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How to get started in the Fashion Industry

Links: Photo by Edy | Rechts: Louis Vuitton, Photo by Filippo Fior / Gorunway.com via VOGUE

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How to get started in the Fashion Industry

Ihr wollt beruflich “irgendwas mit Mode” machen, wisst aber nicht genau, wie ihr einsteigen sollt, bzw. vielleicht gar nicht welches Berufsbild ihr verfolgen wollt?  Das macht gar nichts, denn ihr müsst und könnt euer Karriere “Endziel” noch nicht kennen. Wir wollen euch gemeinsam mit LinkedIn mit Tipps und Insights ermutigen, euren Traum vom Brancheneinstieg zu verfolgen – denn die Mode-Industrie hat noch ganz viel Platz für smarte Köpfe, Kreative und Umdenker.

Meine Faszination für die Mode begann schon in der Schule: Ich beobachtete, wie ein Outfit das Potential haben kann, menschliche Reaktionen und den Umgang untereinander zu beeinflussen. Die Power von Mode als Ausdruck der Persönlichkeit. Es war ein „nehmt mich so wie ich bin“-Moment, gepaart mit dem Stilgefühl einer Pubertierenden. Kombiniert mit der Tatsache, dass ich noch nicht wusste, wer ich eigentlich war, führte dies zu mehr als fragwürdigen Looks. Modisch wollte ich mein Spießer-Umfeld provozieren und mich ganz klar abgrenzen, dabei waren die Instyle, als auch die Vogue im prä-Internet Zeitalter, im heimischen Dorf-Edeka, mein einziger Zugang zu einer fremden Welt. Die Fashion-Industrie schien sehr weit entfernt von Waldkirch im Breisgau und eine Karriere kaum erreichbar.

Valentino, Photo: Alessandro Lucioni / Gorunway.com via VOGUE

Ich fing an wie wild Entwürfe zu zeichnen, denn das erste vorstellbare und greifbare Berufsbild war das der Modedesignerin. Ein Schülerpraktikum bei einer Designerin drei Dörfer weiter folgte. Ich musste allerdings schnell einsehen, dass mir zum Design bzw. zum Handwerk die Geduld fehlte, der Beruf ein verdammt harter ist und er super unglamourös sein kann.

Damit verwarf ich also den Beruf der Designerin und hatte plötzlich kein klares Berufsziel mehr vor Augen. Mode studieren an einer teuren Privatuni? Einen Kredit aufnehmen? Nach meinem Abi, mit gerade einmal 19, konnte ich mir das schwer vorstellen. Mir fehlte kurzzeitig die Orientierung. Was kommt nach “irgendwas mit Mode”? Genau: “Irgendwas mit Medien”. Ich entschloss mich für das Studium in Kommunikationswissenschaft an der LMU München und erst durch meine Praktika bewegte ich mich wieder thematisch in den Dunstkreis Mode.

Deshalb habt keine Angst, wenn ihr jetzt noch nicht genau wisst, was ihr werden wollt. Es ist ein konstanter Findungsprozess, der eine Veränderung von Skills und Interessen mit sich bringt. Wir leben in einem Zeitalter, in dem in einer Lebensspanne so viele Innovationen passieren und sich Lebensarten und Bedürfnisse von Menschen wahnsinnig schnell und radikal verändern. Daher glaube ich nicht mehr an die Existenz eines einzigen Berufsbildes in der Kreativbranche. Wir entscheiden uns viel eher für ein Berufsfeld oder Interessensfelder und müssen damit rechnen, dass sich der eigene Aufgabenbereich und damit auch die Anforderungen konstant verändern werden. Wo man früher und in anderen Branchen “ausgelernt” hat und dann 30 Jahre in einem Betrieb arbeitete, da geht es mittlerweile um Erneuerung und Wandel. Bei uns greifen Interessen und Know-How ineinander über, es überschneiden sich Positionen und Felder.

Durch mein Kommunikationswissenschaftsstudium in München verstand ich, dass eine Einstiegsmöglichkeit über PR-Agenturen existiert, die die Pressearbeit von verschiedenen Modekunden und Marken für den deutschen Markt übernehmen. Ich googelte also “erfolgreiche Lifestyle PR Agenturen” – Das Praktikum bei Häberlein und Mauerer folgte. Während meiner Zeit dort begann ich die Zusammenhänge zwischen Modemagazinen, Stylisten und Redakteuren zu verstehen. Durch das Praktikum bei dieser Agentur konnte ich ein erstes Netzwerk in der Mode aufgebauen und noch heute begegne ich vielen Menschen von damals – oftmals in anderer Position im Modezirkus. Denn ganz klar ist: Die Modebranche in Deutschland ist nicht riesig und viele Positionen werden einfach untereinander verteilt.

