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Warum Vogue.de jetzt über Rassismuserfahrungen von People of Color in Deutschland spricht

Warum Vogue.de jetzt über Rassismuserfahrungen von People of Color in Deutschland spricht

WEIL SICHTBARKEIT DAS WICHTIGSTE IST

Wie können wir in einer Serie über People of Color (PoC) nachholen, was schon längst hätte stattfinden sollen? Deutschland hat ein Rassismus-Problem. Menschen gehen auf die Straßen und demonstrieren für die Gleichstellung von allen Menschen, für Akzeptanz und Austausch. Und die Medienbranche? Die bleibt größtenteils still.

In den letzten Jahren haben Online-Medien und Social Media dafür gesorgt, dass Menschen, die nicht zur weißenMehrheitsgesellschaft gehören, eine Stimme bekommen und gesehen werden. Wir alle können mittlerweile unsere eigenen Plattformen schaffen und andere Menschen finden, die sich mit unseren Ideen identifizieren. Die “neuen Medien” haben erreicht, was die “alten Medien” verpasst haben: Vielfalt abzubilden und Inklusivität radikal zu leben.

Rassismus ist etwas, das jeden Tag passiert. Wir Meinungs- und MedienmacherInnen haben die Verantwortung, darauf aufmerksam zu machen und unsere Reichweite zu nutzen, um die Welt so abzubilden, wie wir sie auch auf der Straße sehen. Das nachzuholen, was viele Medien, darunter auch Vogue, für eine lange Zeit in punkto Repräsentation versäumt haben, ist ein langer Prozess. “Weil Sichtbarkeit das Wichtigste ist” soll einen Beitrag leisten und bei Vogue.de einen Anfang machen.

Deshalb haben wir uns Ende letzten Jahres auf den Weg gemacht, uns selbst zu hinterfragen und zu überlegen, was wir tun können, um eine offene Plattform zu schaffen, auf der sich alle Teile der Gesellschaft wiederfinden. Dazu haben wir eine Guest Editor ins Team geholt, die mit uns an “Weil Sichtbarkeit das Wichtigste ist” und diesem Startschuss der kritischen Auseinandersetzung gearbeitet hat. Kemi Fatoba ist Journalistin und die Mitbegründerin von DADDY, einem Online-Magazin, das sich mit Humor Themen wie Inklusion, Intersektionalität und Sex-Positivität nähert. Durch den Dialog mit ihr haben wir gelernt, hinterfragt und gemerkt, dass der einzige Weg für eine gleiche Welt für alle der Weg zusammen nach vorne ist.

Wie können wir bei Vogue.de in einer Serie über People of Color (PoC) nachholen, was schon längst hätte stattfinden sollen? Wir haben mit People of Color gesprochen, die in der Modebranche arbeiten und dort für mehr Repräsentation sorgen, indem sie hinterfragen, warum Castings nicht vielfältiger sind, warum Schwarze Models ihr eigenes Make-up mitbringen sollen oder warum Modest Fashion noch keine Selbstverständlichkeit unter StylistInnen geworden ist. Die DJ Mobilegirl hat uns geschildert, wie es sich anfühlt, wenn sie von Marken immer und immer wieder angesprochen wird, um sich unbezahlt über Repräsentation zu äußern. Außerdem erzählen die Frauen von Adefra davon, wie sie in den 1980er-Jahren begannen, sich für die Verbesserung der Lebensqualität Schwarzer Frauen* und Women of Color einzusetzen.

Wie fühlt es sich an, als Man of Color in Deutschland aufzuwachsen? Dazu hat unser Kolumnist Fabian Hart einige Männer aus der Mode- und Kreativbranche befragt und startet ab heute eine Sonderedition von “Das neue Blau” mit Serhat Isik von GmbH als erstem Gast. Da Sprache in diesem Zusammenhang ein wichtiges Thema ist, gibt es in dieser Serie auch ein Glossar für Begriffe, auf die Sie immer wieder stoßen werden. Abschließend haben wir noch Informationen über Beauty-Treatments, Anlaufstellen, Literatur, Serien und Filme von PoC zusammengetragen. In den nächsten Tagen, Monaten und Jahren wird viel passieren. Watch this space.

Und weil Repräsentation kein Buzzword sein darf, sondern etwas, das bei Vogue.de auch gelebt wird, haben die Teams, die an den Fotostrecken und dem Video gearbeitet haben, ebenso diverse Backgrounds wie die Leute vor der Kamera. Auch hier gibt es noch viel zu tun. Als unsere Hijab tragenden Models bei einem Shooting mit dem Styling nicht zufrieden waren, hörten wir zu und versuchen, für die Zukunft daraus zu lernen und es besser zu machen.

In diesem Sinn wünsche ich viel Spaß beim Entdecken der Inhalte, die wir für Sie bereitgestellt haben, und übergebe an Kemi!

Für das Intro von Guest Editor Kemi Fatoba und ein erstes Glossar zum Sprachgebrauch schaut euch den ganzen Artikel auf VOGUE.de an!

Dieser Artikel ist zuerst bei VOGUE Germany erschienen 

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https://youtu.be/0C3JqV-ZPKo