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KELVYN COLT IST DIE (DEUTSCHE) ZUKUNFT DES HIP HOP

KELVYN COLT IST DIE (DEUTSCHE) ZUKUNFT DES HIP HOP

Hip Hop aus Deutschland erfährt seit einigen Jahren durch Künstler wie Yung Hurn und RIN eine Renaissance, aber nur wenige Rapper schaffen es, internationalen Erfolg und Einfluss zu haben. Bei Kelvyn Colt ist das anders. Vielleicht, weil er auf Englisch rappt, vielleicht, weil er seine Musik-Karriere in London und nicht in Frankfurt startete, vielleicht weil die rechte Hand von Dr. Dre auf ihn aufmerksam wurde und ein paar Songs mit ihm in Miami aufnahm.

Vielleicht aber auch, weil seine Musik eine ganze Generation erreicht und berührt, weil sie motiviert, ein besseres, das für sich richtige Leben zu führen, weil sie frei von Klischees ist, weil sie Spiritualität und Stärke in Sounds verpackt. Kelvyn Colt ist auf dem besten Weg, eine neue Kategorie Rapper zu prägen, in die ihm viele Künstler folgen könnten. Seine aufgeladenen Live-Shows (in Berlin etwa zuletzt in der Kantine am Berghain) sind dabei genauso wichtig wie sein persönliches Auftreten in Social Media.

Eigentlich pendelt der Rapper zwischen London und Berlin, aktuell ist er aber in L.A., um an neuen Songs zu arbeiten (und Empire, dem Plattenlabel, bei dem er unter Vertrag steht und das beispielsweise Iggy Azalea repräsentiert, ist das natürlich auch ganz recht). Mit uns hat Kelvyn Colt über die zehn Dinge gesprochen, die ihn ausmachen.

Photos by Marius Sperlich

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1. Nicht von Grenzen definiert

“Wir leben im Zeitalter des Internets – insofern sehe ich mich nie als ‘lokalen’ Künstler. Weder, wenn ich in Berlin bin, noch in London, was mich sehr geprägt hat. Alles, was du hochlädst, ist sofort und überall verfügbar. In Deutschland fällt mir aber immer wieder auf, dass es eine wirklich große Lücke zwischen Pop-Kultur in den Medien und den Themen, die für die Jugend wirklich relevant sind, gibt. Vieles repräsentiert in meinen Augen eher eine alte Welt. In einer großen Tageszeitung gab es beispielsweise mal einen Artikel über mich, der meine Musik als nur für Teenager und ein bisschen Emo abstempelte.”

2. Seine spirituelle Seite

“Wenn Rapper versuchen, über Dinge wie Depression oder psychische Gesundheit zu sprechen, wird das oft nicht ernst genommen. Dabei ist das so wichtig. Ich bekomme auf Instagram häufig Messages von Leuten, die sagen, dass sie sich nicht umgebracht haben wegen meines letzten Posts oder eines Songs, oder dass die einzigen Freunde, die sie haben, die sind, die sie bei einem Konzert von mir kennen gelernt haben. Manchmal braucht man nur einen Menschen, der dir die richtigen Worte sagt. Aber ich muss jetzt nicht die Welt retten und alle einsamen Seelen miteinander verbinden oder so. Ich bin ein spiritueller Mensch, aber ohne religiöse Absicht. Spiritualität ist für mich Grundlage der Positivität und Liebe und Energie, die von innen kommt, die man anzieht.”

3. Zusammenarbeit mit Modelabels? Nur, wenn es eine Message hat

“Es gibt ein paar Marken, die ich wirklich mag – mit einigen bin ich auch befreundet, so wie ‘The End Is Near’. Ich will die Reichweite und das Publikum, das ich habe, aber nicht missbrauchen und vor allem will ich keine wandelnde Plakatwand sein. Ich sage nein zu großen Namen, auch zu Luxusmarken. Es gibt viele Labels, mit denen ich mich identifizieren kann, aber die Frage ist immer, was wir mit der Marke machen. Für wen schafft das einen Mehrwert? Schaffen wir wirklich etwas oder erzeugen wir nur Lärm? Bin ich gerade dabei, etwas anzuziehen und zu sagen: Kauft das hier! Oder schaffen wir etwas, das den Leuten wirklich eine Message gibt? Ich glaube daran, dass Qualität für sich selbst spricht.”

4. Ein deutscher Rapper, der international erfolgreich ist

“Die Aufmerksamkeit, die ich jetzt bekomme, würde ich bestimmt nicht erfahren, wenn ich immer in Deutschland gelebt und Musik gemacht hätte. Hierzulande achten viele zuerst auf das, was anderswo auf der Welt passiert, anstatt das Talent, das es hier schon gibt, zu entdecken. Erst, wenn man woanders etwas erreicht hat, spürt man hier den Respekt. Das ist mir vielleicht zu Gute gekommen – für Bullshit halte ich es trotzdem. Wenn etwas gut ist, ist es auch gut. Cool zu sein bedeutet, seinem Gefühl zu vertrauen und etwas zu machen, was sonst niemand tut. Auch in den USA brauchte es einen Künstler wie Drake, bis die urbane kanadische Musik von den Amerikanern ernst genommen wurde. Ich sage nicht, dass ich der deutsche Drake bin, aber mit jedem, der Türen öffnet, gibt es eine ganze Armee von Leuten, die dem folgen.”

Den vollen Beitrag über Kelvyn Colt findet ihr hier auf VOGUE.DE. 

 

WHICH GERMAN ARTIST SHOULD I FEATURE? ??? / ? @neverhadrespect

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