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ES GEHT NICHT UM IBIZA – URLAUBS-GEDANKEN, -PLAYLIST und -TIPPS

Wir sind Kinder unserer Zeit, wir sind Opfer unseres eigenen Mediums, selbst wenn es um Urlaub geht. Gestern sind wir wieder zurück in Berlin angekommen nach 5 Tagen intensivem Kurz-Urlaub auf Ibiza. Während der Zeit haben wir viel darüber geredet, was wir mit unseren Leben machen wollen und ich musste viel darüber nachdenken wie ich die Stimme, die ich habe, nutzen will, was ich Leuten kommunizieren will. Ich versuche eigentlich immer darüber nachzudenken, wie sich die Menschen fühlen, die einen Post lesen oder sehen. Wir alle tragen online und offline zum Weltbild der anderen bei. Und trotzdem nutze ich Instagram dann doch oft, so wie wir alle es gelernt haben, um zu zeigen, mit wem man ist und wo man ist und weniger, wie es einem gerade geht, was man gerade denkt oder warum einem etwas gerade gut tut. Schnelle Impressionen ohne viel Kontext oder tiefe Captions, für die man sich Zeit nehmen muss, zeigen ein verfälschtes Bild und oft nicht um was es eigentlich geht.

Ein Urlaub ist kein Contest und derjenige, der den geilsten Sommer hat bekommt keine Medaille, sondern meistens eher eine sehr erschöpfte Version seiner selbst. Gerade auf Social Media kommt es einem manchmal aber eben genau so vor: Hauptsache man hat sich bei den heißesten Locations der Insel eingecheckt und kann im nächsten Smalltalk eine Meinung zum Menü abgeben. Auch ich ertappe mich manchmal in diesem System des Vergleichs und muss mich selbst immer wieder daran erinnern: es geht nicht um Ibiza, es geht nicht um Beachclubs, es geht nicht um das Kleid, das ich trage. Das ist alles nur Dekoration. Der Sommer ist kein Lifestyle-Wettbewerb.

Worum es geht? Vor zwei Wochen waren Tanja und ich beide super erschöpft von der Hitzewelle am Telefon und da platzte es aus uns heraus: “Wir brauchen Urlaub.” Wieso ist es so, dass man als Selbstständige garnicht mehr darauf kommt, was eigentlicher Vorteil dieser Berufsform war, nämlich dass man sich die Arbeit einteilen kann, dass man sich verdammt noch einmal selbst freigeben kann? Gesagt getan. Wir haben unser Team aus dem Büro entlassen und und unsere Abwesenheitsnotiz eingestellt.

Einfach mal weg, mal aus einer Reise kein Projekt machen. Raus aus dem Daily Business und sich Zeit nehmen für die Dinge, für die im Alltag oft die Muse und Zeit nicht bleibt, oder eben auch mal gar nichts machen und einfach nur auf der Sonnenliege eindösen, der Müdigkeit, dem Moment nachgeben. Ich wollte mit meinen besten Freundinnen, an einen Ort der Ruhe, das Handy mal tagsüber weglegen, kochen, lesen, schlafen, ungeschminkt sein, schwimmen, reden und schweigen. Gespräche über das Frausein, das Erwachsenwerden, fehlende oder vorhandene Beziehungen, wie sich das was wir wollen mit 30 verändert, was wir für uns noch lernen müssen und wollen. Alle Pläne verwerfen und neue schmieden, uns sagen was wir aneinander hassen und lieben, lachen und weinen, die Freundschaft fühlen. Fotografieren, weil ich Fotografie liebe und nicht um des Posts willen. Neue Musik entdecken und fühlen. Genau das haben wir gemacht und dafür hätten wir auch in einem Haus in Brandenburg sein können und im Schlafanzug anstatt im Bikini. Was ich damit sagen will ist, oft empfinde ich einen Konflikt zwischen dem, was man auf Social Media kommuniziert, nach dem was es aussieht, die Dekoration, das drumherum und dem was ich eigentlich empfinde, was in diesen Moment eigentlich für mich besonders macht. Und eigentlich will ich euch ja genau daran teilhaben lassen und euch sagen, ich hoffe ihr seid diesen Sommer mit tollen Menschen. Ich hoffe ihr lest ein gutes Buch, ich hoffe ihr lebt den Moment, empfindet Dankbarkeit und seid euch selbst ein Zuhause, ganz egal wo ihr seid. Seid diesen Sommer geduldig und gut zu euch und schaut in euch, anstatt auf alle anderen.

