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DER ULTIMATIVE ROM GUIDE VOM HALB-LOCAL

DER ULTIMATIVE ROM GUIDE VOM HALB-LOCAL

Städtetrips sind immer so eine Sache, man möchte die Sehenswürdigkeiten der Stadt entdecken, aber gleichzeitig zwei oder drei Tage so leben, wie die Locals. So zumindest ist die Vorstellung von einem Städtetrip in unserer Generation – Es reicht nicht mehr einfach beim Eiffelturm, an der Berliner Mauer oder auf dem Times Square gewesen zu sein, wir müssen mindestens einmal Pasteis de Nata gegessen haben, die Speakeasy Bar besucht haben oder im Berghain gewesen sein. Aber wie genau, findet man diese Plätze zu denen die Locals gehen, die Cafés, die uns nichts extra berechnen, nur weil man seinen Kaffee nicht im Stehen trinken will, das, was die Einheimischen nachts nach dem Feiern als Kater-Vorbeuge zu sich nehmen? Natürlich einen Local fragen! Und weil ich mich mittlerweile, nach eineinhalb Jahren in Rom mit zwei waschechten italienischen Mitbewohnern, zumindest als Halb-Local verstehe, habe ich euch meine Rom-Tipps zusammen gesucht. Ich bin sicher, jeder von euch wird fündig werden – wer aber nach noch genaueren Sachen sucht, kann mich hier unten in den Kommentaren gerne nach dem Extra-Tipp, dem Burrito-Laden oder dem besten Techno-Club fragen. Als Rom-Frischlinge aber solltet ihr alles finden, was ihr braucht – außer Touri-Attraktionen, die überlasse ich dem Reiseführer.

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#lunedì // i buoni propositi lasciamoli per Settembre. ( 🍕 @piccolobucoroma )

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RESTAURANTS

Die Italiener essen in erster Linie Italienisch, alles was von der Norm abweicht wird gar nicht erst probiert – so zumindest vermitteln meine Mitbewohner aus Rom und Napoli, als auch meine Empirik es mir. Und gerade in Rom gibt es natürlich ausgedehnte Debatten, die auch mal in minder schweren Streitereien ausarten können, über die beste Pizza und die beste Carbonara. Restaurants, die damit werben gibt es viele – hier kommt meine persönliche Auswahl:
1. Piccolo Buco – Die beste Pizza der Stadt, oder wenigstens eine der besten Pizzen. Nach neapolitanischem Rezept, also als Weltkulturerbe, kommt hier die Pizza mit dem dicken Rand auf den Teller. Gebraucht werden nur allerbeste Zutaten. Probiert werden sollte unbedingt die Pizza mit der gelben Tomatensauce. Reserviert werden kann hier leider nicht und da wir hier in der Nähe des Trevi-Brunnens sind, müsst ihr euch auf eine Wartezeit von bis zu 45 Minuten einstellen. Tipp: Piccolo Buco hat auch zum Lunch auf, die Wartezeit ist tagsüber um einiges kürzer.
2. Da Carlone – Kein Rombesuch meines Freundes vergeht, ohne dass wir die “beste” Carbonara der Stadt essen gehen müssen. Im Da Carlone in Trastevere gibt es unglaublich gute Traditionsgerichte: Bestellt Carbonara, Cacio Pepe und mein persönliches Lieblingsgericht die Gnocchi al Ragù, die ihr nicht auf der Papierkarte, aber an der Tafel findet und die die originale Version unseres deutschen Bolognese-Abklatsches sind (Tomatensauce mit zart-zerfallenen Spareribs und einer Salsiccia). Das Personal ist rustikal-grummelig, das Essen ausgezeichnet und der Wein günstig. Auf jeden Fall reservieren!
3. Da Enzo 29 – Kein Geheimtipp, aber der Laden hält, was er verspricht. Hier gibt es klassisch Italienisch, Pasta, Antipasti, und Tiramisu. Probiert die Polpette (Fleischbällchen) und ordert eine Kombination an Vorspeisen. Auch hier gilt: Wir können leider nicht reservieren und Warteschlangen am Wochenende sind bis zu eineinhalb Stunden lang. Tipp: Ihr könnt in der Schlange stehen und dabei schon einmal Wein ordern, oder gebt euren Namen an das Personal mit der Liste ab, fragt nach der ungefähren Wartezeit und geht in der Zwischenzeit noch was trinken. In der Ecke gibt es viele nette, kleine Bars.
4. Ai Marmi – Authentisch, römisch, günstig. Hier mischen sich die Einheimischen mit gut aufgeklärten Touristen. Die Pizza ist typisch römisch, dünn, groß und rund. Man sitzt draußen auf Plastikstühlen oder drinnen an eng aneinander gereihten Holztischen. Auch hier muss eine kurze Wartezeit einberechnet werden, aber auch spontane Gäste kommen hier nach spätestens 15 Minuten auf ihre Kosten.
5. Osteria Monteverde – Günstiges Fine-Dining mit wöchentlich wechselnder Karte. Hier gibt es keine Tröpfchen- und Stapelkultur, dafür aber extrem gute Gerichte. Italienisch mit einem modernen Twist. Viel Fisch, alles selbstgemacht und nach regionalen und saisonalen Bedingungen. Unbedingt reservieren.

