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LINKEDIN STUDIE ZEIGT: UNSERE GENERATION STELLT NEUE ANSPRÜCHE AN ARBEITGEBER

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Nach wieviel streben wir? Muss es wirklich immer höher, besser, weiter sein? Ich frage mich oft, ob es nicht einfach ok ist, an einem bestimmten beruflichen Niveau auch einfach wieder einmal durchzuatmen und anderen Dingen Aufmerksamkeit und Energie zu widmen. Muss es immer die nächste Stufe auf der Karriereleiter sein, noch mehr Geld, Anerkennung und die Chance auf mehr Sicherheit? Und lohnt sich das Opfer, das ich dafür bringen muss, wirklich?
Oder ist eben nicht die Kunst an einem bestimmten Punkt Zufriedenheit zu finden und den Rest des Lebens eben nicht vor lauter Ehrgeiz zu verpassen?

In Gesprächen mit meinen Eltern oder ihren Freunden merke ich oft, wie groß die Unterschiede in Sachen Erwartung an Beruf und Karriere innerhalb zwei Generationen sein können. Meine Eltern haben gearbeitet, um sich eine Existenz aufzubauen, Sicherheit und ein gutes Leben für ihre Familie zu schaffen. Damit haben sie auch meine Grundlage geschaffen, von der aus ich überhaupt ein gewisses Bildungsniveau und meine Selbstständigkeit anstreben konnte.  Dass ich heute soviel über Selbstverwirklichung und Work-Life-Balance nachdenken darf und darüber, was ich tatsächlich machen will, dass ich einen Beruf ausüben kann, mit dem ich mich
identifiziere, verdanke ich ihnen. Nicht nur haben sie mir das Selbstbewusstsein gegeben meine Träume anzugehen, sondern ich weiß auch…

….selbst wenn alles schief geht, Worst-Case-Szenario, habe ich meine Eltern zu denen ich zur Not zurück ziehen könnte. Das ist der Luxus meiner Generation.

Das wird natürlich hoffentlich nie passieren, aber es gibt mir eine Art Existenzsicherheit, dass ich nicht auf der Straße landen werde. (Ja, diese Ängste hat man als Selbstständige). Ich habe Support und kann mich dadurch auf andere berufliche Risiken und alternative Erfolgsschemen einlassen, anstatt einer “sicheren” Corporate Ladder und 30 Jahre in einem Konzern. Insgesamt habe ich in meinem Umkreis oft das Gefühl, dass sich im Moment Prioritäten verschieben und Leute immer öfter einen ausgewogenen Lebensstil und Zeit für andere Dinge als einer steilen Karriere vorziehen. Meine Freunde fragen immer mehr nach dem Sinn ihrer Arbeit und der Kultur ihres Unternehmens und weniger nach dem Gehalt oder Karrierechancen.

Jetzt hat eine LinkedIn Studie gezeigt, dass meine Generation und diejenige, die gerade ihren Weg in das Berufsleben findet, tatsächlich ganz andere Fragen an ihren Beruf und ihren Arbeitgeber auf dem Zettel hat. In der von YouGov durchgeführten Studie wurde untersucht, was ein Arbeitgeber heute bieten oder leisten muss, um eine echte Bindung zu seinen Mitarbeitern herstellen zu können. Was macht einen Arbeitgeber heute also langfristig attraktiv?
Ganz genau: Nicht mehr Karrierechancen und Gehalt.

Die heutige Generation ist auf etwas ganz anderes aus: Gerechtigkeit, Transparenz und Zugehörigkeit!