Für alle die dann doch auf Ibiza sind und sich dort eine Auszeit gönnen wollen, haben wir hier noch ein paar schöne Ecken, an denen ihr euch es gut gehen lassen könnt:

Sundowner Experimental Beach: Immer eine coole, angenehme und ganz gemischte Crowd, von Familien, Einheimischen und jungen, hippen Leuten. Lohnt sich vor allem für den Sonnenuntergang.

Playa des Codolar Salinas, s/n, 07817 Ibiza, Islas Baleares, Spanien

Interior Shop Sluiz: Das Paradis für alle Einrichtungs- und Interiorfans. Sluiz bietet Statementpieces von Wandteppichen, Vasen, Kissen und Kunstobjekten in bunten Farben bis hin zu typischen Hippie-Chic Teilen.

Rd. Eivissa – Sant Miquel km4 07814 Santa Gertrudis, Ibiza

Lunch Cala Bonita: Der frische Fisch und der nette Service direkt am Strand mit Liegenoptionen ist perfekt für einen spontanen Mittagstisch.

Playa de s’Estanyol, s/n, 07819 Santa Eulalia del Río, Islas Baleares, Spanien

Beachday El Chiringuito: Hier gibt es große Daybeds und einfache Liegen mit Sonnenschirmen, ab 10 Euro pro Tag und ein wunderschönes Restaurant für den Hunger zwischendurch.

Playa Es Cavallet, s/n, 07830 Sant Josep de sa Talaia, Islas Baleares, Spanien

Lunch La Escollera: Direkt neben dem El Chiringuito bietet das La Escollera großzügige Portionen und frische Paella.

Playa Es Cavallet, 07817 Sant Jordi de ses Salines, Spanien

Comments 16

  1. Hanna

    Liebe Lisa, liebe Tanja,

    Ich finde den Post richtig gut und wichtig. Ich finde, ihr redet eben auch mal über tiefere Themen, hier und auf Insta, es ist mehr als der Schöne Schein. Ich hatte bei euch – leider im Gegensatz zu vielen anderen Bloggern – aber tatsächlich noch nie das Gefühl, dass ihr Dinge tut, nur um zu zeigen, dass ihr es könnt. Bei euch steckt immer mehr dahinter, ein Gedanke, der euch leitet. Und ihr schafft es auch dadurch, dass ich mich inspiriert fühle und nicht ‘minderwertig ‘, weil ich mir manches nicht so leisten kann.
    Was ich nicht verstehe an dem Post, korrigiert mich gern, wenn ich das völlig falsch verstehe: Er klingt nach einer Rechtfertigung. Gab es einen Anlass dafür? Warum und wofür eine Rechtfertigung? Dass ihr euch wie jeder andere auch im Sommer eine Auszeit nehmt? Dass ihr euer selbst verdientes Geld für ein wundervolles Haus auf Ibiza ausgegeben habt? Dass ihr eine gute Zeit hattet, an der ihr eure Follower ab und an habt teilhaben lassen? Nichts davon ist etwas, was einer Rechtfertigung bedarf. Ihr habt alles richtig gemacht und meiner Ansicht nach auch vorher genauestens kommuniziert, sas dieser Urlaub für euch werden soll, nämlich einfach Urlaub. Und den soll jeder exakt so verbringen, wie er mag 🙂

    Macht weiter mit dem, was euch ausmacht: Seid ehrlich und seid ihr selbst!

