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UMDENKER TALK – PIWARI

UMDENKER TALK – PIWARI

Fair Fashion – genau wie Feminismus – ruft im unaufgeklärtem Mainstream-Hirn weitgehend negative und gänzlich fehlleitende Assoziationen auf, die den Begriffen kaum gerecht werden können. Um ersteres F-Wort von dem Irrglauben es wäre teuer und hässlich, sowie dem Bild der steif-kratzigen Stoffe, prüden Pädagogen oder dem alternativen Kommunen- und Selbstversorgerleben zu befreien, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht coole Labels vorzustellen, die umdenken, dem gängigen Klischee widersprechen und uns Lust auf Slow-, Fair- oder Sustainable Fashion machen. In unserem Umdenker-Talks lassen wir die Designer sprechen und zeigen, wie es möglich werden kann, selbst ein bisschen grüner, nachhaltiger oder fairer zu leben. Es ist eine Zeitgeisterscheinung sich konsequenter mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen – ja, man könnte fast sagen, ein Trend, der bleiben darf. Ob wir auf’s Fahrrad umsteigen, Öko-Energie beziehen, Bio-Produkte essen, Veganer und Vegetarier werden, fair produzierte Mode tragen oder uns einen Mix aus all dem zusammenstellen, wir werden bewusster und wissen, dass es an der Zeit ist, mit kleinen Veränderungen bei sich selbst anzufangen. Wir wollen diese Umbruchphase leichter machen, ohne uns selbst als Pioniere oder Vorbilder darzustellen, denn das sind wir nicht. Aber ein kleiner Schritt in die richtige Richtung kann zu einer gesellschaftlichen Umbruchphase führen.

Wir wissen nicht, wie es euch geht, aber wir kaufen jedes Jahr vor dem Sommerurlaub spontan und in einer Torschusspanik einen minder-gut sitzenden Bikini, einen von der Art “Das kleinste Übel”, einen bei dem an den Seiten oder in der Mitte etwas rausfällt, der am Nacken einschneidet oder dessen Slip größentechnisch nicht zum Oberteil passt. Manch einer von diesen Bikinis, die sich in der hintersten Ecke unseres Kleiderschrankes tümmeln, kommt gar mit einem saisonalen Muster daher, das ungefähr eine Sekunde lang den Ruhm eines Trendes spüren durfte, danach aber nur in die Kategorie “peinlich” gezählt werden kann. Dieses Spielchen ist genauso unbefriedigend, wie anti-nachhaltig, weshalb wir uns auf die Suche nach einer Alternative gemacht haben und über Piwari gestolpert sind. Das Label kommt aus der Ecke Nordsee und hat damit natürlich die besten Erfahrungs-Voraussetzungen, um den idealen Bikini zu kreieren. Die Designs sind schlicht mit einem kleinen Twist. Leicht verspielt, aber nicht kindlich. Ein wenig Bondage, ein wenig Okkultismus à la ‘Charmed’, aber in strandtauglich. Und das Beste an der ganzen Sache ist, dass Piwari auf einer Made-to-order Philiosphie aufgebaut ist. Das bedeutet so viel, wie keine Überproduktion und eigens angefertigte Designs für jeden einzelnen Kunden. Und auch wenn ihr der Onlineshop mit Größen, wie XS oder XL daherkommt, können die Bikinis und Badeanzüge genau auf eure Körper angepasst werden. Maßschneiderei per Hand. Auch das Material ist komplett erneuerbar und wurde aus Nylon-Resten, wie Fischernetzen gewonnen. So ist Piwari Swimwear gleich doppelt nachhaltig und kämpft mit uns zusammen gegen den Überkonsumswahnsinn an. Kauft bewusster, besitzt länger – und freut euch darüber endlich einen Bikini gefunden zu haben, der nicht in der Grabbelkiste enden wird!

Wie stellt ihr euch eine Friede-Freude-Eierkuchen-Welt vor?
Wenn Menschen mit sich und der Natur im Einklang leben.
Wir brauchen eine Welt, die einkommens- und vermögensgleicher ist, vielleicht ein Grundeinkommen; Energie zu 100% aus erneuerbaren, nachhaltige Industrien und eine mehr und mehr auf pflanzlicher Basis stattfindende Ernährung.

Was macht eure Brand konkret, um dieser besseren Welt näher zu kommen?
Die echte Revolution kommt von der Firma Aquafil. Diese hat ein Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, vereinfacht gesagt, aus altem Nylon neues Nylon zu fertigen. Wir nutzen wiederum das aus dem Prozess resultierende Endprodukt und fertigen daraus Bademode an – auf Anfrage.

Durch die Verwendung von Post-Consumer-Produkten als Bestandteil unserer Bademode wird eine Nachfrage auf eben diese am Ende der Konsumkette angekommenen Produkte generiert, was dann hoffentlich dazu führt, dass diese dann gar nicht erst im Meer landen, sondern direkt wiederverwertet werden.

Wie können wir alle unseren Alltag bewusster gestalten?
Dazu gehört an erster Stelle ein Innehalten, um die Grundverbundenheit wieder zu entdecken. Ein „sich bewusst werden“, bewusst werden was einem Freude bereitet, was man wirklich braucht. Und dann im nächsten Schritt lässt man einfach Dinge weg, das ist ja dann auch kein Verzicht, wenn man zunächst einmal bemerkt hat, dass man ohnehin dies oder jenes nicht braucht.