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UMDENKER TALK – THE WEARNESS

UMDENKER TALK – THE WEARNESS

Fair Fashion – genau wie Feminismus – ruft im unaufgeklärtem Mainstream-Hirn weitgehend negative und gänzlich fehlleitende Assoziationen auf, die den Begriffen kaum gerecht werden können. Um ersteres F-Wort von dem Irrglauben es wäre teuer und hässlich, sowie dem Bild der steif-kratzigen Stoffe, prüden Pädagogen oder dem alternativen Kommunen- und Selbstversorgerleben zu befreien, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht coole Labels vorzustellen, die umdenken, dem gängigen Klischee widersprechen und uns Lust auf Slow-, Fair- oder Sustainable Fashion machen. In unserem Umdenker-Talks lassen wir die Designer sprechen und zeigen, wie es möglich werden kann, selbst ein bisschen grüner, nachhaltiger oder fairer zu leben. Es ist eine Zeitgeisterscheinung sich konsequenter mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen – ja, man könnte fast sagen, ein Trend, der bleiben darf. Ob wir auf’s Fahrrad umsteigen, Öko-Energie beziehen, Bio-Produkte essen, Veganer und Vegetarier werden, fair produzierte Mode tragen oder uns einen Mix aus all dem zusammenstellen, wir werden bewusster und wissen, dass es an der Zeit ist, mit kleinen Veränderungen bei sich selbst anzufangen. Wir wollen diese Umbruchphase leichter machen, ohne uns selbst als Pioniere oder Vorbilder darzustellen, denn das sind wir nicht. Aber ein kleiner Schritt in die richtige Richtung kann zu einer gesellschaftlichen Umbruchphase führen.

Schwarzer Blazer, 549 Euro
Bermuda-Shorts, 199 Euro
Schuhe, 283 Euro (runtergesetzt)

Wie graduell Nachhaltigkeit sein kann, das zeigt der Onlineshop The Wearness: Jedes Kleidungsstück wird mit einem oder mehreren Icons ausgezeichnet, die von wohltätig über fair, handgemacht und organisch bis hin zu vegan reichen. Denn wer etwas Gutes tun will, der muss nicht immer gleich 100 Prozent geben, schon ein Schritt in die richtige Richtung macht einen Unterschied. So muss auch nicht jedes Kleidungsstück auf The Wearness gleich alle zehn Icons sammeln: Es geht hier viel mehr um Transparenz und Aufklärung, als um eine künstliche und selten-erreichte Mutter-Theresa-Perfektion. Und genauso schafft es der Onlineshop mit Klischees aufzuräumen.

Die Auswahl ist gut kuratiert, reicht von kleineren bis hin zu bekannten Designern und ist für Träger eines kleinen Portemonnaies, sowie Taschen mit dicker Geldklammer geeignet – dabei aber immer Luxus- oder High-Fashion. Zu jedem Designer gibt es einen blogartiken Kurzeintrag, über die Produkte, Philosophie und Arbeitsweise. Zu jedem Produkt weitere Hintergrundinformationen. Zusätzlich gibt es selektierte Männermode und Beauty-Produkte. Wer also etwas bewusster Leben will, ohne ästhetische Kompromisse machen zu müssen, der sollte hier vorbeischauen. Wir haben uns mit Julia Zirpel, der Gründerin von The Wearness über blinden Konsum, Kleidung im Überfluss und die Aufwertung und Bedeutung einzelner Pieces unterhalten.

WIE STELLST DU DIR EINE FRIEDE-FREUDE-EIERKUCHEN-WELT VOR?
Ich wünsche mir einen bewussteren Konsum. Ein Interesse des Kunden am Produkt, an den Arbeitsbedingungen, den Umwelt-Standards – weg von Hauptsache billig und schnell konsumiert.Es geht mir nicht um Verzicht oder Perfektion. Wir können alle mit kleinen Schritten starten. Wenn wir uns bei jedem Teil, das wir kaufen überlegen, ob es zu uns passt, zu unserem Leben und Kleiderschrank – und dann ganz gezielt Produkte kaufen, die wir wirklich lieben können – werden wir merken, dass wir selbst mit weniger sehr viel glücklicher sind. Je länger wir jedes einzelne Produkt tragen, um so umweltfreundlicher wird es!

Mein Trick: Teurer kaufen, zumindest den angemessenen Preis bezahlen oder sogar mal auf ein besonderes Stück hin sparen – dann klappt es mit der Wertschätzung ganz automatisch.

WAS MACHT DEINE BRAND KONKRET, UM DIESER BESSEREN WELT NÄHER ZU KOMMEN?
Wir sind ein Online-Shop/Marketplace für nachhaltige Mode und Beauty. Wir zeigen nur Brands, die „People & Planet“ mit Respekt behandeln. Genauso wichtig sind uns aber auch Style und Qualität. Unser Ziel ist es, durch das kuratierte Zusammenbringen von tollen Labels, dem Kunden gesammelt zeigen zu können, was für tolle Produkte es gibt. Uns geht es auch immer um Transparenz. Damit der Kunde ganz genau erfährt, was an jedem einzelnen Produkt nachhaltig ist, arbeiten wir mit zehn verschiedenen Icons (z.B. Fair, Organic, Eco-Friendly, Vegan, Handcrafted,…). Zusätzlich schreiben wir zu jedem Label ein ausführliches Brand-Feature. Am Ende soll der Kunde selber entscheiden, was ihm besonders wichtig ist – und danach seine Kaufentscheidung ausrichten.

WIE KÖNNEN WIR ALLE UNSEREN ALLTAG BEWUSSTER GESTALTEN?
Kurz zusammengefasst: Weniger tierische Produkte konsumieren, Qualität statt Quantität, und – auch wenn es manchmal wehtut – weniger Flugreisen.
Mit the wearnesskonzetrieren wir uns vor allem auf den Punkt Qualität statt Quantität.

SHOP THE POST

Von links nach rechts:
Rosa-farbener Blazer, 205 Euro
Pinke Ohrringe, 185 Euro
Batik-Shirt, 79 Euro
Gelbe Umhängetasche, 399 Euro
Rosa-farbener Shopper, 399 Euro
Blusenkleid, 459 Euro
Badeanzug, 200 Euro
Creolen, 170 Euro

Von links nach rechts:
Seiden-Hoodie, 264 Euro
Rote Pumps, 430 Euro
Schwarz-weiße Ankleboots, 670 Euro
Bikini, 98 Euro
Slipdress, 269 Euro
Deo, 33 Euro
Grüne Pumps, 430 Euro
Bucket-Bag, 450 Euro