    Allerliebste Grüße
    Hanna

    • Lisa Banholzer

      “aber tatsächlich noch nie das Gefühl, dass ihr Dinge tut, nur um zu zeigen, dass ihr es könnt. Bei euch steckt immer mehr dahinter, ein Gedanke, der euch leitet.” liebe Hanna, damit hast du mir gerade meinen Tag gerettet. Wie schön, dass du das so siehst und fühlst. Wir versuchen genau das in jeden Output zu stecken, eine neue Idee, einen Gedanken, eine Perspektive zu bieten. Es gab nicht wirklich einen Anlass für meinen Post, ich habe es eher für mich selbst noch einmal erkannt, worauf es mir ankommt oder ankam, es ist also keine Rechtfertigung. Wir machen weiter, was wir für richtig halten und teilen unsere Gedanken und freuen uns dabei auf einen Austausch und eure Unterstützung. 🙂 xx Lisa

  2. katja

    Liebe Lisa, “Kind des Mediums Instagram”!
    Ein Medium was zuweilen sehr eindimensional erscheint, auf der einen Seite die Menschen, die sich zeigen und auf der anderen die, die deren Inhalte konsumieren, manchmal auch kommentieren. Wobei dieses Kommentieren dann auch wieder recht flach und wenig konstruktiv rüber kommt. Ich bin dank meines Alters nicht wirklich ein Kind der neuen digitalen Welt, aber dennoch Konsument und Beobachter. Weil es mich interessiert, was sich da alles tut, wieviel und was Menschen preisgeben, welche Themen diskutiert werden. Du bemühst dich sehr um Authentizität und um Tiefgang, proklamierst wie wichtig ideelle Werte sind und wie trügerisch und oberflächlich das ist, was sogenannte “Influencer”, zu denen du dich ja auch zählen kannst, repräsentieren. Ich folge dir eigentlich gerne, schau mir deine Beiträge an und verfolge deine Stories. Aber einen echten Mehrwert kann ich leider nicht daraus ziehen. Es ist für mich weder großartig inspirierend (Aspekt: Mode), noch wirklich informativ. Aber erst recht nicht Dialog-stiftend. Obwohl du das sehr oft versuchst, Grundlage für einen Dialog zu schaffen, der auf irgendeine Art relevant sein könnte. Ich finde ihr könnt euch sehr gut verkaufen, und das ist es letztlich was man bei Instagram fast ausschließlich versucht. Auf Dauer und wenn man sich dessen bewusst wird, stellt sich da gewiss ein dumpfes ungutes Gefühl ein, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Vor allem wenn man eigentlich viel mehr erreichen möchte, man mich sich und seinem Leben im Reinen sein möchte und sich einem die Sinnfrage stellt.

    Ich habe nicht ganz verstanden was dich bewogen hat einen Blogpost und parallel (um diesen anzupreisen) eine Story zu machen zum Thema, warum dein ganz privater „Intensiv-Urlaub“ mit den liebsten und besten Freundinnen nichts mit Urlaubs-Prahlerei zu tun hat.
    Aber ich habe mich erinnert, was ich mir gedacht habe, als ich die Posts von diesem Ibiza-Erholungstrip bei Instagram gesehen habe: „Alter, wie oft machen die eigentlich noch Urlaub!“

