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9 Accounts und Podcasts für mehr Diversität in Ihrem (Instagram-)Feed

Hoe_mies fotografiert von Franz Becker, gefunden bei Gizem Adiyaman

9 Accounts und Podcasts für mehr Diversität in Ihrem (Instagram-)Feed

Die deutsche VOGUE hat das DJ-Duo Hoe__mies gebeten, uns in ihre Welt mitzunehmen und die Menschen vorzustellen, die sie bewegen und denen wir unbedingt folgen sollten.

Für mehr Diversität (auf Instagram)

Manchmal fragen wir uns, wie es 2019 eigentlich sein kann, dass es Mainstream-Medien nicht hinbekommen, sich auch an Menschen zu richten, die nicht der Mehrheitsgesellschaft angehören. So toxisch Plattformen wie Instagram auch sein können, weil wir uns ständig mit den schönsten und erfolgreichsten Menschen vergleichen, so revolutionär und empowernd sind diese Plattformen aber auch – insbesondere für Identitäten, die im Mainstream kaum Repräsentation finden.

Wir haben Hoe__mies vor zwei Jahren selbst aus einem Mangel an Repräsentation heraus in reinster Do-it-yourself-Manier aus dem Boden gestampft. Was als eine Party aus Protest gegen die Verdrängung von Frauen und LGBTQI-Personen aus der Hip-Hop-Szene begann, feiert nun als Eventreihe und Soundsystem bald sein zweijähriges Jubiläum. Die folgenden Personen nutzen ihre Social Media Accounts dafür, ihr Wissen zu teilen oder gesellschaftliche Themen mit ihrer Kunst zu koppeln und ermutigen so junge Menschen, die auf ähnliche Weise von Diskriminierung und Marginalisierung betroffen sind und sich im Mainstream nicht wiederfinden. Sie bereichern unsere Feeds und Leben mit ihren Projekten, bei denen sie sie selbst sein können und ihren bzw. unseren Lebensrealitäten Ausdruck verleihen.

 

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Blackrock Talk

Blackrock Talk ist ein Internet-Fernsehformat, bei dem die charismatische Namensgeberin Esra Karakaya (Karakaya bedeutet auf Türkisch “Schwarzer Fels” bzw. “Black Rock” auf Englisch), die ZuseherInnen in etwa 45 Minuten durch spannende Diskussionen mit interessanten Gästen leitet. Bei Esra sind die Themen vielfältig und aktuelle Debatten werden an der Schnittstelle von Popkultur und Aktivismus abgefangen, wie z.B. die Frage nach der Trennbarkeit von Kunst und Künstler*in am Beispiel von R. Kelly oder die Infragestellung westlicher Schönheitsideale durch Firmen wie Fenty Beauty. Vergessen Sie mal Anne Will und Markus Lanz! Wer Lust auf frische Perspektiven, Gesichter aus der Schwarzen Community und Communities of Color in Deutschland hat, sollte unbedingt ihren YouTube-Channel abonnieren.

House of Melody

Einige unter Ihnen kennen mit Sicherheit den 1990er-Film “Paris is Burning”, der die New Yorker Ballroom-Szene dokumentiert. Der darin gezeigte Tanzstil “Voguing”, der von Schwarzen Menschen und Latinx Personen der LGBTQI-Community in den Vereinigten Staaten kreiert wurde, ist inzwischen auch in Deutschland angekommen. Ganz klare Pionier*innen dieser Bewegung in Deutschland sind die Performer*innen des House of Melody, deren “Mother” Leo Melody 2012 das erste “House” Deutschlands gründete. Seitdem haben die Melodies eine ganze Subkultur in Deutschland mit aufgezogen. Interessierte können ihre Voguing Classes besuchen oder bei einem der Voguing Balls in verschiedenen Kategorien gegeneinander antreten. In selbst kreierten Kostümen und Looks battlen sich die Performer*innen im Tanz, auf dem Laufsteg oder in Drag. Die Quintessenz der Performances besteht darin, Konstrukte wie Gender und soziale Klasse aufzubrechen und bewusst mit diesen zu spielen. House of Melodys kreative Shows waren sogar schon im TV bei “Das Supertalent” und auf großen Stages wie dem Red Bull Music Culture Clash 2018 in Berlin zu bewundern, wo sie als Teil unserer Revolution No. 5 Crew auf der Bühne eingeheizt und am Ende den Wettbewerb gewonnen haben.

 

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Isiuwa Berlin

Wer seine politischen Einstellungen mit seiner Kleidung vermitteln möchte und nach antirassistischen und (queer-)feministischen Prinzipien lebt, sollte unbedingt mal bei Isiuwa Berlin vorbeischauen. Der Account wird von zwei Schwarzen Frauen aus Berlin betrieben, die auf Non-profit-Basis mit ihrer Kleidung auf Missstände aufmerksam machen. “Warum hast du keine Schwarzen Freunde?”, oder “Kennst du dein Privileg?”, sind nur zwei von vielen verschiedenen Varianten der wirklich erschwinglichen und simplen Teile, die Rassismus und Sexismus enttarnen und zur Selbstreflexion anregen.

Femme Fitness

“Feminism and Fitness: where ass-shaking meets activism“, lautet das Motto des Sportkurses und gleichnamigen Instagram-Accounts, der von Anisha Müller betrieben wird. Anisha ist ausgebildete Zumba-Lehrerin und studiert Kunst. Weil sie die ausbeuterischen Strukturen in Fitness-Studios gegenüber Kursleiter*innen ablehnt, hat sie ihr eigenes Bewegungskonzept mit empowernder Message gestartet. Einmal die Woche nehmen überwiegend Frauen, nicht-binäre und transgeschlechtliche Personen gegen eine kleine Spende an Anishas körperpositiven Tanzkursen teil, die Elemente aus Dancehall, Reggaeton, Bollywood und mehr vereinen. Musik und Tanz sind kulturelle Güter, mit denen respektvoll umgegangen werden sollte und dessen ist sich Anisha auch bewusst. Sie klärt ihre Kursteilnehmenden daher stets ausführlich über den Kontext der unterschiedlichen Stile und Dancemoves auf. Allein schon wegen diesem Ansatz – und weil größtenteils zur Musik von weiblichen und queeren Artists getwerkt wird – ist FemmeFitness empfehlenswert.

 

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Die fünf weiteren Empfehlungen findet ihr hier!

Dieser Artikel ist zuerst bei VOGUE Germany erschienen 

Für das Intro von Guest Editor Kemi Fatoba und ein erstes Glossar zum Sprachgebrauch schaut euch den ganzen Artikel auf VOGUE.de an!

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