Mehr als die Hälfte (58%) der Befragten der Studie wählte den Faktor „alle Mitarbeiter fair und gleich zu behandeln“ auf den ersten Platz für eine starke Bindung zum Arbeitgeber. Das Vertrauen auf Fairness war für die meisten Befragten also im Arbeitsleben das höchste Gut.
Was bedeutet das? Der Blick scheint weg von persönlichen oder teilweise ego-zentrierten Bedürfnissen zu gehen und hin zu dem Gesamtkonzept eines Unternehmens und der Kultur am Arbeitsplatz. Wir schauen mehr auf Umgangsweisen unserer Chefs, nicht nur mit uns selbst, sondern auch in unserem Arbeitsumfeld. Der Anspruch geht in Richtung Wohlfühlfaktor im Arbeitsalltag, Gemeinschaft und weg von Wettbewerb und Ellenbogenmentalität.

Auch die weiteren Ergebnisse bestätigen das. Eine allzeit „offene und ehrliche Kommunikation“ wähnen 16 Prozent als wichtigsten Faktor, 11 Prozent entschieden sich für eine hervorragende Mitarbeiterbeteiligung. Das bedeutet, unserer Generation ist Diversity und das Bemühen, Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zu integrieren eben auch am Arbeitsplatz immer wichtiger. Immerhin 4 Prozent wählten, eine Haltung ihres Unternehmens zu gesellschaftlichen Themen auf den ersten Platz. Insgesamt sind die Mitarbeiter bereit auf vieles zu verzichten, wenn sie dafür mit ihrem Arbeitgeber kulturell auf einer Linie sind. „Gerade bei jüngeren Generationen, die jetzt in die Arbeitswelt einsteigen, sehen wir global seit einiger Zeit, dass Unternehmenskultur und Werte eine immer wichtigere Rolle spielen.“

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich sehr über die Ergebnisse der Studie gefreut habe und mich natürlich für das Thema immer mehr interessiere, seitdem wir selbst zum Arbeitgeber geworden sind. Ich will, dass meine Mitarbeiter nicht hauptsächlich des Geldes, oder der strategischen Karrierechancen wegen, Teil unseres Blogger Bazaar Teams sein wollen.Vielmehr möchte ich, dass in unserem Unternehmen gemeinsame Werte das Team zusammenschweißen und jeder Einzelne bei uns auch die Freiheit hat, seine eigenen Ideen bei unseren Projekten mit einzubringen. Ich glaube, dass durch dieses gemeinschaftliche Miteinander, der kreativen Freiheit und dem nicht klassischen Führungsstil mehrerer Hierarchien auch eine ganz andere Dynamik und Motivation bei uns im Team herrscht.

Heutzutage ist es schwer genug gute und passende Mitarbeiter zu finden, sie langfristig im Unternehmen zu halten noch schwieriger. Umso mehr freuen Tanja und ich mich, wenn sich unsere Praktikanten dazu entscheiden, auch nach dem Praktikum bei uns zu arbeiten. Das zeigt, dass wir mit unserem alternativen Führungsstil etwas richtig machen. Zudem bin ich überzeugt, dass es zu besseren Ergebnissen und einem schöneren Miteinander am Arbeitsplatz kommen kann, wenn die Atmosphäre im Unternehmen stimmt.   

Für mich persönlich fügt sich die #initogether Kampagne von LinkedIn und die in diesem Rahmen entstandene Studie zur Arbeitnehmerwahl der Generation Y sehr gut in meine eigenen Erfahrungen und die Geschichten in meinem Umfeld. #WasMichMotiviert verändert sich und es scheinen tatsächlich immer weniger oberflächliche Gründe zu einer Berufswahl zu führen und das könnte die Chance auf ein Lebensglück und eine ausgeglichenere Zufriedenheit sein. Ganzheitliches Glück und Balance zwischen Beruf und Privat, anstatt der Hetze nach dem nächsten Level. Ein weiteren sehr persönlichen Beitrag zum Thema Lebenszeit und Verwendung von Zeit findet ihr hier:

Was ist eure Meinung? Seht ihr an euren eigenen Entscheidungen oder in eurem Umfeld, dass es weg geht von der Karrieregeilheit und hin zu mehr Gelassenheit? Wie wichtig ist euch die Kultur eures Arbeitgebers oder könntet ihr easy für einen Waffenhersteller oder Nestlé arbeiten, wenn das Geld stimmt?