    Unweigerlich fängt dann das eigene Weltbild an zu wanken. Kann man anderen Leuten nichts mehr gönnen? Ist man von Neid und Missgunst zerfressen? Fuck, was muss ich tun, damit ich mir überhaupt mal einen Urlaub leisten kann, denn obwohl ich berufstätig bin, reicht die Kohle leider nicht. Geht das nur mir so??? Bin ich die einzige „Versagerin“? Man fühlt sich mit jedem Gedanken schäbiger, weil man sich überhaupt darüber ärgert, dass andere mehr haben, als man selbst. Und das obwohl man einen halben sonnigen Tag am Elbstrand auf irgendeiner ollen Strandliege chillend und mit dem ein oder anderen Aperol Spritz trinkend sich so unfassbar urlaubsmäßig entspannt fühlt wie vielleicht manche nicht in drei Wochen Seychellen. Ergo: es einen im Grunde gar nicht juckt, wenn andere irgendwo anders und mehrmals im Jahr hintereinander urlauben und es sich gut gehen lassen.
    Dein Blogpost handelt davon wie wenig Urlaub und Entspannung damit zu tun hat, an welchen fancy Orten und mit welchen fancy people man das macht, dass ihr genauso gut in Brandenburg hättet einchecken können, dass dies kein Unterschied gemacht hätte. Es klingt alles so bemüht rechtfertigend. Wofür? Plagt dich ein schlechtes Gewissen? Und wieso bleibt ihr dann in diesen 5 Tagen nicht einfach richtig privat oder soll das alles nur untermauern, dass ihr gar nicht oberflächlich seid und euch stattdessen alles mögliche wichtige umtreibt und bewegt. Würde das eure finanzielle Existenz gefährden? Das wäre interessant zu erfahren. Man weiß ja nicht genau, wie viel euer Job abwirft und es geht ja auch niemanden etwas an, aber manchmal frage ich mich, wie Ernst eure Lage doch sein muss, wenn ihr euch ständig genötigt fühlen müsst euch zu zeigen und alles mögliche und unmögliche preiszugeben. Letzten Endes seid ihr einfach „nur“ Unterhaltung, schnell gesehen, schnell vergessen. Es ist als ob diese künstlichen Wesen aus den Editorials diverser High-Fashion-Magazine auf einmal lebendig geworden wären und sie in einen konstruierten „Alltag“ gefallen wären, wie hinter einem Schaufenster, jeder kann sehen wie sie leben, was sie essen, wo sie Urlaub machen. Dann fangen sie noch an mit einem zu reden, zu erzählen, was sie bewegt oder nur einfach irgendwas daher quatschen. Und die, die vor dem Schaufenster stehen und gaffen und sich damit einfach nur auf eine kranke Art unterhalten denken sich, ich bin zu fett, ich bin zu arm, ich kann mir nie eine Chanel-Tasche kaufen..krass, alle ihre Freunde sind genauso cool wie sie, sehen alle so cool aus, so dünn, so healthy, wen die alles kennen, boah, was die jeden Tag so essen, da würden sie mich wahrscheinlich gar nicht erst reinlassen, hätte ich bloß was anderes studiert, dann könnte ich mir auch mal so ne Finca leisten mit Pool und allem. Und ganz zum Schluss fragt man sich: Warum kuck ich mir das an? Wieso geh ich nicht einfach weiter? Ist es so wie mit den Unfällen, wo man nicht wegschauen kann? Irgendwie so ähnlich. Man zieht es sich rein nur um danach angepisst zu sein. Und dabei finde ich dich echt sympathisch, man kann sich sicher gut mit dir unterhalten. Du bist ganz sicher auch eine super gute Freundin und Kollegin. Und ganz sicher bist du für sehr viele Menschen auch sehr inspirierend, ein gutes Beispiel für Stil, für Lebensweisen usw. Und ohne jeden Zweifel ist das, was du machst wirklich Arbeit. Ich kann das von Berufswegen einigermaßen beurteilen und finde es auch absolut nicht verwerflich, dass ihr davon gut leben könnt. Auch wenn ich finde, dass es etwas ausufert, aber dafür könnt ihr ja nichts. So funktioniert der Markt eben. Konsum ist King. Und das ist leider allzu offensichtlich.