MEHR ESSEN

Und weil die Römer sich natürlich nicht nur von P&P ernähren können, auch wenn sie es versuchen, kommen hier noch ein paar Tipps für weniger klischeebehaftete Food-Highlights:
1. La Proscuitteria – Ihr kennt sie bestimmt, diese Tagliere, die es überall auf Instagram zu sehen gibt. Riesige Holzbretter mit Bruschetta, Schinken, Käse, Salami und so weiter. In der Proscuitteria gibt es welche der Besten. Bestellt eine Flasche Wein à la Casa, die Porchetta mit getrockneten Tomaten und ein Brett eurer Wahl (klein, mittel oder Gourmet) für eure Personenanzahl (wobei ihr für vier bestellen könnt, auch wenn ihr zu sechst seid). Das Lokal ist klein und Sitzplätze begrenzt, aber wer sich hinten in die Ecke geschoben hat, der findet rechts eine Treppe, die sich zu einem Kellerraum öffnet in dem ihr noch mehr Sitzplätze finden könnt, die meist unentdeckt und damit unbesetzt bleiben. Also einfach durchmarschieren, Platz belegen und dann hoch zur Selbstbedienung.
2. Roscioli und La Renella – Ich hatte euch etwas anderes als Pizza und Pasta versprochen, dieses Versprechen muss ich hiermit leider brechen. Die beiden Bäckereien bieten nämlich die besten Pizza a taglia, also Stücke auf die Hand an. Nebenbei gibt es aber auch ziemlich geniale süße Backwaren, Kekse, Kuchen und richtig gutes Brot.
3. Trapizzino – Absolutes Must-Go und bestes Streetfood. Die römische Kette aus Testaccio hat mehrere Filialen in der Hauptstadt und ist schon so einige Male zum Retter später Nachhause-Kommer geworden. In den Imbissen gibt es mit Eintopf gefüllte Brote – für einen Snack auf die Hand reicht ein Trapizzino, wer wirklich Hunger hat, sollte gleich zwei oder drei probieren. Sich für eine Variante zu entscheiden ist ohnehin kaum möglich, ihr könnt aus verschiedenen Variationen auswählen – ob Essig-Zucchini mit Stracciatella (unglaublich guter Mozzarella), Thymian-Hühnchen, Paprika-Hühnchen, Polpette in Tomatensauce, Kürbis mit Mandeln, Trippa, Aubergine mit Pesto und Parmesan, oder oder oder, alles hier ist wirklich unglaublich gut.