 

 

 

 

*Über die Daten: Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2040 Personen (davon 1010 Erwerbstätige) zwischen dem 28.05.2018 und 30.05.2018 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Über LinkedIn: LinkedIn vernetzt weltweit Fach- und Führungskräfte und hilft ihnen dabei, produktiver und erfolgreicher zu sein. Zudem verbessert das Karrierenetzwerk nachhaltig die Rahmenbedingungen für Personalsuche, Marketing und Vertrieb. LinkedIns Vision ist der Economic Graph, ein globales Netzwerk von qualifizierten Fachkräften, das jedem Mitglied neue Karrierechancen eröffnen kann. LinkedIn hat insgesamt mehr als 563 Millionen Mitglieder. In der Region Deutschland, Österreich und Schweiz erreichte LinkedIn im Dezember 2017 elf Millionen Mitglieder. 29 der 30 deutschen DAX-Unternehmen setzen auf LinkedIn

Comments 3

  1. Greta

    Liebe Lisa, ich befinde mich gerade am Ende meines Studiums und denke dementsprechend oft über die Frage nach, welcher Arbeitgeber und welche Tätigkeiten mich ansprechen und was ich von meinem Arbeitsumfeld erwarte. Mir ist es sehr wichtig, in einem Umfeld zu arbeiten, dass mich unterstützt und fördert, in dem man seine Kollegen und Vorgesetzten fragen kann und sich wohlfühlen. Andererseits finde ich es nicht absurd, das Gehalt in meine Überlegungen für die Wahl eines Arbeitgebers miteinfließen zu lassen. Meine Eltern haben mir vielleicht dieses Studium ermöglicht und gerade deshalb möchte ich ihnen über kurz oder lang etwas zurückgeben können. Geld ist die Grundlage für eine Existenz und darüber hinaus natürlich auch ein Leben, das ich mir für mich vorstelle, was eine gemütliche Wohnung, einen Urlaub am Meer und eine gewisse Sicherung für die Zukunft beinhalten sollte. Ich habe mich auch schon viel damit beschäftigt, was mein Arbeitgeber bestensfalls für einen Beitrag in der Gesellschaft leisten sollte. Und diese Frage finde ich wahnsinnig schwierig, weil Spaß bei der Arbeit und ein sinnvoller Beitrag für die Gesellschaft leider nicht immer zusammen gehen. Gerade NGOs können die Arbeitsbedingungen von wirtschaftlichen agierenden Unternehmen aus finanziellen Gründen oft nicht leisten. Doch auch ich bin während Praktika oder Nebenjobs schon oft an die Grenze gestoßen, dass ich dachte: „Ich arbeite nur, um reiche Menschen, die in den Chefetagen sitzen, noch reicher zu machen. Und den Menschen, die Hilfe brauchen, oder der Umwelt helfe ich gar nicht.“ Andererseits würde es ohne Unternehmen sicherlich noch mehr Menschen schlecht gehen, bzw. mehr Menschen geben, die ihre Existenz aufgrund mangelnder Jobs nicht selbst sichern können, was für mich zumindest sehr wichtig ist.
    Was mir an Deinem Beitrag leider negativ aufgefallen ist, dass Du Nestlé genannt hast. Natürlich ist Nestlé ein strittiges Unternehmen. Aber viele Unternehmen, z.B. auch VW als deutscher Konzern oder Amazon, sind nicht gerade Paradebeispiele für ethisches Verhalten. Ich denke nicht, dass die Welt so schwarz-weiß ist, dass manche Unternehmen und damit Arbeitgeber nur gut oder nur schlecht sind. Gerade Nestlé als Beispiel zu nehmen ist vielleicht nicht optimal, da vor ein paar Tagen auf dem Instagram-Account von Euch Werbung für Nespresso gemacht wurde, was auch zum Nestlé-Konzern gehört. Ich hoffe, ich habe das nicht angreiferisch geschrieben, denn das ist wirklich nicht meine Absicht. Mir ist das leider nur direkt aufgefallen und ich denke, dass man als Selbstständiger auch seine Kunden bewerten muss und nicht nur die Leute zum Nachdenken anregen sollte, die eventuell direkt bei Nestlé arbeiten.
    Ich habe bisher noch kein Kommentar geschrieben, finde den Blog aber wirklich toll und sehr inspirierend, ein echtes Unikat der Welt der Modeblogger.
    Liebe Grüße, Greta