    • Vanessa

      Du greifst viele Aspekte auf, die um dieses Thema kreisen. Vor allem den Grund für den Post würde mich auch interessieren, weil er sich für mich auch sehr rechtfertigend anhört. Diesen Teil finde ich interessant:
      “Und wieso bleibt ihr dann in diesen 5 Tagen nicht einfach richtig privat oder soll das alles nur untermauern, dass ihr gar nicht oberflächlich seid und euch stattdessen alles mögliche wichtige umtreibt und bewegt.” Das ist für mich auch das große Paradoxon, dass ich nicht verstehe seit diesem Post. Für mich hat dieser Beitrag etwas von einem nachträglichen Zurückrudern, als schon alles zu spät ist/war, weil bereits zu viele Fotos auf Instagram gepostet worden waren, um noch die Illusion von einem Urlaub, in dem es um Besinnung und private Zeit und Gedanken gehen sollte, aufrecht zu erhalten. Vielleicht wollte Lisa damit doch noch im Nachgang den Bogen zu schlagen zu “eigentlich haben wir diesen Urlaub genutzt, um uns auf uns selbst zu besinnen”, um damit auch wieder die Follower einzufangen, denen das sauer aufgestoßen ist. Irgendeinen Grund muss es ja geben, wenn sich Lisa in den Stories entschuldigt für den Ibiza-Content, vermutlich weil parallel während des Urlaubs soviel Kritik eintrudelte. Ich persönlich wäre nicht auf die Idee gekommen, ihnen das vorzuhalten, weil das nun mal Instragram ist – sich selbst darzustellen, seinen Lifestyle, etc. und wenn sie im Urlaub sind, machen sie das eben auch – das finde ich persönlich aber nicht schlimm, sondere sehe es immer noch als Teil ihres Jobs – weil Job und Privatleben bei vielen Influencern eben nie oder nur sehr schwierig zu trennen sind. Ihre Person ist eben bei Influencern auch immer gleichzeitig sehr mit ihrem Job verknüpft. Für mich wäre bis zu diesem Post und der merkwürdigen Story gestern auch alles ohne Kritik geblieben, nur wie gesagt: Ich finde dieses Rechtfertigen im Nachgang etwas merkwürdig. Steht doch dazu, was ihr macht und wenn ihr das posten wollt, ist doch alles gut. Es wirkt aber nun so, als ob ihr nachträglich Tiefgang in euren Ibiza-Content reinbringen wollt, wo von vorneherein keiner geplant war. Sollte meine Wahrnehmung nicht mit eurer Intention übereinstimmen, dann ist das eben so, hauptsache ihr fühlt euch wohl mit euch und mit dem, was ich transportieren wollt, denn es allen recht machen, das gelingt nie (aber das wisst ihr ja nach den vielen Jahren im Beruf sowieso schon).

      Bei mir lösten die Instagram-Posts nichts (negatives) aus bzw. habe ich mich damit nicht verglichen oder schlechter gefühlt. Ich gucke mir gerne Lisas / BloggerBazaars Content an, aber hinterfrage dadurch nicht, ob ich was falsch oder richtig mache, sondern sehe es als Unterhaltung, die mich aber in meiner Realität nicht nachhaltig beeinflusst. Ich kann dir aber sicher zustimmen, dass es genug Leute und eventuell gerade in der Zielgruppe der jungen Frauen gibt, die dieses “Höher, schneller, weiter” nur schlecht von ihrem eigenen Leben und Zielen abkoppeln können und damit womöglich in Selbstzweifel verfallen. Letztlich ist aber immer die Frage, wo die Verantwortung für andere anfängt und wo aufhört. Eine sehr interessante Diskussion!

      • Lisa Banholzer

        Hallo liebe Vanessa, eine wirklich spannende Diskussion! Ich frage mich das wirklich manchmal wo meine Verantwortung aufhört und ob ich mir tatsächlich manchmal eben zu viel Gedanken mache und es leichter nehmen sollte. Wie du an dem anderen Kommentar unten von Katja siehst, geht es eben nicht allen so, dass sie das direkt von sich und dem eigenen Leben distanzieren können, manchmal geht das sogar mir selbst so…Genau deshalb war das keine Entschuldigung im eigentlichen Sinne, ich habe mich nicht dafür entschuldigt, dass wir Urlaub gemacht haben, oder dass ich dann zu wenig oder zu viele Bilder gepostet habe. Sondern ich habe mich ironisch dafür entschuldigt, dass es über das Medium Instagram manchmal schwer ist Dinge eben authentisch zu vermitteln oder auf den Punkt zu bringen, da es eben ein Medium ist, was von Ästhetik und dem Moment und damit oft Oberflächlichkeiten lebt. Um eben Leuten, die dazu neigen, sich zu vergleichen den Druck zu nehmen, habe ich deshalb im Nachhinein gesagt: Ihr müsst nicht den selben Lifestyle haben, es geht nicht um wo und ob Ibiza oder zu Hause auf Balkonien! Es geht eben darum, mit wem du bist, und dass du bei dir bist und da machen Vergleiche eben oft nur unglücklich. Und du hast recht, es brauch nicht jeder Content Tiefgang, manchmal darf es nur unterhalten! Wir machen weiter genau das, was wir für richtig halten und freuen uns über euren Support und solche Austausche, wie hier. Danke dafür. LG, Lisa