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Tutto questo un giorno potrebbe essere tuo. Tipo oggi 😁

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BARS

Und weil die Italiener nicht nur essen, sonder auch liebend gerne Wein und Peroni trinken, darf natürlich die Top-Auswahl an Bars nicht fehlen:
1. Calisto – Unangefochtene Nummer Eins, was definitiv aus einem Mix an der Nähe zu meiner Wohnung, der entspannten Atmosphäre und den unglaublich günstigen Preisen liegt. Das San Calisto ist eine Ur-Institution in Trastevere, wird gleichermaßen von alten, Backgammon-spielenden Männern, jungen Studenten und Touristen besucht und überzeugt mit Aperol Spritz für 3 Euro und großem Bier für 2,50 Euro. Die Plastikstühle stehen draußen auf der Piazza für’s Day- and Night-Drinking, der Platz vor der Bar füllt sich spätabends und vor allem am Wochenende mit hunderten Leuten, die sich alle mehr oder weniger kennen oder kennenlernen. Ein Muss für jeden Studenten in uns.
2. Städlin – Dieser sehr ungewöhnliche Name für eine italienische Bar, versteckt extrem gute, oft auch customized Cocktails, ein hippes Interior und DJs und Musik am Wochenende. Drinnen können Spiele gespielt und Platten aufgelegt werden, draußen entspannt gequatscht werden. Lasst euch nicht von der Umgebung abhalten, ihr seid auf dem richtigen Weg. Mitten im Industriegebiet liegt diese coole Bar und zieht deswegen nur Insider und niemals Laufkundschaft und Touristen an. Schaut vorbei und lasst euch einen Cocktail nach eurem Geschmack kreieren.
3. Black Market und Black Market Hall – Diese Bars gehören zusammen, wie der Name schon vermuten lässt und lassen sich im schönen und hippen Stadtteil Monti finden. Ein bisschen Berlin, ein bisschen Wohnzimmeratmosphäre und klassische, sowie weniger klassische Drinks.
4. Freni e Frizioni und Bar del Fico – Beides Bars, die auf keiner Liste der Bars in Rom fehlen dürfen, die aber meinem ganz persönlichen Geschmack nicht 100-prozentig entsprechen. Gute Drinks, hippe Leute, ein bisschen chicer, ein bisschen Szene. Hier geht man hin um zu sehen und gesehen zu werden, ein idealer Ausgangspunkt um danach seine Highheels noch in Richtung Club zu schwingen.
5. La Strada – Das Kontrastprogramm zum vorherigen Punkt. La Strada ist ein autonomes Zentrum, ein besetztes Haus in Garbatella. Auf der Dachterrasse finden abends Konzerte statt, man trifft sich hier mit größeren Gruppen von Freunden und trinkt ein Bier. Super ungezwungene Atmosphäre, alternative Leute und definitiv ein Ausflug wert!

GELATO

In dieser Kategorie fasse ich mich kurz, denn was gibt es über Eis anderes zu sagen, als “es ist echt gut”. Also hier meine Lieblings-Gelato-Dealer:
1. Otaleg – Günstig, mitten in Trastevere, ausgefallene Sorten. Probiert Mandarine mit Schokolade, Birne mit Zimt und Pistazie!
2. Giolitti – Die Eisinstitution in Rom. Gleich hinter dem Pantheon findet ihr das Gelato-Must der Stadt. Probiert Champagner, dunkle Schokolade und Reis.
3. Teatro – Mit gleich zwei Filialen in Rom ist Teatro Gelato eines der besten der Stadt. Das Eis wird frisch vor euren Augen gemacht. Probiert Tartuffo und die Granitas!
4. Frigidarium – Was muss man mehr sagen, als, dass das Eis mit Schokolade überzogen wird und mit einem Keks bespickt. Vorsicht: Im Sommer schmilzt das Eis unter der Schokoladenschicht und hat bei mir und meinen Freunden schon für fleckige Sommerkleider gesorgt.

