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PERSONAL ISSUE – FERNBEZIEHUNG UND DAS GROSSE VERMISSEN

Werbung & Kooperation mit Schiesser // Photos by Dustin Hanke 

PERSONAL ISSUE – FERNBEZIEHUNG UND DAS GROSSE VERMISSEN

In unserer globalisierten und vernetzten Welt ist alles im Fluss und gefühlt wenig noch stetig. So auch unser Wohn- und Arbeitsort, oder eben der Ort, an dem man seinen Partner kennenlernt. Gefühlt geht jedes zweite Paar heutzutage durch eine Phase von getrennten Lebensmittelpunkten und so führe auch ich seit 1,5 Jahren eine Fernbeziehung von Berlin nach New York. Genau weil ich nicht die einzige bin, sondern viele von euch das selbe durchmachen, vielleicht auch weit weg von ihrer Familie oder ihrer besten Freundin sind, finde ich der kommende Valentinstag ist der richtige Moment, um mal romantischen Klartext zum Thema Vermissen zu schreiben. Denn nicht jeder hat das Glück diesen Tag oder überhaupt viel Zeit mit seinen Liebsten zu verbringen. Als veröffentlichtes Tagebuch sozusagen, das was Blogs ursprünglich mal waren, starte ich jetzt ein paar Gedanken und Gefühle zum Thema Fernbeziehung mit euch zu teilen. Auf der einen Seite hoffe ich dadurch meine eigenen Ideen zu sortieren und eventuell von euren Erfahrungen zu lernen oder auch dem ein oder anderen von euch da vor dem Bildschirm zu helfen, seine Emotionen, sein Gefühl des Vermissens besser zu reflektieren. Ich freue mich auf den Austausch und darüber, dass wir gemeinsam romantisch daran glauben, dass es sich lohnt sich auf die Liebe auf Distanz einzulassen und Beziehungen zu riskieren, unabhängig vom Lebensort.
Valentinstag hin oder her, worüber sich jeder freut ist ein kleines Zeichen des Vermisssens bzw. eine kleine Aufmerksamkeit zum 14.02. oder auch zu jedem anderen Tag des Jahres. Ideen mit was ihr eurem Lieblingsmenschen spontan noch eine Freunde machen könnt, findet ihr auch in diesem Beitrag und sonst schreibt doch einfach mal ganz oldschool eine Karte.

Wenn ihr jetzt also auf Tipps gehofft habt, die es einfacher machen, hier der ernüchternde Teil; manchmal hilft alles nichts, sondern dann ist man einfach mal so richtig traurig. Und das ist auch ok. Dann weine ich eine Runde laut zu Hause, lasse alles einfach mal schamlos raus, rufe meine Mama oder eine Freundin oder ihn an und fühle mich danach erleichtert und gereinigt.

Was für mich super wichtig ist, ist dass das Vermissen sich nicht in Vorwürfen äußert. Keiner von uns beiden ist an dieser Situation schuld, wir beide haben uns auf diesen Deal bewusst eingelassen. Ich will, dass er glücklich ist und tolle Momente hat, auch wenn ich sie nicht mit ihm teilen kann und andersherum.

Freunde sagen zu mir, dass so eine Fernbeziehung es ja auch spannend und aufregend hält, weil man sich eben nicht immer hat. Stimmt. Aber wisst ihr was? Im Moment will ich es garnicht spannend, ich hätte es einfach gerne mal gemütlich und sicher. Ich hätte gerne mal einfach jemanden der nach einem langen Arbeitstrip auf mich wartet und der sich nach Zuhause anfühlt, nicht nach Abenteuer. Abenteuer habe ich genug.

Was ich durch meine Fernbeziehung lerne? Das es verdammt hart ist.

Am Anfang dachte ich, dass es mit der Zeit einfacher werden würde. Ich dachte, wenn ich mich erst einmal an einen Rhythmus von Nähe und Distanz gewöhnt hätte, dann wäre es ganz normal ihn gehen zu lassen oder ins Taxi zum Flughafen steigen zu können und nicht die ganze Fahrt zu weinen. WRONG! Für mich wird es tatsächlich immer härter mich zu verabschieden und dann zwei Monate ohne ihn zu sein. Umso näher wir uns mental sind, umso besser wir uns kennenlernen, umso mehr merke ich wie ich ihn bei mir haben will. In der ersten Woche Trennung versuche ich mich direkt in meine Arbeit und mein Sozialleben zu schmeißen und mich möglichst beschäftigt zu halten. Das geht so lange gut, bis ich spätestens nach zwei Wochen merke, dass ich a.) super müde bin und mal runterkommen muss und b.) das Gefühl dann doch nicht 100% verdrängen kann. Das Gefühl des Vermissens kommt bei mir phasenweise, manchmal intensiver und länger, manchmal nur an einem Sonntagabend oder wenn ich etwas erlebe, was ich unbedingt mit ihm teilen wollen würde. Dann fühle ich mich einsam, egal von wie vielen Leuten ich umgeben bin. Egal wie sehr ich versuche glücklich mit mir zu sein, die Dinge zu tun bei denen ich Spaß habe, es bleibt ein Kloß im Magen, dass irgendetwas fehlt.