        • Vanessa

          Hi Lisa,
          danke für deine Antwort! Ich kann deine Aussage nachvollziehen, verstehe sie und finde es super, dass du dich in den Dialog begibst.
          Ich bin selbst oft sehr ironisch, aber das kam in der Story für mich in dem Moment gar nicht an – aber das kann passieren und ist ja auch kein Drama, wieso sollte es auch? Ich bin aber auch niemand, der dir oder wem auch immer ich bei Insta folge, DM oder Nachrichten oder sonst was schicken würde, weil ich einmal eine Sache nicht so geil fand oder nicht verstanden habe oder was auch immer…ich habe manchmal das Gefühl, Leute verlieren den Fokus, was wirklich wichtig ist im Leben. Sicher nicht Instagram, schon gar nicht, wenn es nur private Unterhaltung ist und man dies nicht beruflich in irgendeiner Form betreibt.
          Einerseits finde ich es gut, dass du dir Gedanken machst, aber vielleicht sind es in der Tat manchmal zu viele. Das ehrt dich zwar, aber wie du merkst: Egal, wie sehr du es versuchst, du wird nie alle Leute mit in dein Boot holen, das ist eben das Frustrierende. Bis zu einem bestimmten Grad ist es ok, Verantwortung zu übernehmen (was an sich schon ein abstraktes, weil hoch komplexes Thema für sich ist), aber letztlich muss sich meines Erachtens auch jeder Follower selbst reflektieren und überlegen, was man mit dem Content macht bzw. wie man findet, was der Content mit einem macht. Wenn es mir nicht gut tut, frage ich mich, woran das konkret liegt und ziehe Konsequenzen – oder eben nicht, aber dann darf ich mich nicht beschweren und schon gar nicht andere dafür verantwortlich machen. Ich bleibe weiterhin interessiert und freue mich auf eure Projekte und Inhalte 🙂
          LG, Vanessa

          • Lisa Banholzer

            Liebe Vanessa, genau zu dem Ergebnis bin ich jetzt auch gekommen. Ich muss mehr darauf vertrauen, dass meine Follower Inhalte einordnen können und weniger Angst davor haben, nicht verstanden zu werden. Das ist ein Risiko, was man immer eingeht, sobald man etwas veröffentlicht. Danke dir für deinen Kommentar. xx Lisa