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KULTURELLES UND SONSTIGES

Ich werde euch hier nicht die Sehenswürdigkeiten der Stadt aufzählen, denn die findet ihr auch bei TripAdvisor und auf sämtlichen Travelblogs. Trotzdem sei euch gesagt sein, dass ihr, insofern ihr noch nicht in Rom wart, natürlich verpflichtet seid den Trevi Brunnen und Co. abzuklappern. Wer aber ein paar Tage mehr Zeit hat, schon einmal in Rom war oder sein Touri-Programm mit Lichtgeschwindigkeit durchgezogen hat, der kann auch an diesen Orten vorbeischauen:
1. Porta Portese – Jeden Sonntag von frühmorgens bis um 14:00 Uhr findet der Flohmarkt Porta Portese (gleichnamige Haltestelle) statt. Kommt früh, bringt Zeit und Bargeld mit. Um euch kurz die Ausmaße zu erklären: Wer von der einen zur anderen Seite läuft, ohne sich an den Ständen umzuschauen, braucht in etwa 45 Minuten. Der Flohmarkt ist also riesig und kann niemals komplett durchgeschaut werden. Ihr lauft hier an Tapeziertischen mit Haufen alter Klamotten vorbei, durch die ihr euch einfach richtig durchwühlen müsst. Auch in Sachen Antiquitäten, Möbel und Schmuck kommt ihr sicher nicht zu kurz. Wer also die Energie und Motivation hat, wirklich etwas tolles zu finden, der wird auch fündig. Mein letzter Ausflug hat einen 5 Euro Aigner-Gürtel, 10 Euro Kaschmir-Pullover, einen Kerzenständer und eine 1 Euro Marlenehose zum Endergebnis gehabt.
2. Twice Vintage Trastevere – Hier findet ihr Schätze, die von Streetwear bis hin zu Vintage Prada-Taschen und Bally-Lederschuhen reichen. Lisa hat ihrem Freund gleich eine Hermès-Krawatte mitgebracht und sich selbst ein 60s Mini-Lack-Kleid zugelegt.
3. Gianicolo – Um das Thema des Films aufzugreifen, und euch an einen der Spielorte zu schicken, schlage ich den Gianicolo vor. Der Hügel liegt in Trastevere und kann entspannt zu Fuß erklommen werden. Oben erwartet euch ein wunderschöner Brunnen und eine umwerfende Aussicht. Wer auf eine Plattform weiter zieht, der kann sich hier abends hinsetzen, einen Aperol vom kleinen Bar-Truck genießen oder sich mit einer selbst mitgebrachten Flasche Wein gemütlich machen und die Aussicht genießen.
4. The Contemporary Cluster – Eine Gallerie, die immer wieder Vernissagen und Magazin-Lunches veranstaltet, sehr coole und dem Namen nach contemporary Artists vertritt und mittlerweile sogar Brunch anbietet. Der Brunch wird vom Coromandel beliefert (ein nicht italienischer Frühstückstipp) und enthält Eggs Benedict, Pancakes und frisch gepresste Säfte – alles eine echte Seltenheit in Rom.
5. Rom liegt quasi am Meer. Die Stadt ist etwa eine Stunde davon entfernt, wer also nicht zwischen Städtetrip und Strandurlaub entscheiden kann, der ist mit Rom gut beraten. Day-Trips könnt ihr nach Ostia (ab 3 Euro hin und zurück), der Touristen-Strand-Option, nach Santa Marinella, Santa Severa, nach Anzio oder Sperlonga machen (circa 10 Euro hin und zurück).

Comments 2

  1. Elisa

    Super cool, vielen Dank für den Beitrag! Jetzt kann der Rom Trip kommen 🙂

    • Hey liebe Elisa, wir freuen uns, dass dir der Beitrag gefällt. Viel Spass bei deinem Trip!

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