Mein zweites Praktikum absolvierte ich bei der legendären Anette Weber beim Instyle Magazin. Meine Bewerbung war rein initiativ und ich hätte niemals gedacht, genommen zu werden. Hilfreich war vor allem mein gesammeltes Wissen von der anderen Seite – aus der PR Sicht. Ich kannte den Beruf der Moderedakteurin bereits von außerhalb. Beide Seiten zu kennen hat mir die perfekte Grundlage für meinen jetzigen Beruf gegeben, in dem ich mich zwischen Redaktion, Inhalten und Agenturbusiness befinde. Ich war meinen Interessen und meiner Neugier gefolgt, bis ich Tanja getroffen habe und der Rest ist Geschichte.

Neben PR, Marketing oder Redaktion gibt es heutzutage noch so viel mehr, und mindestens genauso wichtige Themenfelder, wie zum Beispiel Nachhaltigkeit und Social Responsibility. Die Modebranche ist im Umbruch und braucht Menschen mit einer neuen Perspektive auf eingefahrene Prozesse. Tagtäglich werden neue Mode-Spannungsfelder und Berufsbilder erfunden. Und genau deswegen lohnt es sich seinen eigenen Interessen zu folgen, diese zu vertiefen, Expert für ein oder mehrere Themenfelder zu werden und sich am Ende, vielleicht aus einem anderen Themenschwerpunkt, wieder der Mode zuzuwenden. Mode kann,  muss aber nicht studiert werden – manchmal haben die Quereinsteiger sogar bessere Karriere-Karten.

Mit meiner persönlichen Geschichte im Hinterkopf, und aus meiner jetzigen Perspektive auf die Branche, will ich euch folgende Hausaufgaben geben, um euch den Einstieg in die Fashion Industrie zu vereinfachen:

How to get started in the Fashion Industry

 

Schau dich um. Recherchier. Sei neugierig. Lies. Es gibt Jobs da draußen, von denen habt ihr wahrscheinlich noch nicht einmal gehört. Nutzt die führenden, sowie sozialen Medien, um euch anzuschauen, was andere bereits für einen Werdegang zurückgelegt haben, welche Berufsfelder wichtig sind und werden oder welche Positionen es überhaupt gibt. Scheut nicht davor nach Rat zu fragen – schreibt eure Vorbilder einfach an, fragt nach Tipps zum Thema Studium, Praktikum, Weiterbildung oder Einsteigerjobs.

Werde Expert*in. Ja, ihr könnt „Mode“ oder „Medien“ studieren, aber ihr müsst es nicht. Wer eine persönliche Leidenschaft für Mode hat, sich immer wieder durch die wichtigen Branchenmagazine, wie Business Of Fashion, WWD, Vogue etc. klickt, wer die Modenschauen und relevante Influencer verfolgt oder seinen kleinen, lokalen Mode-Markt im Blick behält, kann genügend Wissen für Tendenzen und Trends für einen Einstieg ansammeln. Denn was uns besonders aufgefallen ist, ist dass es in unserer Branche unglaublich viele Quereinsteiger gibt. Ihr wollt über Mode schreiben? Dann studiert Journalismus. Ihr wollt die Trends von morgen mitbestimmen? Geht ins Marketing. Ihr glaubt die Mode von morgen wird von Artificial Intelligence gemacht? Dann findet einen technischen Zugang zur Industrie. Findet eure Schwerpunkte und sammelt Wissen und Können. Wer sich neben allgemeinem Interesse für Mode und Trends zusätzlich auf einem Gebiet als Experte oder Expertin ausweisen kann, der wird seine Nische finden. Ihr interessiert euch für Nachhaltigkeit, für Feminismus, für Cultural Appropriation, für Kunst, Designkommunikation, Philosophie, Streetwear oder Beauty-Themen? Super! Macht euch diese Themen zu eigen und nutzt sie, um euch eure ganz eigene Position und Schnittstelle zu schaffen.

Positioniere dich. Finde deine eigene Ästhetik oder eine Ästhetik, die dich fasziniert. Kuratiere deinen Feed und deinen eigenen Stil, suche Medien, Agenturen, Influencer, die diese Ästhetik, dieses Wertesystem verkörpern und dich inspirieren. Stell sicher, dass dein Online-Auftritt mit deinem Offline-Ich und deinen -Interessen übereinstimmt. Probiere aus, was für dich funktioniert – ob nach Konzept, dem berühmten roten Faden oder frei und spontan. Professionalität ist Auslegungssache. Wo das eine Unternehmen Vorstellungsgespräch-Bluse und harmlose Urlaubsbilder will, da schätzt das andere Meshtop und offene Sexualität. Wichtig ist nur, dass ihr euer Auftreten nicht dem Zufall überlasst, sondern eure Profile bewusst aufräumt und gestaltet. Analysiert, findet eure Sparte und nutzt eure Kleidung und Online-Präsenz als Kommunikation. Findet euren Style und eure Werte und zeigt sie, in Wort und Bild, über eure sozialen Kanäle, das LinkedIn Profil oder klassisch mit dem Lebenslauf.  Die Tendenz in der Modebranche geht insgesamt definitiv zu authentischen Charakteren, die ganz klar Profil zeigen, ihr dürft euch als Person also zeigen und müsst euch tendenziell nicht hinter Pseudo-Professionalität verstecken.