  2. Um ehrlich zu sein, freue ich mich auch über das Ergebnis der Studie, denn: es geht mir genauso. Ich habe in den letzten Jahren einige Praktika (und freie Mitarbeiten) in Online Redaktionen von Modemagazinen gemacht. Dass sie nie sonderlich gut (oder gar nicht) bezahlt waren, könnt ihr euch sicher denken. Aber gerade dadurch hat sich gezeigt, wie wichtig andere Werte bei der Arbeit sind. Zusammenhalt, Offenheit, Fairness, Respekt und ein freundlicher Umgang. Da bin ich gerne länger geblieben, weil ich wusste, wer da noch mit mir sitzt und dass ich geschätzt werde. Gleichzeitig ist man wesentlich motivierter. Bei meiner letzten Praktikumsstelle war es dann leider das Gegenteil und für mich ein ziemlicher Beweis dafür, wie wichtig ein guter Zusammenhalt und eine positive Grundstimmung ist.

  3. Frollein Lotte Pike

    Liebe Lisa,
    in den Grundzügen stimme ich deinen Gedanken zu und es ist überhaupt interessant in diesem Fall auch in die Blogger Bazaar Köpfe hineinzuschauen. Erahnen, wie es hinter den Kulissen von euch abläuft, kann man Vieles – wie es denn tatsächlich aussieht, können eben nur die Betroffenen oder sagen wir die Beteiligten berichten. Allerdings beobachte ich (34), dass es innerhalb der “Generation Y” auch einen erheblichen Anteil derjenigen gibt, die sich hinter dem von dir beschriebenen Sinn für “gute Werte/Fairness/Partizipation” verstecken und sich über solche Argumente eine “Comfort Zone” bauen, die aus argumentativer Sicht überzeugt, dem Arbeitgeber aber erhebliche Probleme bereitet. So “ritterlich” die genannten Werte sind – es geht nicht ohne Selbstmotivation, Eigenantrrieb, Disziplin und Verantwortung. Hier missversteht die GenerationY (und auch einige andere) die veränderten Lebens- und Berufswirklichkeiten: Ja, für viele gehört zu einer gesunden Work-Life-Balance vielleicht mittlerweile nicht mehr nur ein gut gefülltes Bankkonto, sondern vll. mehr Zeit für die Familie und Freunde. Dafür nehmen sie weniger Gehalt in Kauf. Dennoch sollte unter dieser Neugewichtung nicht der Anspruch an das eigene Arbeits-Selbst verloren gehen. Das was ich tue, sollte ich für meinen Arbeitgeber und für mich zu 100% verlässlich erledigen. Dazu gehört es, sich zu bemühen, sich durchzubeissen – und eben diese unangenehmen Phasen nicht mit der Entschuldigung zu umgehen, dass man ja nun ganz andere persönliche Ziele hat. Ich selbst habe in meinem beruflichen Alltag leider viele Ex-Kollegen erlebt, die nur so hoch gesprungen sind, wie sie mussten. Gerade in einem kreativen Umfeld ist dies nicht förderlich (und in allen anderen Kontexten ebensowenig). Daher würde ich die Studie vorsichtig “genießen”. Wir sind zum Teil auf einem neuen, guten Weg. Jeder sollte dieses Privileg für sich nutzen und sich fragen, wie er diese Chance für sich nutzen möchte.

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