    • Lisa Banholzer

      Hallo liebe Katja, vielen Dank für deine sehr ehrliche und lange Nachricht. Ich muss zugeben, dass sie mich tatsächlich etwas trifft. Schade, dass du unseren Content, wie du selbst sagst nicht inspirierend findest, wir es aber tatsächlich schaffen hier trotzdem in einen Dialog zu kommen, das freut mich. Du hast recht, ich stecke manchmal in einem Dilemma, indem ich z.B. während dem Urlaub Instagram am Liebsten ganz sein lassen würde, es aber ein berufliches Risiko für mich darstellt. Tatsächlich ist es so, dass sobald ich mehrere Tage, oder auch nur einen inaktiv bin, heißt nichts like, poste oder kommentiere, sinkt unsere Reichweite direkt. Das ist super schade und ich ärgere mich darüber, trotzdem ist die Reichweite unseres Kanals ein Teil von dem was wir verkaufen und somit für meinen Lebensunterhalt essentiell. Wir sind sowieso nicht die reichweitenstärksten Blogger, wenn man sich andere große deutsche Mädels anschaut, da wir uns in bestimmter Hinsicht auch gegen eine Mainstream-Ästhethik entschieden haben. Selbst schuld kann man sagen. Wir glauben aber weiterhin, dass eben das “anders sein”, eine künsterlische Herangehensweise und andere Themen ansprechen oder Meinungen äußern sich lohnt und von der Community wertgeschätzt werden und somit zu einer wertvolleren Bindung beitragen. Wir wollen nicht das typische Instagram Klischee erfüllen und trotzdem und da hast du recht, tun wir es unweigerlich in bestimmten Punkten und mit unserer Lebensweise ganz bestimmt oft trotzdem. Das ist die Mischung an Inhalten für die wir uns entschieden haben, das ist das Leben was wir gerade leben, das sind die Themen über die ich gerade nachdenke. Wenn das nichts mit deinem Leben zu tun hat und dir nicht gut tut, dann ist das völlig in Ordnung. Selbst mir geht es so, dass ich bei Instagram Postings von anderen manchmal neidisch werde und kein gutes Gefühl habe, deshalb kann ich es sehr gut verstehen, wenn du auf diese Art von Input keine Lust hast. Ich versuche aber eben auch mit diesem Beitrag genau das Gefühl aufzugreifen und dir zu sagen, es kommt eben nicht auf die Villa und den Pool an. Ich weiß aus meiner Position ist das einfach zu sagen, aber glaube mir, ich kenne viele dieser Mädels oder Leute, die diesen Lifestyle haben, und ich wette du bist mit deinen Freunden einen halben Tag am See oft glücklich und zufriedener. Das wollte ich mit diesem Post sagen, es kommt nicht auf die Dekoration an, die wir sehen, sondern auf das Gefühl, dass du bei dir bist, wenn du am See mit deinem Aperol sitzt! Lass dir das nicht durch Social Media versauen! Verstehst du was ich meine? Liebe Grüße, Lisa

  3. Ich finde es wirklich toll, dass du dir auch Gedanken machst über die Wirkung der Postings & was sie in anderen auslösen könnten anstatt nur darauf zu achten, dass sie schön aussehen. Auch ich denke in letzter Zeit viel darüber nach und bin hin – und her gerissen zwischen der Realness, die ich vermitteln will und den ästhetischen Ansprüchen, denn ich liebe schöne Dinge und Fotografie. Ich habe darüber nachgedacht, dass Instagram vielleicht auch einfach ein Ort der Inspiration und schönen Dinge bleiben sollte. Ein Ort, der einen aus der Realität holt & gar nicht so einen hohen Stellenwert erhalten sollte, dass man auch alle möglichen anderen Momente dort teilt. Es ist ja auch im Prinzip gar nicht natürlich, dass man an so vielen Menschenleben, so konzentriert und tief Einblick erhält. Vielleicht sind das auch alles schon zu viele Gedanken, die man sich über eine App macht. Liebe Grüße, Isabell 🙂

    • Lisa Banholzer

      Hallo liebe Isabell, ja das ist der Konflikt in welchem man steckt, man will eine gewisse Ästhetik umsetzen, man hat einen künstlerischen Anspruch, aber man will nicht nur Schönes zeigen. DIe Menschen haben sich schon immer von Schönheit und gewissen Idealen angezogen gefühlt, das gehört zu unserer Natur…deshalb glaube ich auch, Instagram darf auch ein Ort sein, an dem man solche Dinge teilt und auch mit einer gewissen Leichtigkeit. Trotzdem ist es gut im Hinterkopf zu haben und auch andere immer wieder daran zu erinnern, dass es eine Scheinwelt ist. Mit diesem Wissen nimmt man dann die Dinge hoffentlich auch anders wahr. Oder was denkst du? LG, Lisa

  4. Danke für Ihr Fasten. Du warst an einem schönen Ort.

  5. Liebe Lisa,

    Zuerst, danke für deinen Beitrag. Es ist schön, dass Sie über die Auswirkungen Ihrer eigenen Beiträge nachdenken. Und es ist immer interessant, deine Beiträge zu lesen (zumindest für mich).

