Kosmos, Kulturfilter, Mode, Personal Issue, Umdenker Talks

Wie kann Nachhaltigkeit zum Standard in der Mode werden? Wir haben H&M eure Fragen gestellt.

Photos by Oli Kristen| Outfit: Fair Label Pat Guzik

Die Modebranche ist der zweit größte Umweltverschmutzer nach der Ölindustrie. Die Verantwortung tragen wir Konsumenten selbst, die wir immer mehr, immer schneller kaufen und tragen wollen, immer am Trend, aber auch Kleidung nicht mehr so wertschätzen, pflegen oder reparieren, wie vielleicht noch die Generation unserer Eltern. Wir tauschen die Kleidung in unseren Schränken kaum getragen aus und schmeißen Dinge, die wir lieb haben sollten, viel zu schnell weg. Viele Vorwürfe stehen aber auch den großen Marken und Fair Fashion Labels gegenüber im Raum, die genau diese Nachfrage bedienen und mit häufig wechselnden Kollektionen den Kaufrausch sogar noch ankurbeln. Es ist uns und allen Beteiligten langsam aber sicher klar, dass sich was ändern muss und ein Paradigmen Wandel stattfinden muss. Um Nachhaltigkeit zu einem Standard in der Modebranche zu machen, helfen nicht nur kleine, lokale, faire Labels, sondern auch die großen Player der Industrie müssen eine Vorbild-Rolle einnehmen und sich bewegen, denn sie haben die Kraft die ganze Branche zu verändern. Nicht jeder Bürger hat das Geld, das Wissen oder den Zugang, um nachhaltige, kleine Labels zu konsumieren. Wenn ich mich damals an meine Kleinstadt erinnere, dann gab es da keinen Modeladen, in dem ich Kleidung gefunden hätte, mit der ich mich identifizieren konnte, außer H&M.

Genau deshalb sind wir in den Dialog mit Laura von H&M getreten, um ihr eure und unsere kritischen Fragen zu stellen und gemeinsam nach Antworten zu suchen. Wie und wann können gewisse nachhaltige Standards bei globalen Modehäusern selbstverständlich werden und damit die Verantwortung, von den Schultern des aufgeklärten Konsumenten weggenommen werden? Die Folge zeigt, dass Antworten oftmals nicht eindimensional und einfach sind, sondern, dass jede Entscheidung, jede Veränderung einen ganzen Kosmos und viele Rädchen und Menschen beeinflusst. Was ich auch verstanden habe, ist dass Nachhaltigkeit nicht nur im Interesse der Umwelt liegt, sondern tatsächlich in Zukunft auch profitabler für Unternehmen ist. Denn Überproduktion von nicht verkaufter Ware und Entsorgung von Restbeständen sind auch ökonomisch gesehen fatal.  Nachhaltiges Produzieren, Anzapfen von vorhandenen Materialressourcen durch Recycling und glückliche Mitarbeiter, dank fairen Löhnen weltweit, sind Unternehmensziele, die wenn richtig verstanden, nachhaltig aber auch wirtschaftlich Sinn machen und deshalb intrinsisch motiviert sein sollten. Vielen Dank an EUCH und H&M für das Interesse am Thema und die Bereitschaft zum Dialog.

Hört HIER in den Podcast rein und hinterlasst gerne in den Kommentaren ein Feedback oder eure Fragen und Anregungen.