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UMDENKER TALKS – JAN`N JUNE

UMDENKER TALKS – JAN`N JUNE

Fair Fashion – genau wie Feminismus – ruft im unaufgeklärtem Mainstream-Hirn weitgehend negative und gänzlich fehlleitende Assoziationen auf, die den Begriffen kaum gerecht werden können. Um ersteres F-Wort von dem Irrglauben es wäre teuer und hässlich, sowie dem Bild der steif-kratzigen Stoffe, prüden Pädagogen oder dem alternativen Kommunen- und Selbstversorgerleben zu befreien, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht coole Labels vorzustellen, die umdenken, dem gängigen Klischee widersprechen und uns Lust auf Slow-, Fair- oder Sustainable Fashion machen. In unserem Umdenker-Talks lassen wir die Designer sprechen und zeigen, wie es möglich werden kann, selbst ein bisschen grüner, nachhaltiger oder fairer zu leben. Es ist eine Zeitgeisterscheinung sich konsequenter mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen – ja, man könnte fast sagen, ein Trend, der bleiben darf. Ob wir auf’s Fahrrad umsteigen, Öko-Energie beziehen, Bio-Produkte essen, Veganer und Vegetarier werden, fair produzierte Mode tragen oder uns einen Mix aus all dem zusammenstellen, wir werden bewusster und wissen, dass es an der Zeit ist, mit kleinen Veränderungen bei sich selbst anzufangen. Wir wollen diese Umbruchphase leichter machen, ohne uns selbst als Pioniere oder Vorbilder darzustellen, denn das sind wir nicht. Aber ein kleiner Schritt in die richtige Richtung kann zu einer gesellschaftlichen Umbruchphase führen.

Fashionable. Affordable. Sustainable. So der Slogan des nachhaltigen Labels Jan’n June und damit ist auch direkt klar, warum es auf unsere Must-Know-Liste gehört. Denn die Hamburger Brand schafft es tatsächlich alle dieser drei Komponenten zu vereinen und so gleich gegen zwei der meist-kursierendsten Vorurteile der nachhaltigen oder fairen Mode entgegenzutreten. Was sozial und ökologisch richtig ist, muss nämlich nicht gleich Leinen-Pädagogen- oder Hippie-Mode sein und auch gar nicht allzu teuer. Anna Bronowski und Juliana Holtzheimer machen es mit ihrem, 2014 gegründeten Label, vor: Die Kollektionen sind modern, alltagstauglich, klassisch-feminin mit Twist. Besonders lieben wir die Kord-Teile der aktuellen CARPE DIEM Kollektion, sowie die asiatisch-angehauchten, veganen Seiden-Teile. Denn produziert wird ohne Tierprodukte, dafür lieber mit Bio-Baumwolle oder -Leinen, Lyocell, oder Polyester aus recycletem PET und Meeresmüll. Fair ist das Ganze, weil es in Polen im Familienbetrieb hergestellt wird und somit nicht nur Arbeitsbedingungen kontrolliert werden können, sondern auch kürzere Transportwege geschaffen werden. Die beiden Girls von Jan’n June achten zusätzlich auf recyclebare Verpackungen und setzen auf den „Nose-to-Tail“-Gedanken in der Modeindustrie; Stoffreste, die sogennanten Off-Cuts, werden zu Laptophüllen und Scrunchies weiterverarbeitet. So kommt auch das 80s-Kid in uns auf seine Kosten. Online oder mit Hilfe eines QR-Codes könnt ihr zu jedem Kleidungsstück detailliert verfolgen, wo es herkommt, wer es geschaffen hat und welche Materialien verwendet wurden. Wir haben also noch ein paar mehr Schlagworte gefunden, als die, die im Slogan enthalten sind: Fashionable. Affordable. Sustainable. Fair. Vegan. Transparent.

Wer sich noch weiter über Jan’n June oder einen nachhaltigen Lebensstil informieren will, der kann sich hier über das Buch „Minimal Fashion“ der beiden Gründerinnen informieren.

MINI-INTERVIEW

Wie stellst du dir eine Friede-Freude-Eierkuchen-Welt vor?
Glückliche Bienen, plastikfreies Meer, Nachhaltigkeit als Norm und Geschichtslehrer, die ihren Schülern zu erklären versuchen, dass es mal Zeiten mit wenig Toleranz auf unserer Erde gab.

Was macht deine Brand konkret, um dieser besseren Welt näher zu kommen?
Letzteres können wir als Modelabel leider eher schwierig abdecken. Die ersten drei aber! Was wir mit unserer Brand machen können, ist komplett nachhaltig zu produzieren und unsere Umwelt zu schonen. Zum Beispiel mit Materialien, die aus recyceltem Meeresmüll gemacht werden oder Organic Cotton, das auf Pestizide im Anbau verzichtet. Und das Ganze mit Stil, denn das Auge isst ja mit!

Was können wir alle unseren Alltag bewusster gestalten?
Seinen eigenen Stil kennen und Fehlkäufe vermeiden hilft schon mal. Auf Langlebigkeit und Qualität bei Kleidung setzen. Slow Fashion kaufen. Zum Einkaufen eigene Taschen mitbringen. Coffee to stay statt coffee to go (Würde uns eh allen mal gut tun!).

SHOP THE POST

Artikel von links nach rechts:

Schwarzes Kleid, 105 Euro
Oranges Seiden-Top, 48 Euro
Olivfarbene Kordhose, 100 Euro
Kimono-Kleid, 125 Euro
Olivfarbenes Seiden-Top, 48 Euro
Roter Minirock, 65 Euro
Wintermantel, 270 Euro

Lookbook-Fotos von Lena Scherer