Kosmos, Mode

FASHION CARE – MAKE THINGS YOU LOVE LAST

FASHION CARE – MAKE THINGS YOU LOVE LAST

Statt oft und wenig in Wegwerfware zu stecken, investieren wir in All-Time-Favourites mit hoher Qualität und die, dazu passenden, Pflegeprodukte. Während Ersteres als Trittbrettfahrer auf der Welle der Nachhaltigkeit geritten und mitten in unserer Gesellschaft angekommen ist, ist Zweiteres ein Thema über das wir auf Mainstream- und den großen Modeplattformen nie lesen. Denn Flecken entfernen, Waschen, Trocknen, Bügeln und Einmotten sind Tätigkeiten, die mit Sexappeal, und wohl auch der schönen Welt der Mode, wenig zu tun haben – dabei ist das eine vom anderen essentieller Bestandteil, und sich nachhaltig zu kleiden sexier als je zuvor. Obwohl das Schlagwort Nachhaltigkeit kaum noch aus der Fashion-Industrie wegzudenken ist, wird selten erwähnt, wie nachhaltig ein langer Lebenszyklus eines Kleiderstückes ist. Uns wird erklärt, dass die Materialien recycelt, bio, organisch oder vegan sein sollen, sie sollen fair, lokal und saisonal produziert werden, sie sollen die Natur und den Menschen nicht ausbeuten. Wir sollen uns überlegen, ob wir ein Produkt tatsächlich brauchen und ob wir es tatsächlich tragen. Fehlkäufe vermeiden. Plastik verdammen. Auf das Packaging achten. Nicht online bestellen. Second-Hand kaufen. Weitergeben. Verkaufen. Verschenken. Den Wert eines Kleidungsstückes kennen. Für gute Qualität mehr Geld ausgeben. All diese Tipps, Tricks und Tugenden haben wir oft genug gehört, doch scheint eine Sache immer vergessen zu werden: Die richtige Pflege eines Kleidungsstückes. Denn wer gut pflegt, der trägt sein Kleidungsstück länger und kauft dementsprechend weniger neue Kleidungsstücke.

1. Let’s talk numbers

Eins unserer Probleme ist, dass wir falsch konsumieren: In einem durchschnittlichen Haushalt in Großbritannien gibt es Kleidung im Wert von durchschnittlich etwa 4.000 Pfund, allerdings werden etwa 30 Prozent dieser Kleidung nie oder kaum getragen. Diese ungetragene Kleidung könnte entweder als Fehlkauf eingestuft werden, oder als geschmacklich und saisonal ausgedient. In beiden Fällen sollten diese Kleidungsstücke richtig gepflegt und verstaut werden, sodass sie danach wiederverkauft, weitergegeben oder in seltenen Fällen vielleicht nach ein paar Jahren wieder zu Lieblingsteilen werden können. Denn gut gepflegte Second Hand- oder Vintage-Teile sind gefragter als je zuvor und ein wachsender Markt. Der Second Hand-Markt wird für das Jahr 2023 auf 51 Milliarden Dollar geschätzt (zum Vergleich: aktuell liegt der Markt bei etwa 28 Milliarden). In den nächsten zehn Jahren wird der Second Hand-Markt den Retail-Markt überholen: Geschätzt wird ersteres auf 64 Milliarden und letzterer auf nur 44 Milliarden Dollar im Jahr 2030. Kein Wunder, denn Social Media hat unser Konsumverhalten, in den letzten Jahre, maßgeblich beeinflusst.

2. Lebenszyklus verlängern

Jüngere Generationen kaufen öfter neue Looks für ihre Instagram-Kanäle, um sich darin fotografieren zu lassen. Gleichzeitig sind genau diese Generationen aber offener und aufmerksamer gegenüber dem Thema Nachhaltigkeit. So kommt es, dass Kleidungsstücke schnell ihre Besitzer und Besitzerinnen wechseln, wodurch eine unerschöpfliche Versorgungskette geschaffen wird. Wir kaufen doppelt so viel Kleidung und tragen sie halb so lange. Dieses Phänomen kann sicher der wechselnden Trends zugeschrieben werden, aber auch auf fehlende Qualität und die falsche oder abwesende Pflege zurückzuführen sein. Den Lebenszyklus eines Kleidungsstückes durch die richtige Pflege um nur drei Monate der aktiven Benutzung zu verlängern würde die CO2-Bilanz, den Wasserverbrauch und Verschwendung um fünf bis zehn Prozent verringern. Wenn ein Kleidungsstück nur neun Monate länger in Benutzung wäre, könnten jährlich fünf Milliarden Pfund an Kosten für Ressourcen eingespart werden, die für die Ver- und Entsorgung von Bekleidung verwendet werden. Außerdem würden die CO2-Bilanz, den Wasserverbrauch und Verschwendung um ganze 20 bis 30 Prozent Prozent verringert werden und die Kosten für Ressourcen um 20 Prozent, entsprechend fünf Milliarden Pfund, gesenkt werden. Richtige Pflege und Verstauung, das richtige Waschen, Trocknen und Kämmen sind also Vorgänge, die nicht nur die Leben unserer Lieblingsteile verlängern, sondern uns zu nachhaltigeren Konsumenten und Konsumentinnen machen. Deswegen werden wir ab jetzt hier auf dem Blog regelmäßig über Kleiderpflege-Mythen aufklären und euch zu richtigen Profis machen. Wir haben vor euch den heiligen Gral der Wäsche zu bringen.

 

Illustrationen by Adriane Lila

Zahlen und Fakten von ThredUp und Wrap:

https://www.thredup.com/resale?tswc_redir=true

https://www.wrap.org.uk/sites/files/wrap/VoC%20FINAL%20online%202012%2007%2011.pdf