Werde aktiv. Ihr seid die Stimme eurer Generation, ihr wisst, was morgen wichtig wird. Wenn du beobachten und formulieren kannst was um dich herum, in deinem Freundeskreis, in deiner Stadt, in deiner Generation in Sachen Konsum von Mode und Medien abgeht, bist du wertvoll. Leute werden dir zuhören. Versuche mit Menschen online und offline in Kontakt zu treten, deren Werdegang oder Berufsbild du spannend findest oder die dein Interesse an der Mode teilen. Das Schlimmste was passieren kann, ist, dass sie keine Zeit oder kein Interesse haben. Glaube an dich und an dein eigenes Wissen, auch wenn hier und da eine Absage reingeflattert kommt. Jeder von uns wurde schon einmal versetzt, nicht ernst genommen, unterschätzt oder vor den Kopf gestoßen. Es geht darum weiterzumachen und es zu versuchen. Das Stichwort ist: Connections. Sie sind die Währung der Modeindustrie. Und wer noch keine hat, der macht sich welche. Gehe auf Events, sprich und schreib die Leute einfach an, zum Beispiel auf der Jobplattform LinkedIn. Starte Praktika und zeige Eigeninitiative. 

Für alle, die wir heiß gemacht haben und die jetzt die Motivation in sich hochkochen fühlen, wird es jetzt konkret. Wir haben uns für euch mit LinkedIn zusammengetan, die Plattform, die als Kompass für das Berufsleben funktioniert und euch einen Überblick über die Branche, Jobs und Positionen liefert, sowie Information und Inspiration. Hier könnt ihr aktiv nach einem neuen Arbeitgeber suchen, euer Netzwerk aufbauen, oder euer ganz eigenes Portfolio für die Kreativindustrie zusammenstellen. Neben eurem Lebenslauf könnt ihr sogar direkt Arbeitsproben oder Visuals hochladen, um euer Profil zu personalisieren. LinkedIn ist allerdings nicht nur Selbstdarstellung, sondern auch Service: Um euch den Einstieg in die Branche leichter zu machen, haben wir zusammen mit LinkedIn einen Guide der spannendsten Arbeitgeber, Agenturen und Unternehmen erstellt, denen ihr für Insiderinformationen folgen solltet, die ihr für Stellenangebote abbonieren könnt, oder denen ihr am besten einfach direkt eure Initiativbewerbung vorbeischickt. Und keine Angst: Wer noch keine Berufserfahrungen oder ein großes internationales Netzwerk aufweisen kann, der kann genau hier anfangen.

Photo via Adwoa Aboah

BRANCHEN-INSIDER ZUM FOLGEN

  1. Suzy Menkes
  2. Anna Wintour
  3. Lukas Sabbat
  4. Adwoa Aboah
  5. Virgil Abloh
  6. Anita Tillman
  7. Cloudy Zakrocki
  8. Marc Göhring
  9. Maria Koch
  10. Veronika Heilbrunner

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit LinkedIn entstanden

Alle Fotos von Edy 

Comments 3

  1. Nina

    Toller Artikel!! Super informativ. Gerne mehr Artikel zum Thema “working in the fashion industry”.

  2. Hellouu
    Ein unglaublich hilfreicher Artikel, wie ich finde!
    Werde eure Tipps auf jeden Fall befolgen und dann mal gucken wohin die Reise geht 🙂
    Noch einen schönen Abend
    Liebst, Marie <3

  3. Danke Lisa, du machst mir Mut! Ich selbst bin bisher immer den angepassten Weg gegangen, der mich so gar nicht glücklich gemacht hat und nicht ansatzweise meine Interessen uns Leidenschaften widerspiegelt. Ich bin die kreative Querdenkerin, die du beschreibst und ich habe so unfassbar viele Ideen, die raus wollen 😀 Wie du habe ich schon früh davon geträumt in der Modewelt Fuß zu fassen – auch mir waren die Hürden immer zu hoch. Also habe ich einen Weg eingeschlagen, der einen vermeintlich leichteren Zugang bildet. Bin fleißig die Karriereleiter hoch geklettert. Und tatsächlich, die Erfahrungen, die ich gemacht habe, kommen mir jetzt zugute. Dabei weiß ich noch längst nicht wo der Weg hingeht und werde sicher noch vieles lernen.
    Ich bin aber an den Punkt, der mir zeigt: Es geht so nicht weiter. Wenn ich mich in meinem jetzigen Umfeld authentisch zeige, dann ecke ich an. Und vielleicht ist dieses Anecken einfach Teil des Prozesses. Ich denke, du bist, wie du auch schreibst, häufig angeeckt bzw. wurdest mit dem was du machst nicht gesehen oder die Menschen haben nicht dran geglaubt oder es klein geredet. Zufälligerweise habe ich in den letzten Tagen damit begonnen meine Werte mit meiner Leidenschaft “Mode” zu vereinen und werde gerade aktiv. Und das fühlt sich verdammt richtig an!
    Wenn du mal in Berlin bist und Zeit und Lust auf einen Kaffee hast, gib mir gerne einen Wink 🙂 Danke für deinen genialen Artikel!
    Grüße und positive Vibes 😉
    Carina

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