ist dabei kurioses, modisches und hoffentlich informatives. Ganz frech und in eigenem Interesse haben wir euch außerdem dieses Mal unseren MatchaLatte Podcast reingepackt, für alle die unser Content Pensum noch nicht ganz umrissen haben. Viel Vergnügen beim durchklicken und reinhören.

Gucci x Dapper Dan: High-Fashion trifft auf Streetwear-Legende

Es ist die überraschendste Kooperation, die derzeit die Modeszene bewegt: Diese Woche präsentierten das italienische Modehaus Gucci und die Street-Style Legende Dapper Dan ihre erste gemeinsame Kollektion, bei der, doch auch nicht mehr neu, lässige Streetwear auf exklusives High-Fashion trifft. Bis zum Ende hatte wohl niemand mit dieser Kooperation gerechnet, da sich beide Parteien in der Vergangenheit des Plagiats beschuldigt hatten. Es ist eine Beziehung, die in bösen Rechtsstreits und heftigen Schlagzeilen hätte enden könne, stattdessen entscheiden sich beide für Frieden und kurzerhand für eine offizielle Zusammenarbeit.
Dapper Dan ist vor allem für seine Streetwear und als Stylist aus den späten Achtzigern und frühen Neunzigern bekannt und seinen großen All-Over-Logos mit denen er auch Stars, wie Bobby Brown, Big Daddy oder Salt-N-Pepa einkleidete. Genau diese Entwürfe dienen auch jetzt als Grundlage für seine Kooperation mit dem italienischen Label. Die zu erwartenden Streetwear-Elemente, wie Jogginganzüge, Bomberjacken, weit geschnittene Hosen und Sneaker treffen auf das Kult-Logo mit dem berühmten Doppel-G, das plakativ auf Kleidungsstücke und Accessoires gepackt wurden. Sozusagen Logo-Mania NEXT LEVEL. Schon im letzten Jahr setzte Gucci in seiner Pre-Fall-Kampagne auf kulturelle Vielfalt und engagierte das erste Mal ausschließlich farbige Models. Der damit verbundene Hype zeigte dabei vor allem eins: Die Repräsentation von unterschiedlichen Schönheitsidealen ist in der Modewelt bis heute keine Selbstverständlichkeit. Andere Kulturen und Subkulturen dienen in der heutigen Mainstream-Kultur vorwiegend als Inspirationsquelle und werden vielmehr ihrer Identität beraubt als Freiraum zur Entfaltung und Unterstützug ihrer eigenen Ethik und Kultur zu bekommen. Viele Kritiker bezeichnen das als “Kulturelle Aneignung” oder „cultural appropriation“. Umso wichtiger finden wir die Kollaboration mit Dapper Dan, bei der das italienische Modehaus sich nicht nur der afroamerikanischen Kultur und Ästhetik bedient sondern die Legende Dapper Dan in den Design Prozess miteinbezieht und ihm den gebührenden Respekt zollt.

Unser Film-Tipp der Woche: Dokumentation “Generation Wealth”

Die Fotografin Lauren Greenfield ist vor allem für ihre Dokumentation „The Queen of Versailles“ aus dem Jahr 2012 bekannt, bei der sie den Aufstieg und sozialen Fall der US-Miliardärsfamilie Siegel mit der Kamera begleitet. Mit ihrem neusten Film begibt sie sich wieder einmal in die Welt der Superreichen und zeigt in „Generation Wealth“ Aufnahmen und Zusammenschnitte aus ihren Archiven der letzten 25 Jahre. Es ist ein Einblick in den Mikrokosmos der oberen Zehntausend, was 2017 erst als Fotoband erschien, und jetzt auch als Film das Bild einer materialistischen und Image-besessenen Kultur zeigt.
Es sind Aufnahmen aus einer Zeit vor Instagram, bevor es den Begriff „Blogger“ oder „Influencer“ gab und Trump noch nicht der mächtigste Mann der Welt war. Umso erstaunlicher, dass Lauren Greenfield es schafft mit dieser Dokumentation den Zeitgeist unserer Gesellschaft zu treffen, in der es scheinbar immer stärker denn je um Selbstdarstellung, Perfektion und Status geht. Lassen wir, die Millenials und Generation-Zler, uns tatsächlich lieber von den Kardashians als unserer eigenen Familie inspirieren?  Greifen wir tatsächlich lieber zu Tinder als auf ernsthafte Beziehungssuche im “real life” zu gehen? Die extreme Darstellung der Doku lässt uns ganz gewiss unser eigenes Handeln und unser Umfeld in Frage stellen und vor allem sehen wir bereits auch Gegenbewegungen von Achtsamkeit, Minimalismus und bewusstem Konsum in unserer Generation, die im Kontext von Lauren Greenfield an Bedeutung gewinnen.