    Soweit es mich betrifft (zumindest was ich gelesen habe), ist Ibiza immer noch ein interessanter Ort für einen Strandurlaub 🙂

    Grüße,
    Anne

    • Lisa Banholzer

      Hallo liebe Anne, danke dir für deinen lieben Kommentar! Ja auf jeden Fall ist die Insel wunderschön für einen Strandurlaub! 🙂

  6. Frollein Lotte Pike

    Liebe Lisa,
    neben diesem Kommentar, der sich explizit auf deinen Post beziehen soll, werde ich dir später noch einmal persönlich schreiben. Das Alles wird sich dann für dich perfekt zusammenfügen – nun aber erst einmal zu IBIZA. Ich glaube die Krux an der Geschichte ist – und auch das vermisse ich bei deinem Post – dass wir als Leserinnern nicht oder nur ganz marginal erfahren, was für dich der Urlaub bedeutete und was nicht. Ja, du schreibst in ein paar Sätzen, was du meinst: kochen,lesen, ungeschminkt sein. Doch gleichzeitig bekommen wir nicht die Bilder von dir/euch zu sehen, die wir eventuell als authentischen Content in diesem Kontext erwarten würden. Schön und “pinterest” ist das, was ihr uns zeigt: perfekte Haut, perfekte Bikinis, perfekte Posen, eine tolle Landschaft, tolles Licht, tolles Essen, tolles Haus. Das passt in den Kontext “Pinterest” und “Social Media”, mit dem ihr auch eure Brötchen verdient (und genau deswegen hat auch dieser Content seine Berechtigung und soll nicht nur kritisiert werden). Der Vollständigkeit halber nun das große ABER: Wenn ihr euch von anderen Bloggern abgrenzen wollt, wenn ihr nicht wie die ganzen gleichförmigen Pinterest-Hasen sein wollt, wenn ihr Intresse am “real life” habt und euch selbst nicht nur als Lifestyle-Ikonen, sondern auch als ganz normale junge Power-Frauen seht, wieso knippst ihr dann nicht einfach mal ein “anti-pinterestes” Bild aka “Shit – 35 Grad, das Wasser im Pool glänzt … und meine Gesichthaut auch!” oder ” IBIZA – Zeit für Champagner & Fisch…..aber ich hab Bock auf Pommes und ein Bierchen …zisch!” ? Wieso gibst du uns nicht einen kleinen Einblick in deine “echte” Gedankenwelt. Rein thematisch klingen deine Umrisse zu “Was uns junge Frauen im Leben beschäftigt” nämlich wirklich interessant und SINN-voll und genau dieser Content fehlt auf so vielen Seiten und wäre eine echte Bereicherung! Darüber hinaus: Auch ein bisschen Spaß muss sein und wir müssen uns nicht nach virtueller Bilderflut anschließend in die große “SINN”Flut stürzen. Die Online-Welt hat (übrigens genau wie die Offline-Welt!) eben ihre Vor- und Nachteile und ist für uns alle ein großer Spielplatz, auf dem wir uns austoben können. Dennoch hoffe ich, dass wir bald wieder mehr in Richtung “Grips statt Gucci” tendieren (nur als kleine Metapher am Rande). Liebst, Deine Lotte

  7. Wie wunderbar geschrieben. Genau darum geht es im Urlaub. Einfach nichts tun. Muse tun. Auch hierzu sind viele in unserer Gesellschaft mit überfordert. Immer muss man einer Tätigkeit nachgehen, damit man vielleicht auch nicht mit sich alleine ist, mit sich und seinen Gedanken beschäftigt ist, da könnten ja Emotionen und andere Dinge hochkommen. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der ”Muse tun” nicht hingehört. Ich schreibe über diese und viele andere Themen auf meinem Yoga & Lifestyle Blog Magazin http://www.ganzwunderbar.com. Schau doch gerne mal vorbei!
    Ganzwunderbare Grüße
    Melanie

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