Was aber oft hilft ist das Vermissen in etwas Positives umzuwandeln, zum Beispiel in Dankbarkeit. Ich sage ich mir selbst, wie schön es eigentlich ist, dass ich jemanden gefunden habe, der mir so wichtig ist, dass ich ihn so vermisse, mit dem ich alles teilen will, weil er mein bester Freund ist. Ängste in Dankbarkeit umzuwandeln ist generell ein guter Trick, der mir bei vielem hilft. Manchmal tröstet mich auch der Gedanke, dass eine Fernbeziehung eine gute Schule ist, weil man eben genau lernt, mit Dingen oder Gefühlen alleine klarzukommen und sie nicht auf den Partner abzuwälzen. Was offensichtlich leichter wäre, und wozu ich definitiv der Typ bin. Ich kann nämlich nicht strategisch irgendetwas für mich behalten, sondern mein Freund weiß immer wie es mir geht oder was ich fühle. Emotionen, Ängste sprudeln nur so aus mir heraus. Ich sag’s euch ich fühle so verdammt viel! 😀 Es darf eben nur nicht passieren, dass ich ihn für meine Stimmungsregelung oder für mein Glück verantwortlich mache.

Comments 3

  1. Andreas

    Hallo Lisa!
    Hallo Schönheit!
    Dein Post erinnert mich an eine Reportage, die ich im TV sah: Du hast gerade das Problem einer Frau, die Ehefrau eines Kapitäns ist, der Container zwischen Schanghai und Hamburg bewegt und gern mal 2 oder 3 Monate unterwegs ist. Dann ist der Partner aber auch gern 2 oder 3 Monate zu Hause. Ich frage mich: Gibt es ein Geheimrezept gegen Kummer? Ich glaube nicht. Aber in Vorbereitung dieses Beitrages habe ich Deine Insta-Bilder bis Ende 2017 zurück verfolgt. Das solltest Du auch tun. Ich war erstaunt, welche Dinge Du und Tanja bewegt haben und was dabei noch unterhaltsam war. Ihr könnt stolz auf Euch sein. Sehr stolz. With love Andreas

  2. Philine

    Liebe Lisa,
    ich führe auch eine Fernbeziehung, Boston-Amsterdam, wir haben uns das beide ausgesucht, um nicht irgendwann zu bereuen gewisse Sachen nicht für einen selber gemacht zu haben. Und ja, es ist verdammt hart. Ich hätte nicht gedacht, dass es doch so schwer ist. Wie soll man sich an einem Ort zu Hause fühlen, wenn das eigentliche zu Hause ein Mensch ist, der sich am anderen Ende der Welt befindet? Wenn ich es romantisieren möchte, versinke ich mich auch in den Gedanken der Dankbarkeit und des Glücks, so sehr lieben zu können, dass man diesen Schmerz des Vermissens auf sich nimmt. Während deine Gefühle nur so aus dir raus sprudeln, behalte och meine doch eher für mich, ich finde es teilweise sogar zu schwierig zu telefonieren oder skypen, weil es mir die geographische Distanz noch bewusster macht. Einsam in einem Raum voller Menschen und trotzdem würde ich für nichts auf dieser Welt diesen Mann und diese Liebe aufgeben. Eine dauerndes auf und ab der Gefühle, zwischen Glück und Selbstmitleid. Kopf hoch, weiter machen und sich darüber freuen, dass man irgendwann in der gemeinsamen Küche sitzen und nur noch über diese Zeit reminiszieren wird . Vielen Dank für diesen persönlichen Artikel, dadurch fühle ich mich weniger Alllein.

    • Lisa Banholzer

      oh Philine! Ich fühle dich so krass! Ich bin gerade wieder durch 3 Monate ohne ihn gegangen und es war so schwierig für mich “mein” Leben ohne ihn zu genießen und 100% anwesend zu sein…Morgen fliege ich nach New York und sehe ihn und das Gefühl und die Vorfreude sind mit nichts vergleichbar.

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