Sports Illustrated sorgt für die nächste Still-Debatte

Es war das Thema bei der diesjährigen Bademodenschau der Zeitschrift „Sports Illustrated“: als Model Mara Martin den Laufsteg betritt, ist sie nicht alleine. Mit dabei ist ihre fünf Monate alte Tochter, mit der sie zusammen den Laufsteg entlang spaziert und die sie, unter den Augen des erstaunten Publikums, stillt. Stillen auf dem Laufsteg gab es noch nie. Was folgte: Eine Mischung aus Empörung, Zuspruch und der Frage: “warum ist das Stillen in der Öffentlichkeit ein immer noch so großes Tabu?” Der Baby-Catwalk fügt sich perfekt in die weltweite Still-Debatte, bei der es um den intimen Moment zwischen Mutter und ihrem Kind geht. Viele Mütter auf Social Media und privat kämpfen seit längerem für die Enttabuisierung des Stillens an öffentlichen Orten, wie in Cafés, Restaurants oder Parks und das zu Recht! Bruststillen ist etwas wunderschönes und gehört zum Leben dazu. Deshalb sollte man sich als Frau beim Stillen nicht verstecken müssen. Aber gleich auf einen Laufsteg? Mara Martin selbst meldete sich auf ihrem Instagram-Account zu Wort: „Ich bin so dankbar dafür, dass ich diese Botschaft in die Welt hinaustragen darf und damit hoffentlich dazu beitragen kann, das Stillen zu normalisieren und anderen Frauen zu zeigen, dass wir alles schaffen können.“
Das Füttern auf dem Laufsteg sei natürlich außerdem nicht geplant gewesen. Nachdem die Show mit Verspätung begann, hatte ihre Tochter einfach Hunger bekommen, so das Model. Eine Redakteurin von Sport’s Illustrated fragte sie demnach, ob sie ihrem Kind nicht einfach weiter auf dem Laufsteg die Brust geben wolle, woraufhin sie einwilligte.
Natürlich sollte es Frauen jederzeit und überall möglich sein ihr Kind füttern zu können, doch ist eine Fashion-Show dafür der richtige Ort? War diese Aktion wirklich zum Wohle des Kindes oder wäre es vielleicht besser gewesen, es einfach im Backstage-Bereich weiter zu stillen? Muss man als emanzipierte und moderne Frau wirklich Arbeit und Muttersein unter einen Hut bekommen und das in aller Öffentlichkeit, auf einem Laufsteg? Inwieweit nutzen Marken jetzt das heiße und wichtige Thema Stillen und Muttersein als Marketingtool, um Aufmerksamkeit für ihre Produkte zu generieren? Wir fragen uns, ob „Sports Illustrated“ mit der Aktionen nicht doch einen Schritt zu weit gegangen ist und leider Mara Martin und ihr Kind zu ihrem Zweck instrumentalisiert hat. Was denkt ihr?

Wow! WHAT A NIGHT! Words can’t even describe how amazing I feel after being picked to walk the runway for @si_swimsuit. Anyone who knows me, knows it has been a life long dream of mine. I can’t believe I am waking up to headlines with me and my daughter in them for doing something I do every day. It is truly so humbling and unreal to say the least. I’m so grateful to be able to share this message and hopefully normalize breastfeeding and also show others that women CAN DO IT ALL! But to be honest, the real reason I can’t believe it is a headline is because it shouldn’t be a headline!!! My story of being a mother and feeding her while walking is just that. Last night there are far more deserving headlines that our world should see. One woman is going to boot camp in two weeks to serve our country (sorry i don’t know your IG handle 🤦🏽‍♀️), one woman had a mastectomy (@allynrose), and another is a cancer survivor, 2x paralympic gold medalist, as well as a mother herself (@bren_hucks you rock) Those are the stories that our world should be discussing!!!! Just thinking about all that was represented there… I desperately need to give the most thanks to @mj_day for this. She supported me in what I did last night. Without her support this wouldn’t even be discussed!!!! She and the entire Sports Illustrated family are the most amazing and incredible team to have worked with. THANK YOU for letting all 16 of us be our true selves, strong beautiful women!!! Because of you, my daughter is going to grow up in a better world, where she will always feel this way!!!!!! Lastly, to every single woman that rocked that runway with me. Be proud. I know I am of you! You all have inspired me in ways unimaginable. I love you all!!! #siswimsearch

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MatchaLatte: Unsere letzte Podcast-Folge

Letzte Woche gab es mal wieder eine neue Podcast-Folge von Masha und Lisa zu hören. Euer Feedback dazu war so super, dass wir uns kurzerhand entschlossen haben sie einfach mal diese Woche mit in unsere Weeklys aufzunehmen und euch so nochmal ein kleines Update zu geben, welche Themen uns momentan bewegen. Vielleicht wissen auch einige von euch garnicht, dass wir wöchentlich eine Stunde “Privat-Gespräch” mit euch auf Soundcloud, Spotify und Itunes teilen.  Wir hoffen natürlich euch dann spätestens jetzt neugierig zu machen und vielleicht einige von euch als treuer Hörer und Hörerinnen zu gewinnen. Ja! Der Podcast ist tatsächlich auch was für Männer und ich würde sagen, die Herren können dabei einiges dazulernen. Ein Thema, dass uns letzte Woche besonders beschäftigt hat, waren Emotionen – und zwar unsere eigenen. Wer kennt’s nicht: Wie oft denkt man, man kennt sich selbst und sein eigenes Verhalten gut genug, ist selbstreflektiert und weiß genau, wie man in bestimmten Situation reagiert. Bis dann ein kleiner und meist ziemlich unüberlegter Gefühlsausbruch uns vom Gegenteil überzeugt und man feststellt: Gefühle und Emotionen lassen sich eben nicht ganz so einfach kontrollieren. Und wisst ihr was: Das ist auch gut so. Denn Emotionen gehören befreit und erst dadurch lernen wir uns selbst und unser Gegenüber doch eigentlich am besten kennen. Also keine Angst vor Emotion und keine Angst vor Konflikten, wenn man es am Ende schafft über sich selbst zu schmunzeln.
Für alle, die mehr zu dem Thema und unseren ganz eigenen Gedanken hören wollen, gibt es hier die komplette Folge zu hören.

Comments 1

  1. Auf jeden Fall ist die still Aktion nur ein Marketing Tool. Finde ich als zweifache Mutter sehr verwerflich.

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